Dränsysteme unter Balkon- und Terrassenbelägen

Gründächer können einen Großteil des Regenwassers aufnehmen und anschließend nach und nach an das Entwässerungssystem abgeben. Bei Nutzbelägen auf Balkonen, Loggien und Terrassen ist das anders: der größte Teil des Oberflächenwassers fällt unmittelbar und unvermindert an. Die Entwässerung erfolgt daher in zwei Ebenen: an der Oberfläche und in der Dränageebene.

Gallerie

Dränschichten können aus profilierten Kunststoffplatten, Schaumstoff-Dränagematten oder Einkornleichtbeton bestehen. Die Dränage liegt über einer Trennlage als Gleitschicht (doppellagige Kunststoffolie) auf der Abdichtung, die das Sickerwasser möglichst schnell zu den Entwässerungsabläufen oder Tropfkanten ableiten soll. Dafür ist ein Gefälle von mindestens 1 bis 2 % erforderlich. Die Stöße der Dichtungsbahnen sollten parallel zur Hauptfließrichtung verlaufen, an Übergängen zu Abläufen dürfen keine Erhöhungen auftreten. Industriell gefertigte Dränagen für Balkone und Terrassen haben ein wesentlich besseres Wasserableitvermögen als Kies- oder Splittschichten.

Insbesondere bei niedrigen Türschwellen und im Bereich des barrierefreien Bauens kommt es auf eine dauerhaft rückstaufreie Entwässerung an. Hier kann die laut Flachdachrichtlinien geforderte Anschlusshöhe der wasserführenden Schicht von 15 cm über der Nutzschicht nicht eingehalten werden. Deshalb werden zwischen Türanschluss und Bodenbelag 10 bis 15 cm breite Gitterroste eingebaut, die zusätzliche Mengen an Fassaden- und Oberflächenwasser in die Dränschicht einleiten.

Kleine Balkonflächen, die nicht in mehreren Geschossen übereinander angeordnet sind, dürfen ohne Anschluss an ein Entwässerungssystem mit Abtropfkanten ausgeführt werden. Sonstige Balkone oder Loggien müssen über eigene Fallrohre entwässert werden (nach DIN 1986); bei geschlossenen Brüstungen sind Notüberläufe mit einer lichten Weite von mindestens 40 mm erforderlich.

Eine Entwässerung der Bodenflächen auf Loggien und Balkonen über vorgehängte Rinnen ist recht anfällig und aufwendig. Sinnvoller ist eine Innenentwässerung der Bodenfläche über ein spezielles Ablaufsystem. Abläufe müssen von Rändern und Wandanschlüssen einen Abstand von mind. 30 cm aufweisen. Die Ausführung der Oberflächen bei einzelnen Abläufen ist aufgrund des notwendigen Gefälles schwierig, einfacher ist eine Gestaltung mit durchgehenden Ablaufrinnen.

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