Unsichtbare Barrieren in englischen Landschaftsparks des 18. Jahrhunderts
Ein Ha-ha ist eine kaum sichtbare Barriere, die durch ihre
Absenkung die optische Illusion einer ununterbrochenen Fläche
schafft. Damit unterscheidet sie sich grundlegend von Zäunen,
Gittern, Hecken und ähnlichen Absperrungen.
Galerie
Ha-ha in der Parklandschaft des Herrenhauses Berrington Hall, Herfordshire
Bild: The National Trust Images/John Millar
01|05
Ha-ha mit Blick auf das Herrenhaus von Claydon, Buckinghamshire
Bild: The National Trust Images/Hugh Motherson
02|05
Im Querschnitt ist ein Ha-ha ein asymmetrischer Trockengraben, der auf einer Seite durch eine abgesenkte Mauer und auf der anderen Seite aus einer begrünten Böschung gebildet wird.
Bild: Prinzipskizze Susanne Junker
03|05
„Die Schönheit dieses Gartens wird noch steigert, weil er nicht von Mauern, sondern von einem Ha-ha begrenzt wird, der den Blick auf die wunderschöne waldige Landschaft zulässt und dich um unklaren lässt, wie weit sich die Wege noch erstrecken.“
Bild: Landschaftspark Stowe/Buckinghamshire, CCO Daderot, 2016, via Wikimedia Commons
04|05
Porträt Lancelot Capability Brown
Bild: Gemälde von Nathaniel Dance, etwa 1773, NPG 6049, National Portrait Gallery London
05|05
Lautmalerischer Ursprung
Der ungewöhnliche Name „Ha-ha“ ist lautmalerisch. Ähnlich wie
„Oha!“, „Aaaah“ oder „Aha!“, spiegelt er den überraschten Ausruf
wider, den eine spazieren gehende Person macht, wenn sie die zuvor
unsichtbare Barriere plötzlich entdeckt – und zwar in dem Moment,
wenn sie direkt an der Mauerkante steht.
Galerie
Ha-ha in der Parklandschaft des Herrenhauses Berrington Hall, Herfordshire
Bild: The National Trust Images/John Millar
01|05
Ha-ha mit Blick auf das Herrenhaus von Claydon, Buckinghamshire
Bild: The National Trust Images/Hugh Motherson
02|05
Im Querschnitt ist ein Ha-ha ein asymmetrischer Trockengraben, der auf einer Seite durch eine abgesenkte Mauer und auf der anderen Seite aus einer begrünten Böschung gebildet wird.
Bild: Prinzipskizze Susanne Junker
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„Die Schönheit dieses Gartens wird noch steigert, weil er nicht von Mauern, sondern von einem Ha-ha begrenzt wird, der den Blick auf die wunderschöne waldige Landschaft zulässt und dich um unklaren lässt, wie weit sich die Wege noch erstrecken.“
Bild: Landschaftspark Stowe/Buckinghamshire, CCO Daderot, 2016, via Wikimedia Commons
04|05
Porträt Lancelot Capability Brown
Bild: Gemälde von Nathaniel Dance, etwa 1773, NPG 6049, National Portrait Gallery London
05|05
Prinzip des Wolfsprungs
Im Querschnitt ist ein Ha-ha ein asymmetrischer Trockengraben.
Auf der zu schützenden Seite steht eine abgesenkte Mauer,
vergleichbar mit einer Spundwand, während die zugängliche
Seite aus einer begrünten und meist sanft ansteigenden
Böschung besteht. Die Ursprünge stammen aus Frankreich,
wo der saut de loup (Wolfssprung) breite Gräben
als Sperre nutzte. Diese Gräben waren im besten Fall zu breit und
zu hoch, dass Wölfe sie nicht überspringen konnten, um Schafe zu
reißen. Was für einen Wolf unüberwindbar war, hielt auch Schafe,
Rinder, Rehe und Hirsche zurück. Das Ha-ha erweitert dieses Prinzip
um eine optische Täuschung: Die Asymmetrie kaschiert
den Graben.
Galerie
Ha-ha in der Parklandschaft des Herrenhauses Berrington Hall, Herfordshire
Bild: The National Trust Images/John Millar
01|05
Ha-ha mit Blick auf das Herrenhaus von Claydon, Buckinghamshire
Bild: The National Trust Images/Hugh Motherson
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Im Querschnitt ist ein Ha-ha ein asymmetrischer Trockengraben, der auf einer Seite durch eine abgesenkte Mauer und auf der anderen Seite aus einer begrünten Böschung gebildet wird.
Bild: Prinzipskizze Susanne Junker
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„Die Schönheit dieses Gartens wird noch steigert, weil er nicht von Mauern, sondern von einem Ha-ha begrenzt wird, der den Blick auf die wunderschöne waldige Landschaft zulässt und dich um unklaren lässt, wie weit sich die Wege noch erstrecken.“
Bild: Landschaftspark Stowe/Buckinghamshire, CCO Daderot, 2016, via Wikimedia Commons
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Porträt Lancelot Capability Brown
Bild: Gemälde von Nathaniel Dance, etwa 1773, NPG 6049, National Portrait Gallery London
05|05
Die Mauer besteht normalerweise aus Feld- oder Ziegelsteinen und
ist ein bis drei Meter hoch. Wenn Moos oder Pflanzen die Fugen und
den oberen Rand der Mauer begrünen, wird die Barriere nahezu
unsichtbar. Doch dieser Vorteil birgt zugleich einen großen
Nachteil: Ha-has sind nicht barrierefrei.
