Maggies Centre in Leeds

Üppig begrünte Holzpavillons

Maggie’s Centre, kurz Maggie’s, ist eine Organisation für Krebspatienten, die vom Maggie Keswick Jencks Cancer Caring Trust betrieben wird. Maggie Keswick war die Frau des Architekturkritikers Charles Jencks. Beide waren davon überzeugt, dass sich gute Architektur positiv auf Menschen auswirkt und deren Heilungsprozesse beschleunigen kann. Das Maggie‘s Centre in Leeds ist das mittlerweile 26. seiner Art und wurde vom Londoner Architekturbüro Heatherwick Studio entworfen. Die speziell freigeformte Holzkonstruktion stammt von einem Schweizer Unternehmen.

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Drei Pavillons, drei Ebenen

Die Architekt*innen nutzten das Grundstück, einen keilförmigen Grashügel neben dem Parkplatz des Krankenhauses mit sechs Metern Niveauunterschied, zur Errichtung eines Gebäudes aus drei ineinander verschachtelten Pavillons. Sie befinden sich auf verschiedenen Ebenen und sind kreisförmig um einen zentralen, offenen Raum angeordnet.

Jeder Pavillon besteht aus einem Stamm mit radial auskragenden Massivholzrippen. In diesem Stamm befinden sich jeweils die Räume für Einzel- und Gruppengespräche. Um die Pavillons herum und in den Zwischenebenen sind als Gemeinschaftsflächen deklarierte Räume sowie eine Küche, eine Bibliothek, ein Fitnessraum und eine Lounge angeordnet. Großflächig verglaste Außenwände ermöglichen von jeder Ebene aus freie Sicht auf die Dachgärten.

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Pflanzen unterstützen das Konzept

Die Dachgärten folgen dem Entwurf des Landschaftsarchitekten Balston Agius, der heimische und immergrüne Pflanzen wählte, die auch in den umliegenden Wäldern von Yorkshire wachsen. Die Besucherinnen und Besucher können sich an der Pflanzenpflege beteiligen. Dies unterstützt das Konzept der Architekt*innen, bei der klinischen Einrichtung die Merkmale einer sterilen Umgebung zu vermeiden. Maggie’s Leeds sollte „wie ein Zuhause gestaltet werden und eine Zugänglichkeit für alle Besucher gewährleisten“.

Verbaut wurden überwiegend natürliche Materialien. Auf die Decken und Kernwände im Innern wurde ein Kalkputz aufgebracht, der die Luftfeuchtigkeit des natürlich belüfteten Gebäudes durch seine poröse Oberfläche reguliert. Die Möbel und Oberflächen sind weitgehend aus Holz und Kork gefertigt. Selbst in den Bädern ließ sich eine organische hölzerne Lösung umsetzen. All dies schafft eine Wohlfühlatmosphäre und wirkt im Zusammenspiel mit dem sanft einfallenden Licht und der Begrünung behaglich. Die Menschen sollen ausblenden können, dass sie sich in einem Krankenhaus befinden. Selbst Fensterbänke und Regale sollen mit persönlichen Gegenständen dekoriert werden. Das Zentrum ist für die Patientinnen und Patienten, deren Familie und Freunde gleichermaßen offen.

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Intensiv begrünte Dächer

Die intensiv begrünten Dächer sind wie folgt ausgebildet: Auf die Brettschichtholzflossen der Unterkonstruktion wurden CLT-Platten, teils keilförmig aufgedoppelt, mit geringem Gefälle aufgebracht. CLT ist ein Massivholz-Bauprodukt, das aus mindestens drei Lagen kreuzweise verklebter Einschichtplatten hergestellt wird. Der kreuzweise Aufbau in Kombination mit der Verleimung gewährleistet Formstabilität und vermindert bei Feuchteänderungen eine Quell- und Schwindverformung. Hierauf folgt die Dampfsperre, auf der die Dachdämmung angeordnet ist. Die wurzelfeste Dachabdichtung verläuft unterhalb des Kiesstreifens bis hoch zur verglasten Fassade bzw. bis zur Attika.

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Unter der Dachbegrünung liegt die Abdichtung wirksam geschützt vor UV-Strahlung, Hagelschlag, Hitze und Kälte. Temperaturbedingte Spannungen werden auf diese Art reduziert, die Lebensdauer der Dachabdichtung verlängert. Nach Schutzlage, Dränage und Filtervlies folgt das Substrat mit Leichtzuschlagstoffen, um die Auflast zu mindern. Da die Vegetationsschicht aus ortstypischen Bäumen und Sträuchern besteht, liegt die erforderliche Substrathöhe über 60 cm. Dies wurde bei der statischen Konstruktion der Holzrippen mitberücksichtigt, da je nach verwendeten Pflanzen und Substrat ein Gewicht von 320 – 800 kg/m² im wassergesättigten Zustand auftreten kann. Auch zusätzliche Schneelasten und das Wachstum der Pflanzen waren bei der konstruktiven Planung zu berücksichtigen.

Autorin: Rosina Woopen – Riegler Architekten, Speyer

Bautafel

Architektur: Heatherwick Studio, London
Projektbeteiligte: Balston Agius, Devizes (Freianlagen); AKT II, London (Tragwerksplanung); Sir Robert McAlpine, Hertfordshire (Bauleitung); Blumer-Lehmann, Gossau (Holzkonstruktion); Olsson Fire & Risk (Brandschutz)
Bauherr/in: Maggie’s London
Fertigstellung: 2020
Standort: Leeds, Großbritannien
Bildnachweis: Hufton+Crow

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