Betone mit besonderen Eigenschaften

Von Wasserdichtigkeit bis hoher Frühfestigkeit

Beton lässt sich gezielt auf unterschiedliche Aufgaben einstellen. Je nach Beanspruchung und Anforderungen an Verarbeitung oder Nutzung verändern sich Rezeptur und Herstellung. So entstehen Betone, die beispielsweise Wasser oder bestimmten Flüssigkeiten einen hohen Widerstand entgegensetzen, große Lasten aufnehmen, erhöhten Temperaturen standhalten oder sich unter besonderen Bedingungen verarbeiten lassen.

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Zu den wichtigsten Stellschrauben gehört der Wasserzementwert. Er beeinflusst die Kapillarporosität des Zementsteins und damit unter anderem Festigkeit und Dichtigkeit. Auch Art und Menge des Bindemittels, die Gesteinskörnung sowie Zusatzstoffe und Zusatzmittel verändern die Eigenschaften des Betons. Silicastaub kann das Gefüge verdichten, Fließmittel steuern die Verarbeitbarkeit, Fasern wirken sich auf Zugverhalten und Rissbildung aus. Ob der Beton die vorgesehenen Eigenschaften tatsächlich erreicht, hängt außerdem von Herstellung, Transport, Einbau, Verdichtung und Nachbehandlung ab.

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Wasserundurchlässiger Beton

Bauteile im Erdreich oder im Grundwasser benötigen häufig Beton mit hohem Wassereindringwiderstand. Ein niedriger Wasserzementwert und ein dichtes Gefüge begrenzen den kapillaren Porenraum, sodass Wasser nur begrenzt eindringen kann. WU-Beton kommt etwa bei Kellern, Tiefgaragen, Tunneln und Behältern zum Einsatz. Bei Weißen Wannen übernimmt die Stahlbetonkonstruktion tragende und abdichtende Funktionen. Dabei zählt das gesamte WU-Konzept, denn auch Fugen, Durchdringungen und mögliche Risse müssen berücksichtigt werden.

Unterwasserbeton

Wenn Baugruben ins Grundwasser reichen oder Bauteile direkt unter Wasser hergestellt werden, muss der Frischbeton auch dort zusammenhalten. Unterwasserbeton ist so zusammengesetzt, dass Zementleim möglichst wenig ausgewaschen wird und sich das Korngerüst kaum entmischt. Ein hoher Mehlkornanteil, Stabilisatoren und Fließmittel sorgen für eine kohäsive, zugleich gut fließfähige Mischung. Typische Einsatzfelder sind Dichtsohlen in Baugruben, Schleusen, Hafenanlagen und der Spezialtiefbau.

Beton für wassergefährdende Stoffe

Wo Kraftstoffe, Öle, Lösemittel oder andere wassergefährdende Stoffe gelagert, abgefüllt oder verwendet werden, braucht die Betonkonstruktion eine hohe Flüssigkeitsdichtheit. FD- und FDE-Betone bilden hier eine Barriere, etwa in Auffangwannen, Tankstellenbereichen oder Industrieanlagen. Bei FD-Beton begrenzen Vorgaben unter anderem Wasserzementwert und Leimvolumen. FDE-Beton kann von festgelegten Rezepturgrenzen abweichen, wenn Prüfungen seine Dichtheit nachweisen. Auch Anschlüsse und Befestigungen verlangen Aufmerksamkeit, weil Durchdringungen flüssigkeitsdicht ausgebildet werden müssen.

Beton für erhöhte Temperaturen

Dauerhafte oder wiederkehrende Hitze stellt andere Anforderungen an das Betongefüge. Temperaturbeständige Gesteinskörnungen und eine abgestimmte Rezeptur spielen dabei eine wichtige Rolle. Besonders dichte Betone können sich bei starker Erwärmung kritisch verhalten. Verdampft Wasser im Inneren und kann der Dampf kaum entweichen, steigt der Porendruck. Polypropylenfasern können dem entgegenwirken. Bei hohen Temperaturen schmelzen sie und schaffen zusätzliche Wege, über die Wasserdampf entweichen kann. Einsatzgebiete liegen etwa im Industrie- und Tunnelbau.

