Kempegowda International Airport Bengaluru – Terminal 2

Flughafen als Garten

Indiens drittgrößte und am schnellsten wachsende Stadt Bengaluru hat auch den drittgrößten Flughafen des Landes. Zur Bewältigung des steigenden Passagieraufkommens und den vermehrten Flugbewegungen wurde der Kempegowda International Airport Bengaluru nun um ein Terminal erweitert. Geplant wurde es von Skidmore, Owings and Merrill (SOM) in Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten Grant Associates und den Designern Abu Jani / Sandeep Khosla.

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Technik trifft Natur

Bengaluru wird auch die „Gartenstadt“ genannt, da sie für indische Maßstäbe viele städtische Parks besitzt. Dennoch haben hier Luftverschmutzung und Verkehrsprobleme ein Ausmaß erreicht, das für Bewohner*innen und die gesamte Stadtentwicklung ernsthaft bedrohend ist. Um die Tradition der Stadtbegrünung fortzuführen und den genannten Problemen entgegenzuwirken, wurde das neue Terminal 2 von SOM als Gartenanlage geplant. Ziel war es, die Erfahrungen der Reisenden durch eine immersive Gestaltung mit Pflanzen zu verbessern und mit der Architektur ein Beispiel für nachhaltiges städtisches Wachstum zu schaffen.

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Das Terminal verfügt über 13 Gates für Großraumflugzeuge, die für 28 Standardflieger genutzt werden können und ist so konzipiert, dass es sich bei Bedarf auf 20 Gates erweitern lässt. Auf dem Weg vom Eingang bis zu den Gates bewegen sich die Passagiere durch eine Abfolge von Räumen, die durch charakteristische Gartenelemente wie begrünte Wände und Inseln, ausgewachsene Bäume und hängende Pflanzen gekennzeichnet sind.

Außen wie innen begrünt

Vor dem 255.000 Quadratmeter großen Terminal befindet sich am Übergang zwischen öffentlichem Verkehr und Flughafen ein 123.000 Quadratmeter großer Transitknotenpunkt. Dieser T-förmige, zweistöckige Platz bringt die Reisenden über erhöhte Fußgängerbrücken zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Flughafenterminal 1 und zu einem Hotel. Die Begrünungen aus dem Inneren des Gebäudes werden hier und auf dem umliegenden Gelände weitergeführt, sodass ein durchgängig begrüntes Erscheinungsbild der Flughafeninnen- und -außenbereiche entsteht.

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Der Hauptterminalblock mit Check-in, Einreisebehörde, Sicherheit, Einzelhandel und Gepäckausgabe ist von den Gates des Terminals durch einen 90 Meter breiten Grüngürtel getrennt. Er ist mit einheimischen Gewächsen bepflanzt und wird von gewundenen Wegen und Brücken durchzogen, an denen teils mehrstöckige, mit Bambus verkleidete Verkaufspavillons angeordnet sind. Mit ihren abgerundeten, organischen Formen wirken die Pavillons wie riesige Vasen oder Pflanzgefäße.

Ausgezeichnet nachhaltig

Wesentliche Entwurfsziele des Projekts waren neben der Anpassungsfähigkeit und Effizienz des Terminals, die Nutzung erneuerbarer Energien und Verwendung lokaler Baustoffe, wie beispielsweise Bambus. Auf den Dächern wurden Solaranlagen installiert, intelligente Gebäudesysteme sorgen für eine Reduzierung des Energieverbrauchs. Wasserfälle im Terminalgebäude verbessern Raumklima und -temperatur.

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Die Begrünung besteht aus über 3.600 Pflanzenarten, darunter Palmen, verpflanzte Bäume, 100 Lilien- und 96 Lotusarten. Die üppige Vegetation wird mit Regenwasser versorgt.

Das Flughafenterminal wurde vor Inbetriebnahme als LEED-Platin-Gebäude vorzertifiziert und vom Indian Green Building Council (IGBC) mit dem Platin-Zertifikat für seine nachhaltige Architektur und sein Design ausgezeichnet.

Bautafel

Architektur: SOM, Skidmore, Owings & Merril
Projektbeteiligte: Grant Associates, Bath, UK (Landschaftsarchitektur); Abu Jani/Sandeep Khosla, Delhi, Indien (Design), ARUP (Tragwerksplanung)
Bauherr*in: Bengaluru International Airport Limited
Standort: Bengaluru, Gangamuthanahalli, Karnataka 560300, Indien
Fertigstellung: 2023
Bildnachweis: Ar. Ekansh Goel © Studio Recall

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