Korrosionsschutz an Metalldachdeckungen

Für eine längere Lebensdauer der Bleche

Als Korrosion wird allgemein die Reaktion eines Metalls auf seine Umgebung bezeichnet. Sie verändert dieses messbar und kann zu Beeinträchtigungen der Funktion des jeweiligen Bauteils führen. Der Begriff wird aber auch in anderen Bereichen verwendet, z.B. in der Geologie oder der Medizin. Bei Eisen führen feuchte Luft und sauerstoffhaltiges Wasser zu Korrosion durch die Bildung eines lockeren Überzugs aus Eisenhydroxid (Fe[OH3]. Dieser wird auch Rost genannt. Gusseisen und hochlegierte Stähle rosten nicht so schnell wie reinere Eisensorten.

Gallerie

Kommen verschiedene Metalle miteinander in Kontakt, kann es zu Kontaktkorrosion kommen. Hier spricht man von der galvanischen Korrosion. Da jedes Metall ein anderes Potential hat (die Fähigkeit, Elektronen abzugeben), kommt es zu einem Potentialgefälle und so zu einer Veränderung der Oberfläche. Das Zerfressen geschieht nach der Stellung der Metalle in der Galvanischen Spannungsreihe: Je weiter sie in dieser Reihe auseinanderstehen, desto schneller und aggressiver geht der Prozess voran. Nach der Galvanischen Spannungsreihe können Metalle in edle und unedle Metalle eingeteilt werden. Die sogenannten Edelmetalle neigen aufgrund ihres elektrochemischen Verhaltens weniger zur Korrosion.

Das Ausmaß der Korrosion hängt zusätzlich vom Flächenverhältnis ab. Wird eine große edle Metallfläche mit einer kleinen unedlen zusammengebracht, dann wird die Korrosion bei dieser gravierend sein, umgekehrt zeigt sich die Korrosion weniger deutlich. Nachfolgend Beispiele einer Spannungsreihe (in Volt, bezogen auf eine definierte Lösung. Legierungen und andere Messlösungen verändern die Werte):

  • Aluminium: - 1,66 V
  • Zink: - 0,76 V
  • Chrom: - 0,74 V
  • Eisen: - 0,41 V
  • Nickel: - 0,23 V
  • Zinn: - 0,14 V
  • Blei: - 0,13 V
  • Kupfer: + 0,34 V
  • Silber: + 0,80 V
  • Gold: + 1,50 V

Verbindungsmittel sind also immer edler und beständiger zu wählen als das zu befestigende Blech. Befestigungen, die der Witterung ausgesetzt sind, müssen korrosionsgeschützt sein. Bei dauernder Luftfeuchte über 85% ist eine Feuerverzinkung gefordert (min. 55 μm Zinkauflage), dem Wetter ausgesetzte Befestigungen müssen nach DIN 55634 Beschichtungsstoffe und Überzüge - Korrosionsschutz von tragenden dünnwandigen Bauteilen aus Stahl aus nichtrostendem Stahl bestehen. Schrauben und Nägel im konstruktiven Holzbau müssen nicht korrosionsgeschützt sein, wenn der Einbau in allseitig geschlossenen und beheizten Räumen geschieht (Nutzungsklasse 1) und bei überdachten offenen Bauten. Dies gilt auch für Nägel in Dachlatten und Dachschalung. Korrosionsschutz kann z.B. erreicht werden durch:

  • Verkupferung (bautechnisch schlechter Korrosionsschutz)
  • Plattieren durch Aufwalzen von NE-Metallblechen oder -folien
  • Spritzüberzüge
  • Rostschutzanstriche
  • Schutzbeschichtungen nach DIN EN ISO 12944 Beschichtungsstoffe - Korrosionsschutz von Stahlbauten durch Beschichtungssysteme
Folgende Korrosionsschutzklassen werden unterschieden:
  • Korrosionsschutzklasse I:
    Landatmosphäre; Einbau innen oder außen leicht zugänglich
  • Korrosionsschutzklasse II:
    Landatmosphäre; Einbau innen nicht zugänglich; Stadtatmosphäre; Einbau innen oder außen leicht zugänglich
  • Korrosionsschutzklasse III:
    Alle übrigen Beanspruchungen sowie Sonderbeanspruchungen (chemische Beanspruchung).
Bei Metalldeckungen des Daches wird direkt unter den Scharen zusätzlich eine Trennlage mit Drainagewirkung eingebaut, um ein Korrodieren von der Rückseite durch Tauwasser oder kleinere Undichtigkeiten zu vermeiden.

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