Hortus conclusus

Symbolische, historische und zeitgenössische Formen umgrenzter Gartenräume

Hortus conclusus ist ein lateinischer Ausdruck und bedeutet übersetzt geschlossener oder vielmehr verschlossener Garten. Trotz der wörtlichen Übersetzung handelt es sich nicht um einen physischen Garten, sondern um ein religiöses Symbol. Hortus conclusus basiert auf dem Katholizismus mit Maria als der jungfräulichen Mutter von Jesus Christus. Im Mittelalter und vor allem in der Gotik wurde diese Vorstellung mit metaphorischen Bildern interpretiert. Eine junge Frau sitzt, in warmes Licht getaucht, in einem blühenden und damit fruchtbaren Garten, der von einem Zaun, einer Mauer oder einer ähnlichen Abgrenzung umgeben ist. Dadurch wird sie sinnbildlich sowohl geschützt als auch unerreichbar. Die Bilder enthalten allegorische Anspielungen auf das verlorene Paradies, den Garten Eden und das Elysium. Ein sanftes weißes Einhorn, das sich an Maria schmiegt, ergänzt manchmal die Szenerie. Das Einhorn verkörpert als magisches Fabeltier Reinheit und Keuschheit, verstärkt also die Bedeutung von Maria – und ist deshalb nicht zu verwechseln mit dem rosa Einhorn aus Disney-Produktionen oder rosa Kuscheltieren mit Glitzer-Mähne.  

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Walled Garden

Ummauerte Gärten wie beispielsweise Kreuzgänge, Küchen-, Kräuter-, Apotheker- und Kloster- sowie grundsätzlich Innenhof-Gärten ähneln häufig den religiösen Bildern eines Hortus conclusus, sind jedoch oftmals sehr viel ältere Anlagen. Die Einfriedung und Abgrenzung eines Gartens mit einer Mauer zu einem Walled Garden hat praktische Gründe wie Schutz vor Wind, vor unerwünschten Eindringlingen und vor wilden Tieren bis zu thermischen Faktoren wie der Speicherung der Sonnenwärme. Der Garten kann somit kontrolliert werden und zwar insbesondere bei einem Nutzgarten mit essbaren Pflanzen und einem Brunnen mit sauberem Trinkwasser. Die Abgrenzung zur sonstigen Umgebung wie einer lauten Straße schafft zusätzlich Ruhe und Frieden für Kontemplation und innere Einkehr.

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Giardino Segreto

Giardino Segreto oder Secret Garden, geheime Gärten, kamen in der Renaissance auf. Sie sind mit hohen Mauern umgeben und nur über eine Pforte oder durch einen Hausflur zugänglich, typologisch wie bei einem Atrium oder einem Innenhof. Da sie von außen nicht einsehbar sind, bieten sie ein Maximum an Privatsphäre – daher der Namenszusatz, der auf den verborgenen und versteckten Raum verweist. Als sogenannte grüne Zimmer sind die Mauern innenseitig oft mit Rank- und Kletterpflanzen bedeckt. Besondere oder auch seltene Pflanzen, Skulpturen, Wasserbecken, Springbrunnen und bühnenartige Terrassen mit Tischen und Sitzgelegenheiten vervollständigen diese grünen Zimmer mit einer meist hohen Aufenthaltsqualität. Weitere Bezeichnungen lauten daher Kabinettsgarten, salles vertes (grüner Saal) oder auch salles de verdure (Pflanzensaal).  

Mit temporären Dächern wie Sonnensegeln, Toldos, Regenplanen oder verschiebbaren Abdeckungen können Secret Gardens wie frühe Formen von „indoor gardens“ und Wintergärten wirken.

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Arabischer Innenhofgarten

In der arabischen Kultur finden sich mit dem traditionellen Prinzip des Ard al-Diyar (Ard = Erde, Diyar bzw. Dar = Haus, arabisch أرض الديار) Hofhäuser mit Innenhofkomplexen, die als private Räume unter offenem Himmel genutzt werden. Ein Garten in einem Hosh, wie der Innenhof beispielsweise in Damaskus genannt wird, ist mit umlaufenden Arkadengänge überwiegend achsensymmetrisch um ein Wasserbecken angelegt. Neben schattenspendenden Pflanzen spielen Blüh- und Duftpflanzen wie Rosen, Jasmin und Zitrusbäume eine wichtige Rolle, in dem sie für einen angenehmen Duft sorgen. Da sich alle Innenräume des Hauses zu diesem Garten öffnen, versorgt er sie mit Licht und frischer Luft. Als zentraler Raum hat er gesellschaftliche Funktionen als Treffpunkt der Familie und als Empfangsraum für Gäste und verschiedenste Feierlichkeiten.

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Pocket Park

Eine Art Walled Garden sind auch Pocket Parks, übersetzbar als Hosentaschen- oder Westentaschengarten. Diese kleinen bis winzigen urbanen Gärten befinden sich beispielsweise in Baulücken, auf Verkehrsinseln, an Seitenstreifen oder auf sonstigen Restflächen. Zusammen mit dem Prinzip des Guerilla Gardening entwickelten sich Pocket Parks als grüne Interventionen vor allem in Metropolen wie New York. Allein in New York sind bisher – je nach Definition und Zählweise – etwa 140 bis 500 Pocket Parks entstanden.

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Die zuvor brachliegenden Flächen werden von engagierten Nachbarschaftsinitiativen, unterschiedlich organisierten Gruppen sowie Firmen als Mäzenen in Eigenregie, mit amtlicher Unterstützung oder im Sinne von Privately Owned Public Spaces (POPS) zu gemeinschaftlichen Gärten gewandelt. Die Gärten selbst können dabei sehr individuell gestaltet sein mit unterschiedlichen Konzepten und Ideen, von professionellen Landschaftsarchitekt*innen und Gärtner*innen bis zu DIY-Selbstbau. Als Schutz vor Vandalismus, Missbrauch und diversen Straftaten sowie auch zur regelmäßigen Pflege und Instandhaltung sind sie meist von hohen Zäunen umgeben. Schwarze Bretter an den Eingangstoren informieren über Öffnungszeiten und gemeinschaftliche Aktivitäten. -sj

Hinweis: Dieser Beitrag entstand bei der Erläuterung arabischer Innenhof-Gärten mit der Expertise von Hamdan Abo Assaf an der BHT Berlin.

Fachwissen zum Thema

Die Zahl der Fluginsekten ist in Deutschland seit 1989 um mindestens 75 Prozent zurückgegangen.

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Fruchtbare Wasserstelle in der Wüste, die geologisch wie ökologisch aus der Versorgung mit Süßwasser resultiert und seit Jahrtausenden als wichtiger Knotenpunkt dient.

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Vom „Paradiesgärtlein“ des 17. Jahrhunderts bis zu Urban Gardening: Schulgärten sind seit der Antike Orte des Lernens und verbinden Natur, Wissenschaft und Kreativität für Artenvielfalt und Klimaschutz.

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Hortus conclususneu

Hortus conclusus ist ein lateinischer Ausdruck und bedeutet übersetzt geschlossener oder vielmehr verschlossener Garten. Trotz der wörtlichen Übersetzung handelt es sich nicht um einen physischen Garten sondern um ein religiöses Symbol.

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Der japanische Begriff Shakkei bedeutet „geliehener Blick“ oder „geborgte Szenerie“ und beschreibt ein Prinzip der Gartengestaltung, das die Umgebung miteinbezieht.

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