Landschaftsparks des 18. Jahrhunderts
Ha-has sind typische Elemente englischer Landschaftsparks und
-gärten des 18. Jahrhunderts. In den weitläufigen Ländereien
englischer Schlösser und Herrenhäuser wurden Hirsche, Rehe, Rinder
und Schafe freilaufend gehalten. Schafe dienten dabei als
natürliche Rasenmäher. Um die Tiere von den repräsentativen
Rasenflächen und Blumenbeeten vor den Herrschaftshäusern
fernzuhalten, ohne diese einzuzäunen, boten Ha-has eine elegante
Lösung.
Die Landschaftsgärten jener Zeit inszenierten scheinbar
natürliche, ausbalancierte Ausblicke mit weiter Perspektive. Sie
sollten Geist und Seele in Einklang mit der Natur bringen, um Ruhe
und Gelassenheit zu finden. Ha-has finden sich nicht nur in
England, sondern auch in den Parks einiger Anwesen des britischen
Commenwealth und in Deutschland, beispielsweise in den
Schlossparks von Nymphenburg, Pillnitz und Benrath.
Galerie
Ha-ha in der Parklandschaft des Herrenhauses Berrington Hall, Herfordshire
Bild: The National Trust Images/John Millar
01|05
Ha-ha mit Blick auf das Herrenhaus von Claydon, Buckinghamshire
Bild: The National Trust Images/Hugh Motherson
02|05
Im Querschnitt ist ein Ha-ha ein asymmetrischer Trockengraben, der auf einer Seite durch eine abgesenkte Mauer und auf der anderen Seite aus einer begrünten Böschung gebildet wird.
Bild: Prinzipskizze Susanne Junker
03|05
„Die Schönheit dieses Gartens wird noch steigert, weil er nicht von Mauern, sondern von einem Ha-ha begrenzt wird, der den Blick auf die wunderschöne waldige Landschaft zulässt und dich um unklaren lässt, wie weit sich die Wege noch erstrecken.“
Bild: Landschaftspark Stowe/Buckinghamshire, CCO Daderot, 2016, via Wikimedia Commons
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Porträt Lancelot Capability Brown
Bild: Gemälde von Nathaniel Dance, etwa 1773, NPG 6049, National Portrait Gallery London
05|05
Capability Brown und die Verbreitung des Ha-ha
Lancelot „Capability“ Brown (1716-1783), einer der berühmtesten
englischen Landschaftsarchitekten, gestaltete Anfang des 18.
Jahrhunderts für die hochadlige Familie Temple den
barocken Garten ihres Landsitzes Stowe in Buckinghamshire zu
einem Landschaftspark mit mehreren Ha-has. John Perceval, Earl
of Egmont, schrieb 1724 nach einem Besuch in Stowe begeistert:
„Die Schönheit dieses Gartens wird noch steigert, weil er
nicht von Mauern, sondern von einem Ha-ha begrenzt wird, der den
Blick auf die wunderschöne waldige Landschaft zulässt und dich um
unklaren lässt, wie weit sich die Wege noch erstrecken.“
(zitiert nach National Trust, Übersetzung SJ)
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Ha-ha in der Parklandschaft des Herrenhauses Berrington Hall, Herfordshire
Bild: The National Trust Images/John Millar
01|05
Ha-ha mit Blick auf das Herrenhaus von Claydon, Buckinghamshire
Bild: The National Trust Images/Hugh Motherson
02|05
Im Querschnitt ist ein Ha-ha ein asymmetrischer Trockengraben, der auf einer Seite durch eine abgesenkte Mauer und auf der anderen Seite aus einer begrünten Böschung gebildet wird.
Bild: Prinzipskizze Susanne Junker
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„Die Schönheit dieses Gartens wird noch steigert, weil er nicht von Mauern, sondern von einem Ha-ha begrenzt wird, der den Blick auf die wunderschöne waldige Landschaft zulässt und dich um unklaren lässt, wie weit sich die Wege noch erstrecken.“
Bild: Landschaftspark Stowe/Buckinghamshire, CCO Daderot, 2016, via Wikimedia Commons
04|05
Porträt Lancelot Capability Brown
Bild: Gemälde von Nathaniel Dance, etwa 1773, NPG 6049, National Portrait Gallery London
05|05
In der Folge wurden Ha-has in zahlreichen Landschaftsparks und
-gärten populär, etwa in Claydon (Buckinghamshire) und Berrington
(Herefordshire). Beide Anwesen werden heute vom National
Trust verwaltet und sind öffentlich zugänglich. Claydon diente
als Kulisse für die 2020er-Verfilmung von „Cinderella“ sowie Serien
wie „Bridgerton“ und „Downton Abbey“. Berrington Hall, ein
Herrenhaus in einem ebenfalls von Capability Brown gestalteten
Landschaftspark, ist ein weiteres Beispiel.
Hinweis: Der National Trust
Der National Trust for Places of Historic Interest
or Natural Beauty ist eine gemeinnützige Organisation für
Denkmal-, Kultur- und Naturschutz. König Charles III. ist ihr
Präsident. Finanziert durch Mitgliedsbeiträge der mehr als 5
Millionen Mitglieder, Eintrittsgelder und Spenden, schützt der
Trust über 500 Anwesen, Gärten und Parks in England, Wales und
Nordirland, um sie vor dem Verfall zu schützen und als kulturelles
Erbe zu bewahren.
Autorin: Prof. Dr.-Ing. Susanne Junker, Berlin
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Ha-ha
Ha-ha in der Parklandschaft des Herrenhauses Berrington Hall, Herfordshire
Bild: The National Trust Images/John Millar
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