Klimaregionen

Wer ein Gebäude plant, muss sich zwangsläufig mit den klimatischen Bedingungen vor Ort auseinandersetzen. Sie sind bestimmend für die Auslegung von Wärme- und Feuchteschutz und somit für die Gebäudehülle insgesamt. Sonne, Wind und Niederschläge wirken auf das Bauwerk ein. Dazu werden die oberen Bodenschichten von der Außenlufttemperatur und der solaren Bestrahlung beeinflusst.

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Klimaverhältnisse im Wandel

Der Norden und Westen Deutschlands wird durch die Nähe zum Atlantik, den warmen Golfstrom und die vorherrschenden Westwinde geprägt. Relativ feuchte, eher kühle Sommer und milde Winter sind hier die Regel. In den östlichen Regionen fallen die Sommer dagegen wärmer und trockener aus, während die Winter kälter und ebenfalls trockener sind. Das hängt auch mit den topografischen Verhältnissen zusammen, genauer gesagt mit dem Windschatten, der an den östlichen Seiten der Mittelgebirge entsteht. An den Westseiten führt die anströmende Luft dagegen zu sogenanntem Steigungsregen. Angesichts des Klimawandels ist zu erwarten, dass diese Beschreibung künftig überarbeitet werden muss. Laut Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz laufen bereits wissenschaftliche Untersuchungen zur Anpassung der Sommerklimaregionen (Stand 2024).

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Genormte Klimaregionen

Wie sich zeigt, ist das Klima innerhalb Deutschlands nicht homogen. Das ist unter anderem für die Berechnung des sommerlichen Wärmeschutzes sowie des Energiebedarfs für Heizung und Kühlung relevant. In zwei Normen finden sich Karten, die Deutschland in unterschiedliche Klimaregionen einteilen:

  • 15 Klimaregionen im Teil 10, Anhang E der DIN V 18599: Energetische Bewertung von Gebäuden – Berechnung des Nutz-, End- und Primärenergiebedarfs für Heizung, Kühlung, Lüftung, Trinkwarmwasser und Beleuchtung
  • 3 Sommer-Klimaregionen im Abschnitt 8.1 der DIN 4108-2: Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 2: Mindestanforderungen an den Wärmeschutz

Bei der Karte der DIN V 18599 gehört zu jeder Klimaregion ein Referenzort, für den Monatsmittelwerte zur Strahlungsintensität, zur Außenlufttemperatur und zur Windgeschwindigkeit aufgeführt sind. Die Deutschlandkarte der DIN 4108-2 zeigt sogenannte Sommer-Klimaregionen, die durch ihre maximalen Monatsmitteltemperaturen definiert sind: 

  • A: „sommerkühle“ Gebiete mit ≤ 16,5 °C. 
  • B: „durchschnittliche“ Gebiete mit > 16,5 °C ≥ 18 °C
  • C: „sommerheiße“ Gebiete mit ≥ 18 °C

Lässt sich ein Ort nicht eindeutig zuordnen, so ist er der nächsthöheren Region zuzuordnen. 

Die Einteilung beruht auf vergleichenden thermischen Simulationsrechnungen, den sogenannten Testreferenzjahren (Test Reference Years – TRY). Aufgrund des allgemeinen Temperaturanstiegs erstellt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) derzeit einen aktualisierten TRY-Datensatz.

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Bedeutung für den sommerlichen Wärmeschutz

Die Sommer-Klimaregionen kommen beim Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes gemäß DIN 4108-2 zum Einsatz. Zum einen werden mit ihnen die sogenannten Übertemperaturgradstunden berechnet. Diese dürfen nicht höher sein als der für die entsprechende Sommer-Klimaregion des Gebäudes geltende Anforderungswert, der in Tabelle 9 der Norm zu finden ist. Zu jeder der drei Klimaregionen gehört ein Bezugswert für die Innentemperatur: 25 °C für die Region A, 26 °C für Region B und 27 °C für Region C. Die Übertemperaturgradstunden errechnen sich aus der Überschreitung dieser Temperatur (in °C) multipliziert mit der Dauer der Überschreitung (in h).

