Die Kraft der zwei Flügel

Demonstrator FlectoLine der Universität Stuttgart

Adaptive Sonnenschutzsysteme sind meist mechanisch komplex und ihre Geometrie ist eher starr. Davon ausgehend werden im internationalen Forschungsprojekt Flectuation Materialien und Mechanismen entwickelt, die sich elastisch verformen. Das Ergebnis, FlectoLine, ist ein modulares Verschattungssystem, dessen Bauteile durch eine digital gesteuerte Pneumatik auf Umwelteinflüsse reagieren. Ein Demonstrator wurde 2024 an einem Gewächshaus im Botanischen Garten der Universität Freiburg installiert. 

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Grundlage der Entwicklung sind mehr als zehn Jahre Forschung des Instituts für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen (ITKE) und des Instituts für Textil- und Fasertechnologien (ITFT) an der Universität Stuttgart. Während frühere Demonstratoren auf Innenraumtests beschränkt blieben, wurde mit FlectoLine nun erstmals eine voll funktionsfähige, adaptive Fassade für den Außenraum realisiert. Der Demonstrator bedeckt eine Fassadenfläche von 83,5 m2 und besteht aus 101 identischen, versetzt angeordneten flügelartigen Modulen, die auf einer gerüstartigen Unterkonstruktion montiert sind.

Während die meisten Module weiß sind, sind einige mit Photovoltaikzellen ausgestattet. An der langen Seite zusammengeklemmt, sind die trapezförmigen Flügel mit einer flexiblen, schanierlosen Gelenkzone ausgestattet. Vollständig aufgeschlagen (Biegewinkel von 90°) ergibt sich somit eine Sechseckform. Durch die versetzte Anordnung der Modulreihen wird die dahinterliegende Glasfläche komplett verschattet. Bewegen sich die Flügel aufeinander zu, geben sie immer mehr der Glasfläche frei. Im geschlossenen Zustand wirkt das Flügelpaar wie ein trapezförmiges Schwert.

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Steuerung: pneumatisch und digital

Es handelt sich um Verbundplatten, die aus zwei Schichten eines thermoplastischen, glasfaserverstärkten Kunststoffs mit unterschiedlichen Dichten bestehen. An der langen Seite der trapezförmigen Platte ist ein längliches Kissen integriert, das später in der Falz des Flügelpaars liegt und hier als pneumatischer Aktuator wirkt. Dehnt sich das Kissen unter Druck aus, wird das Flügelpaar aufgeschlagen. Erleichtert wird dies dadurch, dass die Platten im Bereich oberhalb des Kissens flexibler sind als unterhalb.

Gerade einmal 0,3 bis 1,5 bar reichen aus, um einen Öffnungswinkel von 180° zu erreichen. Durch die in der Gelenkzone gespeicherte elastische Energie kehrt das Modul automatisch in seine Ausgangsposition zurück, sobald der Druck abgelassen wird. Sensoren messen die Wärme- und Lichtverhältnisse im Innen- und Außenraum sowie die Windstärke und liefern ihre Daten an einen digitalen Zwilling der Anlage. Ein Steuerungsalgorithmus optimiert daraufhin Helligkeit, Blendungsminimierung und Wärmeregulierung und maximiert zugleich die Energieerzeugung über die PV-Zellen.

Forschung: Institut für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen (ITKE) und Institut für Textil- und Fasertechnologien (ITFT), Universität Stuttgart

Fachwissen zum Thema

Vorgespannte Kissen aus ETFE-Folie umhüllen die Allianz Arena in München. Architekten: Herzog & de Meuron, Basel

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Materialien

Kunststoffe

Für Fassadenbekleidungen und -ausfachungen werden Kunststoffe wie Acrylglas, Polycarbonat (PC), Polyvinylchlorid (PVC), Polyethylenterephthalat (PET-A), und Ethylen-Tetrafluorethylen (ETFE) eingesetzt.

Sonnenkollektoren und Fensterflächen wechseln sich ab in Kraftwerk B: Mehrfamilienhaus in Bennau/CH von Grab Architekten, Altendorf/CH

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Zusatzelemente

Photovoltaik-Module

Der Begriff Photovoltaik (PV) setzt sich zusammen aus den griechischen Worten Photo und Volta. Hierbei steht das Photo für Licht...

Außen liegender Sonnenschutz s_enn aus Micro-Edelstahllamellen von MHZ an der Fassade des Merck Serono Headquarter in Genf, Architekten: Murphy/Jahn

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Zusatzelemente

Sonnenschutz

Eine wichtige Funktion der Fassade ist die Fähigkeit, auf tages- und jahreszeitlich bedingte Wetter- und Klimaschwankungen...

Feststehende, mit Keramik bestückte Vertikallamellen am Clay-Museum in Middlefart; Architektur: Kjaer & Richter, Aarhus

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Zusatzelemente

Sonnenschutz außen

Ob starr oder beweglich: Der außen liegende Sonnenschutz ist vor dem Hintergrund der Energieeffizienz eines Bauwerks besonders wichtig.

