Pavilion in the Oaks
Natur im Haus
Wenn Familien wachsen und mehrere Generationen zusammenziehen, wird ein Einfamilienhaus oft zu klein. So erging es auch einer Familie in Kalifornien, die sich zusätzliche Räume für Feste, Treffen mit Freunden sowie Rückzugsorte für Meditation, Fitness, Sauna und Yoga wünschte. Sie wandte sich an den Architekten Caspar Mork-Ulnes, der bereits ähnliche Projekte umgesetzt hatte (siehe: Gästehaus in Marin County). Statt eines klassischen Anbaus entwarf er einen freistehenden, flexibel nutzbaren Pavillon, der Innen- und Außenraum verbindet und die Natur einbezieht.
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Eichen und Redwood-Bäume
Die Familie wohnt in Monte Sereno, einer ruhigen Pendlerstadt nahe dem Silicon Valley in Kalifornien. Steile Hänge und dichte Wälder der Santa-Cruz-Gebirgskette prägen die Landschaft. Auf dem Grundstück wachsen Eichen und Redwoods, eine Art kalifornische Mammutbäume, die nicht für die Baumaßnahme gefällt werden sollten.
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Konstruktion und Flächen
Um die Eingriffe in die Topografie und die Vegetation zu minimieren, entwarfen Mork-Ulnes Architects den Pavillon als filigranes Stahl-Holz-Skelett. Stützen gleichen das Gefälle des Hangs aus und tragen eine Ebene, die sich behutsam zwischen die Bäume einfügt. Die Innenraumfläche beträgt 60 Quadratmeter, wird aber durch umlaufende Terrassen und Stege um 147 Quadratmeter erweitert. Die Stege verlaufen zwischen den Bäumen, während die Terrassen kreisförmige Aussparungen für die Baumstämme aufweisen.
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Schiebetüren, Oberlichter, Licht, Luft und Schatten
Der rechteckige Innenraum umschließt einen Kern mit Sauna, Bad und seitlicher Teeküche. Er lässt sich multifunktional nutzen: für Dinner, Spiele- und Filmabende, für Yoga-Übungen oder den Blick in die Natur. Die Außenwände bestehen bis auf tragwerks- und haustechnisch notwendige Sandwichpaneele aus raumhohen Schiebetüren aus Glas. Sie schaffen schwellenlose Übergänge und lassen Innen und Außen optisch, akustisch und olfaktorisch verschmelzen. Hauchfeine Insektenschutz-Screens halten Mücken, Ameisen, Spinnen und Skorpione fern.
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Neun Oberlichter im Dach lassen zusätzliches Licht herein und geben den Blick auf Baumkronen und Himmel frei. Die streng rhythmisch angeordneten Holzbalken der Decke erinnern an skandinavische und japanische Architektur. Sie filtern das Tageslicht und spenden zusammen mit dem Blätterdach der Bäume Schatten. Mork-Ulnes betont, dass Licht, Luft und Landschaft durch das konstruktiv leichte Gebäude hindurchfließen sollen.
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Material und Farbe
Decke und Böden sowie die Wände und Türen des Funktionskerns bestehen aus Zedernholz, das mit der Zeit eine silbergraue Patina entwickelt. Dunkel anthrazitfarbene Stahlprofile und Badarmaturen setzen Akzente. Ansonsten dominiert die Natur mit ihren jahreszeitlich wechselnden Farben. Photovoltaik-Module mit Speicherbatterien versorgen den Pavillon mit Energie. -sj
Bautafel
Architektur: Mork-Ulnes Architects, San Francisco und Oslo
Projektbeteiligte: Caspar Mork-Ulnes, Robert Scott, Alex Still (Projektteam); Hummel Custom Construction (Bauausführung); Daedalus Engineering (Tragswerksplanung); Lea & Braze Engineering (Haustechnik); Urban Tree Management (Landschaftsplanung/Baumspezialisten); Romig Engineers (Geotechnik); Monterey Energy Group (Energieberatung)
Bauherr*in: privat
Standort: Monte Sereno, Santa Clara County, Kalifornien
Fertigstellung: 2025
Bildnachweis: Joe Fletcher, Oakland über The Architecture Curator, Florenz
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