Hochfester und frühhochfester Beton

Hochfester Beton beginnt bei Druckfestigkeitsklassen ab C55/67. Niedrige Wasserzementwerte und Zusatzstoffe wie Silicastaub erzeugen ein dichtes Gefüge mit hoher Druckfestigkeit. Dadurch lassen sich große Lasten über vergleichsweise schlanke Querschnitte abtragen, etwa bei Stützen im Hochhausbau oder bei weit gespannten Ingenieurbauwerken.

Bei frühhochfestem Beton steht dagegen die Geschwindigkeit der Festigkeitsentwicklung im Vordergrund. Schnell erhärtende Zemente und Zusatzmittel sorgen dafür, dass er bereits kurze Zeit nach dem Einbau hohe Festigkeiten erreicht. Bei zeitkritischen Instandsetzungen von Verkehrsflächen lassen sich dadurch Sperrzeiten deutlich reduzieren.

Selbstverdichtender Beton

Bei dicht bewehrten oder geometrisch komplexen Bauteilen kann selbstverdichtender Beton die Ausführung erleichtern. Er fließt unter seinem Eigengewicht in die Schalung, umschließt die Bewehrung und entlüftet sich, ohne dass Rüttler nötig sind. Dafür benötigt die Mischung einen hohen Mehlkornanteil und leistungsfähige Fließmittel, zugleich muss sie entmischungsstabil bleiben. SVB eignet sich auch für anspruchsvolle Sichtbetonoberflächen. Weil das Rütteln entfällt, sinkt zudem die Lärmbelastung.

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Welche besondere Eigenschaft ein Beton benötigt, ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Bauteil, Beanspruchung, Exposition und Bauablauf. Manche Anforderungen betreffen vor allem den Frischbeton, andere zeigen sich erst während der Nutzung. Rezeptur, konstruktive Planung und Ausführung müssen deshalb von Beginn an zusammenpassen.

Weitere Angaben zu Herstellung, Verarbeitung und Überwachung von Betonen mit besonderen Eigenschaften enthalten die Betontechnischen Daten von Heidelberg Materials (siehe Surftipps).

Fachwissen zum Thema

WU-Beton wird zur Erstellung sogenannter Weißer Wannen genutzt.

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Betonarten

Wasserundurchlässiger Beton (WU-Beton)

Dieser Beton verhindert durch ein extrem dichtes Gefüge und einen niedrigen Wasserzementwert das Durchdringen von flüssigem Wasser.

Der Wasserzementwert (w/z-Wert) beschreibt das Massenverhältnis von wirksamem Wasser zum Zement im Frischbeton.

Der Wasserzementwert (w/z-Wert) beschreibt das Massenverhältnis von wirksamem Wasser zum Zement im Frischbeton.

Herstellung

Wasserzementwert

Kaum eine Kennzahl prägt Festigkeit, Dauerhaftigkeit und Gefügedichte von Beton so stark wie der Wasserzementwert.

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Stelenfeld mit Besuchern

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Der Baustoff Beton und seine Eigenschaften

Museu de les Ciencies Príncipe Felipe in Valencia, Architekt: Santiago Calatrava

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Beton zeichnet sich als vielfältig einsetzbarer Baustoff aus, der aufgrund seiner besonderen Eigenschaften die optischen,...

Betone mit besonderen Eigenschaften

Beim Behälterbau kann wasserundurchlässiger Beton tragende und abdichtende Aufgaben übernehmen.

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Betone mit besonderen Eigenschaften lassen sich über Rezeptur, Zusammensetzung und Verarbeitung gezielt auf spezielle Beanspruchungen und Einsatzbedingungen abstimmen.

Chemische Beständigkeit

Kühlturm des Kohlekraftwerks Sostanj in Slowenien

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Die Wirkung chemischer Angriffe auf Beton ist in DIN 1045-2 Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton - Teil 2: Beton -...

Druckfestigkeit von Beton

Bei der Druckfestigkeitsprüfung werden Probekörper, meist Betonwürfel oder -zylinder, in einer Presse belastet,...