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Die Kraft der zwei Flügel

Der Demonstrator FlectoLine ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts an der Universität  Stuttgart.

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Digital gesteuerte Pneumatik und faserverstärkte Verbundplatten kommen bei dieser adaptiven Fassade zusammen. 

Algenfassaden für ein gesundes Stadtklima

2024 erschien der Baschlussbericht des Forschungsprojekts „Algenbiofilm-Fassaden für reinere Luft und ein verbessertes Stadtklima“.

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Grüne Schleier an Hauswänden empfinden viele als unansehnlich – dabei bergen sie Potenzial zur Luftverbesserung.

Ultraleichte, hochtransparente Sekundärfassade

Das Institut für Baukonstruktion der Technischen Universität Dresden, KRD Coatings und Priedemann Facade-Lab entwickelten gemeinsam die NEERO-Façade.

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An der TU Dresden wurde eine filigrane Konstruktion entwickelt, mit der sich selbst im Bestand Doppelfassaden herstellen lassen.

Acrylglas im Fokus der Denkmalpflege

An Denkmalen verbaute Kunststoffprodukte sind wertvolle Originalsubstanz, etwa die Acrylglas-Platten des Münchner Olympiastadiums.

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An der TU München werden Erhaltungsstrategien für transparente Kunststoffe entwickelt.

Stecken statt Schrauben und Kleben

Unweit der Hochschule Wismar wurde ein Prototyp für ein zusammengestecktes Haus errichtet.

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Wie digitalisierte Entwurfs- und Fertigungsprozesse das Bauen und Rückbauen vereinfachen könnten, wird anhand dieses Häuschens deutlich.

Energiewende ohne Außendämmung

In Block H der Hamburger Speicherstadt befindet sich die Versuchsstätte des Forschungsvorhabens „CO2-neutrales Weltkulturerbe Speicherstadt Hamburg“.

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Oft sind energetische Sanierungen mit Eingriffen an der Fassade verbunden. Alternativen dazu werden bei einem Forschungsprojekt in der Hamburger Speicherstadt untersucht.

Sonnenwärme im Kreislauf

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme entwickelt gemeinsam mit Industriepartnern architektonisch gestaltbare Fassadenelemente zur Nutzung von Sonnenwärme.

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In einem Projekt des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme entstehen Fassadenelemente, die sich mit Wärmepumpen verbinden lassen.

Forschungsvorhaben Solar-VHF

Freilandversuchsstand am Fraunhofer IBP: Versuchsfassade mit Beton- und Metallprototypen für die Outdoor-Untersuchungen im BMWi-Forschungsvorhaben „Solar-VHF"

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Im Rahmen des Forschungsprojekts vom Fraunhofer IBP und ISFH wird untersucht, wie Solarthermie mit vorgehängten hinterlüfteten Fassaden kombiniert werden kann.

Solarstrom von der Hauswand

Kleinräumige Solarpotenzialanalysen berücksichtigen Gebäudeflächen und Umgebungsfaktoren, u.a. den Schattenwurf des Baumbestands (blau: wenig / rot: viel Solareinstrahlung)

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Ein großes Flächenpotenzial für Photovoltaik ist noch weitgehend ungenutzt: das der Fassaden. Laut einer neuen Studie ist es doppelt so groß wie das von Dächern.

Fassade aus recycelten Faserzementplatten

Zum Wegwerfen zu schade: Die Fassade des Recyclinghauses von Cityförster architecture + urbanism in Hannover besteht zu 90 Prozent aus wiederverwendetem Material.

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Für die Gebäudehülle bei dem Wohnhaus in Hannover werden Materialien wiederverwendet: Außer den robusten Platten auch Saunabänke und alte Gussglasscheiben.

Solarthermische Fassadenkollektoren

Die im Forschungsprojekt „Arkol“ entwickelten Streifenkollektor-Elemente lassen sich hinsichtlich Gestaltung und Ausrichtung flexibel in Fassaden integrieren,   hier als schwarze Streifen in Kombination mit dekorativen Fassadenprofilen.

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Zwei Prototypen von Streifenkollektor und Jalousie sollen demonstrieren, wie das große Flächenpotenzial von Fassaden für die Wärmeerzeugung nutzbar gemacht werden kann.

Sandwichelemente aus nachwachsenden Rohstoffen

Die Bio-Variante eines Sandwichelements hat die Technischen Universität Chemnitz in Zusammenarbeit mit den Chemnitzer Unternehmen Fiber-Tech Construction und Richter & Hess Verpackungs-Service entwickelt.

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Futuristisch mutet das dreidimensionale Design der transluzenten Außenverschalung aus Flachs, Bioharz und Wellpappe an, hinter der sich programmierbare LED verbergen.

