Ausstellungsgebäude Rake in Trondheim

Fassade aus recycelten Fenstern in verschiedenen Größen

Gallerie

Im Rahmen eines Workshops haben die vier Studenten Trygve Ohren, Ragnhild Pedersen Foss, Eivind Fasting und Tomas Aassved Hjort zusammen mit ihren Betreuern August Schmidt und Charlotte Rostad das temporäre Ausstellungsgebäude Rake geplant und umgesetzt. Es befindet sich auf einem Eckgrundstück in der norwegischen Universitätsstadt Trondheim und dient der Ausstellung von Kunst und Architektur. Da das Budget klein war, wurden bis auf wenige Ausnahmen recycelte Baustoffe eingesetzt: Die Studenten fanden fast alle verwendeten Bauteile in einem 14-geschossigen Bürogebäude, das zum Abbruch freigegeben war.

Zunächst fällt die Fassade mit den vielen verschiedenen Fenstern ins Auge. Sie sind, ungeachtet der durchgehenden Ständer, am Holztragwerk mit einem Raster von 60 cm befestigt. Innen und außen kamen identische Fenster zum Einsatz. Weiß lackierte Holzplatten füllen die Zwischenflächen in der Fassade. Das Dach besteht aus drei Lagen alter Innentüren. Sie sind auf sechs Trägern befestigt, die aus Aluminiumprofilen und Furnierholzplatten bestehen. Oberhalb der Türen befindet sich 10 cm Steinwolle als Dämmung, darüber eine Lage Spannplatten, die mit einem Gefälle von 1-2° eingebracht wurde, sowie eine Teerpappe zur Abdichtung. Als Boden wählten die Studenten ein Holzpflaster. Die verschieden großen Klötze aus sehr harzhaltigem Kiefernholz wurden lose in einem Sandbett verlegt.

Im Inneren des 45 m² großen Gebäudes bilden drei leichte Innenwände, die nicht ganz bis zur Decke reichen, einen Gang mit variierender Breite von 45 bis 85 cm aus. An der vierten, südlichen Seite des Hauses sind eine Teeküche und eine Garderobe von dem Ausstellungsraum durch eine breitere Wand abgetrennt. Sanitärbereiche gibt es keine. Der Eingang befindet sich auf der Westseite und ist von der Straße abgewandt. In dem vorgelagerten geschützten Außenraum können die Besucher auf Holzblöcken sitzend verweilen, sich unterhalten oder ausruhen.

Beschläge

Lediglich vier der recycelten Fenster lassen sich zur Lüftung öffnen; die übrigen sind fest mit dem Holzständerwerk verschraubt. Wie in vielen nordeuropäischen Ländern üblich, gehen sie nach außen auf, sodass sie sich bei zu starkem Wind schließen. Sie wurden mit ihren Original-Beschlägen eingebaut. Die dahinterliegenden Innenfenster lassen sich nach innen öffnen. Hier wurden Beschläge von gebrauchten Zimmertüren verwendet.

Der Zugang in die Ausstellung erfolgt durch eine ehemalige Zimmertür aus Holz mit Drahtglasscheibe aus den 1970er Jahren. Ihr tiefer Rahmen ragt in den Außenraum und dient damit gleichzeitig als kleines Vordach. Auch hier konnten die originalen Beschläge erhalten werden. -eh

Bautafel

Architekten: Trygve Ohren, Ragnhild Pedersen Foss, Eivind Fasting und Tomas Aassved Hjort, Technisch-Naturwissenschaftliche Universität Trondheim
Projektbeteiligte: August Schmidt und Charlotte Rostad, Trondheim/N (Betreuung und technische Beratung); Aeo Midt-Norge, Trondheim (Werkzeug, Kleinteile); Norsk Spon, Melhus/N (Holzpflaster)
Fertigstellung: 2011
Standort: Elgeseter Gate 28, 7010 Trondheim
Bildnachweis: August Schmidt, Trondheim

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