Filmtipp: Sep Ruf
Architekt der Moderne
Wie kann Architektur aussehen, wenn sie nicht nur funktional, sondern auch Ausdruck von Werten und Haltung ist? Der Dokumentarfilm Sep Ruf – Architekt der Moderne geht dieser Frage anhand des Werks von Franz Joseph „Sep“ Ruf (1908 - 1982) auf den Grund. Der Münchner Architekt zählt zu den prägenden Gestaltern der westdeutschen Nachkriegsmoderne. Mit seinen klar strukturierten, lichtdurchfluteten Bauten verkörperte er den Aufbruchsgeist der jungen Bundesrepublik und prägte ein neues Verständnis von Offenheit, Transparenz und Demokratie im Raum.
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Von der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg (1950–1954) über die Neue Maxburg in München (1952–1954) bis zum Pavillon der Bundesrepublik Deutschland auf der Weltausstellung in Brüssel (1956–1958) – in 96 Minuten macht Regisseur und Produzent Johann Betz 15 zentrale Bauwerke Sep Rufs anhand eindrucksvoller Filmaufnahmen, Fotografien und Pläne erfahrbar. Auch das Auge fürs Detail kommt dabei nicht zu kurz: Nahaufnahmen eigens entworfener Tür- und Fensterbeschläge zeigen, wie konsequent Ruf Architektur als ganzheitliches Gestaltungskonzept verstand – von der städtebaulichen Setzung bis zum kleinsten Bauteil. Das visuelle Material wird durch Kommentare von Expert*innen, Zeitzeug*innen und Nutzer*innen ergänzt.
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Rufs Gebäude stießen nicht immer auf breite Zustimmung. Insbesondere in seiner Heimat Bayern galten seine modernen Entwürfe mit Flachdächern und großflächigen Glasfronten zunächst als unpassend. Bundeskanzler Ludwig Erhard hingegen erkannte früh den architektonischen Wert seiner Arbeit: Ruf entwarf sowohl Erhards Wohnhaus am Tegernsee (1951–1954) als auch den später ikonischen Kanzlerbungalow in Bonn (1963–1964).
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Der Film startete am 10. Juli 2025 in den deutschen Kinos und bietet einen facettenreichen Eindruck von Sep Rufs umfangreichem Gesamtwerk, das über 300 Projekte umfasst. Im Mittelpunkt steht dabei klar sein architektonische Schaffen. Rufs Person, Arbeitsweise und Biografie bleiben im Hintergrund.