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Prüfung an Probekörpern

Einfluss der Gesteinskörnung

Mit 70 bis 80 Volumenprozent ist die Gesteinskörnung ein Hauptbestandteil des Betons und beeinflusst maßgeblich seine Eigenschaften.

Mit 70 bis 80 Volumenprozent ist die Gesteinskörnung ein Hauptbestandteil des Betons und beeinflusst maßgeblich seine Eigenschaften.

Je nach Herkunft und Zusammensetzung wirken sich die Gemische aus großen und kleinen Steinen unterschiedlich auf die Verarbeitbarkeit und Qualität des Betons aus.

Einfluss des Wasserzementwertes

Zur vollständigen Hydratation des Betons ist ein w/z-Wert von circa 0,40 notwendig, also 40 Prozent der Masse des Zements an Wasser.

Zur vollständigen Hydratation des Betons ist ein w/z-Wert von circa 0,40 notwendig, also 40 Prozent der Masse des Zements an Wasser.

Das Verhältnis von Wasser zu Zement im Zementleim des Frischbetons ist entscheidend für die Festigkeit des Baustoffs und seine Beständigkeit.

Einfluss von Zusatzmitteln

Betonzusatzmittel sind flüssige oder pulverförmige Stoffe, die dem Beton zugesetzt werden. Dadurch sollen die chemischen und...

Einfluss von Zusatzstoffen

Betonzusatzstoffe sind fein gemahlene Zusätze wie Steinkohlenflugasche, Farbpigmente, Silikatstaub, Glas, Fasern. Durch das...

Formänderung von Beton

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Frisch- und Festbeton sind keine volumenbeständigen Baustoffe, sondern verändern ihre Form bei Belastungen und äußeren...

Frischbetonrohdichte

Unter der Frischbetonrohdichte versteht man die Masse (Gewicht) in kg /dm³ (oder t/m³) von frischen, vorschriftsmäßig verdichtetem...

Frost- und Taumittel-Widerstand

Durch Taumittel können Chloride in den Beton gelangen.

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Frost- und Taumittelwiderstand setzt einen wasserundurchlässigen Beton, ausreichend Festigkeit und gegen Frost widerstandfähige...

Konsistenz

Für die Neuapostolische Kirche in Neuhausen verwendete man weichen Beton der Konsistenzklasse F3 aus Weißzement

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Die Konsistenz ist ein Maß für die Steifigkeit des Frischbetons und definiert seine Verarbeitbarkeit. Die Konsistenz wird in...

Konsistenzprüfung mit Ausbreit- und Verdichtungsversuch

Ausbreitversuch zur Prüfung der Konsistenz von Frischbeton

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Die Prüfung der Konsistenz von Frischbeton erfolgt über den Ausbreitversuch und den Verdichtungsversuch. In Deutschland sind...

Luftgehalt im Beton

Durch das Verdichten des Betons wird wie beim Schütten und Mischen eingetragene Luft ausgetrieben. Selbst nach sorgfältiger...

Temperaturen und Wetterabhängigkeiten

Bei hohen Temperaturen beschleunigt sich das Ansteifen des frischen Betons und die Verarbeitungszeit verkürzt sich.

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Hitze und Kälte, aber auch Wind und Regen können Eigenschaften und Oberflächenqualität des Betons negativ beeinflussen.

Wasserundurchlässigkeit

Tunnel und Unterführungen können als WU-Konstruktion ausgeführt sein, müssen es aber nicht. Maßgeblich sind Wasserbeanspruchung, Abdichtungskonzept und die angesetzte Nutzungsklasse.

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Zusammensetzung und Verarbeitung entscheiden darüber, wie durchlässig Beton ist. Ganz ohne weitere Abdichtungen geht es jedoch nicht.

Widerstand gegen chemische Angriffe

Industrieller Lagerungsbehälter

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Chemische Angriffe bei erhärtetem Beton können durch die Funktion des Bauwerks und/oder seiner Nutzung erfolgen, z.B. durch...

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