Acrylglas im Fokus der Denkmalpflege
Forschung zum Erhalt transparenter Kunststoffe an der TU München
Plastik gilt heute als problematisches Baumaterial. Zugleich sind die seit der Nachkriegszeit verbauten Kunststoffprodukte mitunter wertvoller Teil von Denkmalen. Sie erzählen einerseits von gestalterischen Vorlieben vergangener Zeiten, andererseits liefern sie Informationen über historische Materialrezepturen und Herstellungstechniken. Die Professur für Neuere Baudenkmalpflege der Technischen Universität München hat sich mit durchsichtigen Kunststoffen befasst: im Forschungsvorhaben Erhaltungsstrategien für transparentes Polymethylmethacrylat (PMMA) in Architektur und musealem Kulturgut im Außenraum.
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Für die von 2020 bis 2022 durchgeführten Untersuchungen erhielt die Professur eine Förderung von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Ziel war es, Möglichkeiten nachhaltiger Pflege und Instandhaltung von transparenten Bauteilen aus Acrylglas im Außenbereich zu erkunden.
Das Projekt brachte überraschende Erkenntnisse hervor. Zum Beispiel zeigte sich, dass Trübungen durch Wärme per Föhn rückgebildet werden können. Diese und weitere Schadensphänomene wurden differenziert erfasst. Die Wissenschaftler*innen unterschieden mögliche Schadfaktoren in die drei Kategorien physikalisch/mechanisch, biologisch/anthropogen und atmosphärisch. Erhaltungsmethoden unterteilten sie dementsprechend in nicht invasive, minimal invasive und stark invasive Maßnahmen. Auf dieser Basis konnten erste Handlungsempfehlungen zur Vermeidung von unnötigem Substanzaustausch formuliert werden.
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Ein besonders prominentes Beispiel für das Bauen mit durchsichtigen Kunststoffen ist wohl die Zeltdachlandschaft des Münchner Olympiastadions von 1972, dessen Sanierung ansteht. Das Forschungsteam untersuchte an ausgetauschten Originaldachplatten sechs Reinigungsmethoden und verschiedene Optionen als Oberflächenschutz. Eine schonende Reinigung und ein Langzeitanstrich schnitten dabei besonders positiv ab. Allerdings sollen vor Aussprechen einer klaren Empfehlung noch Langzeitwirkung und Dauerhaftigkeit überprüft werden. Dazu plant die TU München eine Projektfortführung, bei der die Studie zum Oberflächenschutz um Tests zur Langlebigkeit und um den Auftrag auf historischen Oberflächen erweitert werden soll.
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