Logistikzentrum der Elztalbrennerei in Gutach im Breisgau

Sicherheit durch Brandabschnitte und Explosionsöffnungen

Regionalität und Nachhaltigkeit sind zentrale Werte der Firmenphilosopie der Elztalbrennerei Weis im Schwarzwald. Dies verdeutlicht seit 2016 auch die Architektur des Logistikzentrums des Unternehmens, einem in Deutschland führenden Spirituosenhersteller. Für den Neubau in Gutach im Breisgau arbeitete das ortsansässige Planungsbüro Architektur3 mit der Carré Planungsgesellschaft zusammen. Form und Materialität der Logistikhalle fügen sich gut in die umgebende Landschaft. Das Bauwerk ist nicht nur besonders nachhaltig konzipiert, es erfüllt auch hohe Anforderungen an Funktionalität und Sicherheit.

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Holz aus Schwarzwald und Elztal

Ungewöhnlich an der neuen Logistikhalle ist vor allem das Baumaterial Holz: Trotz der potenziellen Brandgefahr von Spirituosen gelang es, sämtliche Brandschutzvorgaben für die Lagerung leicht entzündlicher Stoffe einzuhalten. Die Fassadenbretter und Binderkonstruktionen stammen aus regionalem Holz aus dem Schwarzwald und dem Elztal. Wände und Dach wurden mit Brettsperrholzelementen realisiert, welche besonders stabil und langlebig sind. Die Holzbauweise ist ressourcenschonend, bindet CO2 und ist kostengünstiger als eine konventionelle Stahlkonstruktion. Auch das Energiekonzept ist überzeugend: Die Brennerei nutzt die Abwärme aus dem Produktionsprozess zur Beheizung des Gebäudes, wodurch fossile Energieträger eingespart werden.

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Das Umfeld prägt

Mit einer Nutzfläche von 5.000 Quadratmetern wurde die neue Halle so gestaltet, dass sie sich harmonisch einfügt. Die Gebäudehöhe orientiert sich an den benachbarten Bauten. Bei der Dachform griffen die Planenden die Neigung der Talkanten in der Umgebung auf. Der Neubau ist zurückhaltend – aus der Ferne wirkt die fensterlose Halle homogen und schlicht. Bei näherer Betrachtung entfaltet sich eine lebendige Dynamik durch verschieden breite Fassadenbretter, die ein spannendes Spiel von Licht und Schatten erzeugen.

Tageslicht dringt ausschließlich durch Oberlichter in die Halle, was ein blendfreies Arbeiten ermöglicht. Aus Schallschutzgründen befindet sich die Ladezone an der von der Wohnbebauung abgewandten Seite. So ließen sich Lärmbelastungen der Anwohner reduzieren. Der Neubau umfasst die bestehende Reihe von Blechhallen und verleiht der Brennerei ein neues, zeitgemäßes Erscheinungsbild. 

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Brandschutzaspekte

Logistikgebäude stellen besondere Anforderungen an den Brandschutz, denn dort lagern oft große Mengen brennbarer Materialien oder gefährlicher Stoffe auf weitem Raum ohne natürliche Brandbarrieren. Eine wesentliche Maßnahme ist die Unterteilung in Brandabschnitte, die die Ausbreitung von Feuer und Rauch begrenzen und eine sichere Evakuierung ermöglichen. Spezielle Brandmelde- und Löschsysteme wie Sprinkleranlagen müssen vorhanden sein, um Brände frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen. Türen, Wände und andere Bauelemente in Logistikgebäuden müssen feuerhemmend oder -beständig ausgeführt sein. Explosionsschutzmaßnahmen können erforderlich sein, wenn entzündliche Stoffe gelagert werden. Die Sicherstellung klarer Flucht- und Rettungswege ist essenziell, um die Sicherheit von Personen zu gewährleisten.

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Sicherheit durch Brandabschnitte

Das Gebäude ist in drei Brandabschnitte unterteilt. Ein Brandabschnitt ist ein abgegrenzter Bereich innerhalb eines Gebäudes, der durch spezielle bauliche Maßnahmen wie feuerbeständige Wände, Decken oder Türen so gestaltet ist, dass die Ausbreitung von Feuer und Rauch über eine festgelegte Zeitspanne verhindert oder verzögert wird. Ziel eines Brandabschnittes ist es, Personen und Sachwerte zu schützen, die Fluchtwege sicherzustellen und die Brandbekämpfung zu erleichtern. Die Trennung in Brandabschnitte ist eine zentrale Maßnahme des baulichen Brandschutzes und wird vor allem in größeren Gebäuden oder Anlagen mit erhöhtem Brandrisiko vorgeschrieben.

Massive Stahlbetonwände trennen die Bereiche des Logistikgebäudes voneinander ab und entsprechen zugleich den logistischen Abläufen der Brennerei. Halle eins umfasst die Laderampen, den Kommissionierbereich sowie Büro- und Sozialräume. Halle zwei dient als Regal- und Blocklager für versandfertige Produkte. In Halle drei lagert Branntwein in Holzfässern sowie Schnäpse und Liköre in Edelstahltanks. Die klare Aufteilung bietet hohe Sicherheit und ermöglicht eine effiziente Organisation der Logistikprozesse.

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Explosionsöffnungen in der Fassade

Die Stringenz der fensterlosen Fassade ist lediglich unterbrochen von sogenannten Explosionsöffnungen: Diese baulichen Sicherheitsvorrichtungen sollen im Falle einer Explosion Schäden minimieren und die Sicherheit der Umgebung gewährleisten. Es handelt sich um spezielle Öffnungen, die einen plötzlichen Druckanstieg, wie er bei einer Explosion entsteht, gezielt ableiten. Der Druck wird nach außen abgeführt, um nicht das gesamte Gebäude unkontrolliert zu beschädigen oder gar zu zerstören – eine präventive Maßnahme, die das Risiko für Personen im Gebäude und für die Umgebung deutlich reduziert.

Bautafel

Architekten: Architektur3 / Carré Planungsgesellschaft, Gutach im Breisgau (Generalplaner)
Projektbeteiligte:
Kienzler und Kunzelmann, Freiburg (Tragwerksplanung); Lenz Ingenieurbüro, Umkirch (Gebäudetechnik HLS); Planungsgruppe Burgert, Schallstadt (Gebäudetechnik Elektro)
Bauherr/in:
Elztalbrennerei Georg Weis, Gutach im Breisgau
Standort:
Elzstraße, 39-41. 79261 Gutach im Breisgau
Fertigstellung:
2016
Bildnachweis:
Markus Herb, Freiburg im Breisgau

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Eine der ältesten und wirksamsten Maßnahmen zum vorbeugenden Brandschutz ist die Abgrenzung einzelner Brandabschnitte gegenüber anderen Gebäudeteilen oder anderen Gebäuden. Es wird zwischen inneren und äußeren Brandwänden unterschieden.

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