Forschung zu intelligenten Fassadensystemen

Zur Bewertung und Optimierung energieaktiver Fassadensysteme werden im Rahmen des Forschungsprojekts SCIN Simulationsmodelle und Testmethoden unter realen klimatischen und nutzerbedingten Rahmenbedingunen entwickelt.

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Energieaktive Fassaden und ihre Nutzbarmachung sind komplex. Das Forschungsprojekt soll bessere Testmethoden entwickeln, um den Prozess zu beschleunigen.

Immergrüne Moosfassaden

Der Bauningenieur Martin Hamp, der Informationselektroniker und Wirtschaftsinformatiker Björn Stichler und der Botaniker Dr. Tobias Graf (v.l.n.r.) haben ein wartungsfreies, selbstbegrünendes Fassadensystem mit Moos entwickelt.

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Das wartungsfreie System filtert die Luft und dient der Regenwasserspeicherung sowie dem Lärmschutz in Städten.

Energieerzeugende Betonfassade

Der Baustoffhersteller Lafarge Holcim und die Firma Heliatek haben eine energieerzeugende Fassadenverkleidung aus Betonträgern und einer leichten Solarfolie entwickelt.

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Betonpaneele mit applizierter Photovoltaikfolie sollen es möglich machen, die gesamte Fassadenfläche zur Stromgewinnung zu nutzen.

Fassadenelemente als Bioreaktor

Optimierte Bioenergiefassade auf der Glasstec 2018 in Düsseldorf, entwickelt von der Forschungsgruppe FABIG (Fassaden mit Algen-Biogeneratoren aus Glas)

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Als eines der Vorzeigeprojekte der Internationalen Bauausstellung IBA 2013 in Hamburg zog das sogenannte BIQ, auch Algenhaus...

Fassadenroboter für die Sanierung

Unterstützt durch die Initiative Zukunft Bau wurde im Rahmen der Forschungsplattform Bau Kunst Erfinden an der Universität Kassel der Fassadenroboter Plotbot/Crawler entwickelt

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„Whiep, zip zip?“ Nein, mit R2-D2 oder C-3PO hat dieser Roboter kaum etwas gemein. Er ist das Ergebnis einer interdisziplinären...

Forschungsprojekt zur Etablierung von Carbonbeton

An diesen Materialproben im Vergleich, Stahlbeton und Carbonbeton in zwei Varianten, wird deutlich, wieviel Material künftig gespart werden kann

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Stahlbeton ist mit über 100 Millionen verbauten Kubikmetern im Jahr der in Deutschland am meisten verwendete Baustoff. Seit jeher...

Semitransparente Solarfassade

Solarfassade als zweite Haut am Referenzgebäude des Projektpartners Glassbel im Rahmen des EU-Forschungsprojekts Smartflex Solarfacades

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Werden Solarpaneele in die Gestaltung von Gebäuden einbezogen, geht das nicht selten mit ästhetischen Kompromissen einher. Mit dem...

Licht- und luftdurchlässige Hülle

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Eine gewissermaßen atmende Fassade mit sich öffnenden und schließenden Poren ist das Ergebnis einer Diplomarbeit am Institut für...

Gebäudehülle aus dem 3-D-Drucker

Architekten der Technischen Universität München haben ein multifunktionales und lichtdurchlässiges Fassadenelement entwickelt, das mit dem 3D-Drucker produziert werden kann

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Als Architekturmodelle sind dreidimensional gedruckte Gebäude nichts Neues. Doch ganze Bauteile, insbesondere, wenn sie mehrere...

Fassadensanierung mit Holzbauelementen

Die großformatigen Holzbauelemente werden nach Aufmaß vorgefertigt

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Für die energetische Modernisierung von Bestandsgebäuden – insbesondere von Geschosswohnungsbauten aus den 1950er bis 1970er...

Photovoltaik-Module mit glatter weißer oder farbiger Oberfläche

Ein mittels Nanotechnologie hergestellter Farbfilm auf dem Modul wirkt als Streufilter und erzeugt eine durchgängige, glatte Farbfläche

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Die Integration von Solarmodulen in Gebäudehüllen stellt eine große gestalterische Herausforderung dar: Das Erscheinungsbild der...

Prototyp bionischer Sonnenschutzelemente

Bewegungsabläufe in der Blüte der Paradiesvogelblume

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Zur Entwicklung eines aus der Bionik abgeleiteten Sonnenschutzsystems hat sich ein Forschungsteam am Institut für...

Prototyp für einen Sonnenschutz mit rotierenden Scheiben

Bei Stillstand reduzieren die bedruckten Anteile der Scheiben den Ausblick

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Basierend auf dem Phänomen, dass man durch die rotierenden Flügelblätter eines Ventilators blicken kann, ist das Konzept für den...

MHZ Senkrechtmarkise

Die zip 6 ermöglicht eine Beschattung bis 6,00 m Breite und 3,50 m Höhe – bei einer zugleich schlanken 110er-Kassette.

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