Einführung: Schrägdach
Die Begrünung von Dächern ist grundsätzlich für alle Dachformen und Dachneigungen bis zu einer Neigung von 45° (100% Gefälle) realisierbar. Hinsichtlich der Dachneigung und des Gefälles wird in der Fachliteratur von Flachdächern bei einer Neigung bis 5° beziehungsweise einem Gefälle bis 9% gesprochen. Dächer mit einer Neigung ab 5° werden als Schrägdächer bezeichnet, während Dächer ab etwa 10 bis 15° Neigung als Steildächer klassifiziert werden. Die Begrünung von Schrägdächern und Steildächern stellt jedoch besondere Herausforderungen dar, insbesondere in Bezug auf die Wasserspeicherung und -ableitung sowie die Sicherung gegen ein mögliches Abrutschen des Gründachaufbaus.
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Dränage
Der Schichtaufbau ist bei geneigten Dächern ähnlich wie bei Flachdächern. Im Gegensatz zum Flachdach muss jedoch bei einer mehrschichtigen Bauweise keine über die gesamte Dachfläche gehende Dränschicht vorhanden sein. Anders als bei flachen ist bei geneigten Dächern zu berücksichtigen, dass eine schräge Fläche die Feuchtigkeit unterschiedlich hält. Dementsprechend ist im Bereich der Traufe mit erhöhten Wassermengen zu rechnen, die mit einer Dränage im Traufbereich und entsprechenden Entwässerungsvorrichtungen abgleitet werden müssen. Das Überschusswasser wird an den Traufen über einen Kiestreifen in die Rinnen geleitet oder mithilfe von in Kies gebetteten Dränrohren gesammelt und abgeführt. Die Verlegung von Dränageplatten oder Dränvliese unterstützen dabei die rückstaufreie und zielgerichtete Weiterleitung des Überschusswassers.
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Substratstärke, Pflanzen und Dachneigung
Der schnelle Abfluss von Wasser bei geneigten Dächern ist in der Regel mit einem Schichtaufbau mit hohem Wasserspeichervermögen auszugleichen. Das kann durch den Einsatz von einem geeigneten Substrat oder Dränelementen geschehen. Es wird empfohlen, die Substratstärke der Dachneigung anzupassen. Die Schichtdicke sollte zumindest 8 cm bei Ansaat und 6 cm bei Verwendung einer vorkultivierten Vegetationsmatte betragen. Bei Substrataufbauten über 15 cm sind die sehr hohen Schubkräfte und die entstehende pflegeintensivere Gras-Kraut-Vegetation zu bedenken. Bei Steildächern sollte die Begrünung ausschließlich über Vegetationsmatten erfolgen, bei einer Dachneigung über 30° werden Vegetationsmatten mit verrottungs- und zugfesten Trägereinlagen empfohlen. Aufgrund der häufig begrenzten Lastreserven bei geneigten Dächern, insbesondere bei Holzdachkonstruktionen, werden die meisten Schrägdachbegrünungen als dünnschichtige extensive Dachbegrünungen ausgeführt. Bei der Pflanzenwahl ist darauf zu achten, dass der Firstbereich schneller austrocknet als die Flächen in Richtung Traufe.
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Rutschsicherung
Bei geneigten Dächern sind ab einer Neigung von 15° konstruktive Maßnahmen zur Schubsicherung vorzusehen, um das Abrutschen des Gründachaufbaus zu verhindern. Laut der Dachbegrünungrichtlinien der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) kann dies sogar bereits bei einer Dachneigung von 10° erforderlich sein, insbesondere bei längeren Fließlängen. Der Schubabtrag kann je nach Gründachaufbau auf drei Arten erfolgen: entweder flächig auf der Unterkonstruktion, über bzw. am First oder auf der Traufe. Es ist von großer Bedeutung, bewährte, verwitterungsbeständige und statisch belastbare Schubsicherungssysteme zu verwenden, um eine sichere Befestigung zu gewährleisten. Dabei sind Holzkonstruktionen ungeeignet, da sie einer starken Verwitterungsgefahr ausgesetzt sind. Eine Abstimmung der Dachneigung, Dachkonstruktion, Dachaufbau, Statik und der erforderlichen schubsichernden Maßnahmen ist notwendig, um das angestrebte Vegetationsbild erfolgreich zu realisieren.
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