Restaurant in der Martini-Kirche in Bielefeld

Kombination von Fußbodenheizung und Lüftungsanlage

In die Bielefelder Martini-Kirche, dort wo sich einst Gläubige zum Gebet trafen, kommen die Besucher heute zum Speisen. Die zu einem Restaurant umgebaute Kirche wurde zwischen 1896 bis 1897 nach Plänen der Architekten Karl Siebold und Friedrich Gräbner im neugotischen Stil errichtet. Aus statischen Gründen wurde in den 1980er Jahren der ursprünglich 43 m hohe Kirchturm bis auf eine Höhe von 18 m zurück gebaut. Im Jahr 2002 wurde das historische Kirchenschiff wieder in den alten Zustand versetzt und umfassend saniert. Dabei wurde eine eingezogene Zwischendecke entfernt und das abgemauerte Seitenschiff neu angebunden. Infolgedessen öffnet sich das Erd- und Obergeschoss des Seitenschiffs wieder zum Hauptschiff.

Gallerie

Der Umbau des Sakralbaus zu einem Restaurant mit dem Namen Glückundseligkeit erfolgte ab 2004 nach einer behutsamen Kernsanierung durch Brunsarchitekten aus Bielefeld. So bildet z.B. die Ausfachung der Spitzbögen mit Glaselementen eine fast unsichtbare Abtrennung des kleinen Saales auf der Empore zum Kirchenschiff. Die hölzerne Orgelempore wurde durch eine Stahlbetonkonstruktion ersetzt, auf der – von unten nicht einsehbar – eine Bar integriert ist. Sie steht im Kontrast zu den mit Farbe und Licht herausgearbeiteten Elementen der Neugotik und dem offenen Holzsprengwerk des Dachstuhls. Alt und Neu erzeugen einen Raumeindruck, der dem historischen Original recht nahe kommt.

Das Restaurant verfügt über 318 Sitzplätze; im Biergarten finden noch einmal 350 Personen Platz.

Gebäudetechnik
Innerhalb der Dachheizzentrale wurde eine witterungsgeführte Gasbrennwert-Kaskade errichtet, die aus zwei modularen Gas-Brennwert-Wärmeerzeugern besteht. In jedem Wärmeerzeuger sind sieben eigenständige Brenner-/Gebläse-Wärmeübertragermodule integriert. Diese Lösung stellt je nach Anforderung in modulierende Betriebsweise eine Leistung zwischen 16,7 bis 300 kW bereit. Darüber hinaus führt sie zu einer erhöhten Betriebssicherheit bei Störung bzw. Ausfall eines Moduls oder im Fall von Wartungsarbeiten.

Um im gesamten Kirchenschiff eine flächige, gleichermaßen angenehme Wärmeverteilung zu schaffen, entschieden sich die Planer für die Kombination aus einer Fußbodenheizung und einer leistungsgerechten Lüftungsanlage. Über Düsen, die im Eingangsbereich oberhalb einer Empore angeordnet wurden, wird in 10 m Höhe aufbereitete Frischluft längsseits durch das gesamte Kirchenschiff bis in die Apsis geblasen. Zusätzlich werden auftretende Temperaturschwankungen durch die im Fußbodenbereich des Hauptschiffes integrierten 18 individuell in Zonen regelbare Heizkreise mit maximal 1°C pro Stunde ausgeglichen.

Die energiesparende Betriebsweise der Wärmerückgewinnung in der Lüftungsanlage wird zusätzlich durch den regelungstechnisch an den tatsächlichen Bedarf angepassten Betrieb der RLT-Anlage und der Heizung optimiert.

Bautafel

Architekten: Karl Siebold und Friedrich Gräbner, Bielefeld (1897); Brunsarchitekten, Bielefeld (Sanierung und Umbau 2005)
Projektbeteiligte: Achim Fiolka, Werther (Idee und Konzeption); Figge Ingenieure, Bielefeld (Statik); Dieter Anders, Bielefeld (Planung TGA); Fritz Michel Gas Wasser Licht, Bielefeld (Ausführung TGA); Kissing, Gütersloh (Klimaanlagen); Vaillant, Remscheid (Heizung); Ronald Althoff, Hiddenhausen (Kältetechnik); Elektro Becker, Oerlinghausen (Elektrotechnik)
Bauherr: Living Event, Werther
Fertigstellung: 1887; 2005 (Sanierung und Umbau)
Standort: Artur-Ladebeck-Straße 57, Bielefeld
Bildnachweis: Brunsarchitekten, Bielefeld; Glückundseligkeit, Bielefeld

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