Flachdächer nach EnEV 2014

Neubau und Sanierung

Gallerie

Seit dem 1. Januar 2016 sind die strengeren Neubauanforderungen gemäß der geltenden Energieeinsparverordnung vom Mai 2014 wirksam. Für Neubauten haben sich die Vorgaben bezogen auf den erlaubten Jahres-Primärenergiebedarf um durchschnittlich 25 Prozent erhöht, und bezogen auf den Wert für die Mindestwärmedämmung der Gebäudehülle um durchschnittlich 20 Prozent.

Im Folgenden sind wesentliche Änderungen der Verordnung aufgeführt:

  • Ab dem Jahr 2021 müssen nach europäischen Vorgaben alle Neubauten im Niedrigstenergie-Gebäudestandard errichtet werden. Für Neubauten bestimmter Behördengebäude gilt dies bereits ab 2019.
  • Bei der Sanierung bestehender Gebäude wurde keine Verschärfung gefordert, da die Anforderungen bei der Modernisierung der Außenbauteile bereits anspruchsvoll waren.
  • Die Pflicht zum Austausch alter Heizkessel wurde erweitert. Herkömmliche Heizungen, sofern sie keine Niedertemperatur- oder Brennwertgeräte sind, müssen nach maximal 30 Jahren erneuert werden. Von der Pflicht sind selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser ausgenommen. Hier gilt die bestehende Regelung fort, nach der Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die am 1. Februar 2002 in diesen Häusern mindestens eine Wohnung selbst genutzt haben, von der Austauschpflicht ausgenommen sind. Im Falle eines Eigentümerwechsels ist die Pflicht vom neuen Eigentümer innerhalb von zwei Jahren zu erfüllen.
  • In Immobilienanzeigen bei Verkauf und Vermietung müssen die energetischen Kennwerte angegeben werden. Dazu wurden die Energieeffizienzklassen von A+ bis H eingeführt, welche im Energieausweis in einem Bandtacho mit Marker dargestellt sind.
  • Zum Zeitpunkt der Besichtigung des Kauf- oder Mietobjekts muss dem Interessenten ein Energieausweis vorgelegt werden. Dem Käufer oder neuen Mieter muss darüber hinaus der Energieausweis im Original oder als Kopie ausgehändigt werden.
  • Es wurde die Pflicht eingeführt, einen Energieausweis in Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr zum Beispiel Kaufhäusern, Hotels oder Banken auszuhängen.
  • Die bestehende Pflicht bei öffentlichen Gebäuden zum Aushang von Energieausweisen wurde auf kleinere Gebäude erweitert. Anfangs lag die Anforderung nur auf behördlich genutzten Gebäuden mit mehr als 500 qm Nutzfläche, nun liegt die Grenze bei 250 qm Nutzfläche.
  • Der Vollzug der EnEV wurde gestärkt durch die Einführung unabhängiger Stichproben durch die Länder für Energieausweise.

Wegen der aktuellen Herausforderung zur Unterbringung von Flüchtlingen haben Bund und Länder ein Maßnahmenpaket beschlossen, um bestehende Hemmnisse zu beseitigen. Dabei wurden Änderungen und Ergänzungen der EnEV vorgenommen, welche die Unterbringung von Flüchtlingen in zu errichtenden, provisorischen Gebäuden sowie die Umrüstung bestehender Gebäude in Aufnahmeeinrichtungen vereinfachen und beschleunigen. Die Verordnung dazu ist im Oktober 2015 in Kraft getreten und gilt bis Ende 2018. Als Ergänzung der bestehenden EnEV 2014 wurde der Paragraph 25a eingeführt. Hier werden Containerbauten mit einer maximalen Standzeit von fünf Jahren von den Vorgaben der EnEV freigestellt. Für bestehende Gebäude, die der Flüchtlingsunterbringung dienen, gibt es Erleichterungen bei den Dämmpflichten.

Neubau

Der Jahres-Primärenergiebedarf für Wohnungsneubauten darf den max. zulässigen Jahres-Primärbedarf des Referenzgebäudes nicht überschreiten. Dabei entspricht das Referenzgebäude in Geometrie, Gebäudenutzung und Ausrichtung dem Neubau, die Ausführung erfolgt auf Grundlage der in Anlage 1, Tab. 1 der EnEV angegebenen technischen Referenzausführung. Weiterhin darf der spezifische Transmissionswärmeverlust den maximal zulässigen Wert nach Anlage 1, Tab. 2 nicht überschreiten. Ferner ist der sommerliche Wärmeschutz nach Anlage 1, Nr. 3 einzuhalten.

Der Nachweis bei Nichtwohngebäuden erfolgt analog des Nachweises der Wohngebäude. Die Referenzausführung entspricht jedoch der Anlage 2, Tab. 1, der zulässige spezifische Transmissionswärmeverlust ist Anlage 2, Tab. 2, und die Vorgaben zum sommerlichen Wärmeschutz sind Anlage 2, Nr. 4 zu entnehmen.

Erweiterung eines bestehenden Gebäudes

Wenn ein bestehendes Gebäude um beheizte oder gekühlte Räume erweitert oder ausgebaut wird, für die kein Wärmeerzeuger eingebaut wird, kann das vereinfachte Bauteilverfahren angewendet werden. Bei diesem Verfahren ist nachzuweisen, dass die Wärmedurchgangskoeffizienten der betroffenen Flächen die für solche Außenbauteile in Anlage 3 der EnEV festgelegten Höchstwerte nicht überschreiten. Ist die hinzukommende zusammenhängende Nutzfläche größer als 50 qm, ist zusätzlich der sommerliche Wärmeschutz einzuhalten. Wird bei einem Ausbau oder der Erweiterung eines bestehenden Gebäudes um beheizte oder gekühlte Räume ein neuer Wärmeerzeuger eingebaut, so ist der neue Gebäudeteil wie ein Neubau nach dem oben beschriebenen Referenzgebäudeverfahren nachzuweisen.

Anforderungen an Flachdächer

Für das Flachdach ist ein maximal zulässiger U-Wert von 0,20 W/m²K bei Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden mit einer Innentemperatur von mind. 19°C, sowie von 0,35 W/m²K bei Nichtwohngebäuden mit einer Innentemperatur von 12 bis 19°C einzuhalten.

Werden bei der Flachdacherneuerung Gefälledächer durch keilförmige Anordnung einer Dämmschicht aufgebaut, so ist der Wärmedurchgangskoeffizient nach DIN EN ISO 6946: Bauteile – Wärmedurchlasswiderstand und Wärmedurchgangskoeffizient – Berechnungsverfahren, Anhang C zu ermitteln. Der Bemessungswert des Wärmedurchgangswiderstands am tiefsten Punkt der neuen Dämmschicht muss den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2: Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden gewährleisten.

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