Des Weiteren spielen die Klimaregionen für die Ermittlung des zulässigen Sonneneintragskennwerts Szul eine Rolle. Der Sonneneintragskennwert ist grundlegend für das vereinfachte Nachweisverfahren für die Mindestanforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz gemäß DIN 4108-2. Bei Szul handelt es sich um die Summe der anteiligen Kennwerte S1 bis S6. Den Kennwert S1 liest man aus Tabelle 2 der Norm ab, anhand der Kriterien Nutzung (Wohn- oder Nichtwohngebäude), Klimaregion (A,B oder C), Bauart (leicht, mittel, schwer) und Nachtlüftung (ohne, erhöht, hoch). Anschließend wird Szul abgeglichen mit dem vorhandenen Sonneneintragskennwert (Svorh) eines „kritischen Einzelraums“ des betreffenden Gebäudes. Ist Svorh kleiner als Szul, dann ist der sommerliche Wärmeschutz ausreichend erfüllt. 

Fachwissen zum Thema

Hitzeaktionspläne sollen helfen, die gesundheitlichen Gefahren zu minimieren, etwa durch Entsiegelung, Begrünung, Wasserflächen und Frischluftschneisen im Stadtraum.

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Grundlagen

Hitzeaktionsplan

Der Maßnahmenkatalog enthält Hinweise zu Städten, Gebäuden und Warnsystemen und soll so die Risiken heißer Sommertage mildern.

Angenehme Innentemperaturen auch an sonnigen Tagen zu erhalten, darum geht es bei den GEG-Bestimmungen zum sommerlichen Wärmeschutz.

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Grundlagen

Sommerlicher Wärmeschutz

Wie bleiben Innentemperaturen auch an sonnigen Tagen angenehm? Bestimmungen dazu finden sich im Gebäudeenergiegesetz.

Tipps zum Thema

In der vom Umweltbundesamt herausgegebenen Publikation „Kühle Gebäude im Sommer“ wurden bauliche Maßnahmen zum Schutz vor steigenden Temperaturen zusammengefasst.

Planungshilfen/​Publikationen

Kühle Gebäude im Sommer

Steigende Temperaturen im Zuge des Klimawandels lassen auch Innenräume nicht kalt. Die Publikation des Umweltbundesamtes enthält bauliche Strategien zum Umgang mit der Hitze.

2024 erschien die TR Sonnenschutz des Bundesverbands Rollladen + Sonnenschutz.

Regelwerke

Technische Richtlinie Sonnenschutz

In dem 2024 überarbeiteten Regelwerk formuliert der Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz Anforderungen an Bauteile, Materialien und Funktionsweisen.

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Windwiderstandsklassenneu

Windwiderstandsklassen sind ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl von Markisen, Raffstores, Screens, Rollläden oder textilen Sonnenschutzelementen, da Wind auf ausgefahrene Anlagen erhebliche Kräfte ausüben kann.

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Die Einstufung ist ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl von außenliegendem Sonnenschutz. Im Einzelfall ist sie jedoch nicht allein ausschlaggebend.

Strahlungstechnische Größen

Die Berechnung des sommerlichen Wärmeschutzes bezieht sich auf transparente Bauteile wie die Verglasung.Die zur Beschreibung...

Reflexionsgrad

Schematische Darstellung von Strahlungsreflexion

Schematische Darstellung von Strahlungsreflexion

Der Reflexionsgrad ist definiert als der Anteil der Strahlung, der von einem Bauteil „zurückgeworfen" wird.

Absorptionsgrad

Schematische Darstellung Absorptionsgrad

Schematische Darstellung Absorptionsgrad

Der Absorptionsgrad ist definiert als der Anteil der Strahlung, der von einem Bauteil aufgenommen wird.

Transmissionsgrad

Schematische Darstellung der Lichttransmission

Schematische Darstellung der Lichttransmission

Der Transmissionsgrad ist definiert als der Anteil der Strahlung, der von einem transparenten Bauteil durchgelassen wird.

Energieeintrag

Der G-Wert setzt sich zusammen aus dem direkten Strahlungstransmissionsgrad τe und der sekundären Abgabe nach innen qi.

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Der Gesamtenergiedurchlassgrad (G-Wert) ist die maßgebliche Größe für den Energieeintrag durch transparente Bauteile. Der G-Wert...

Sonnenstandsdiagramm

Sonnenstandsberechnungen sind grundlegend, um Gebäudeausrichtung, Verschattung und Sonnenschutzelemnte planen zu können. Im Bild zu sehen ist das Hochhaus im Bremer Stadtteil Neue Vahr, dessen 189 Apartments alle der „Feierabendsonne“ zugewandt sind.

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Diagramme und Berechnungsformeln helfen einzuschätzen, wie sich Sonnenlicht und Schatten an einem Gebäude verhalten.

Windstärke und Windbelastung

Um die maximalen Windlasten für Sonnenschutzsysteme berechnen zu können, wurde Deutschland in vier verschiedene Windlastzonen mit unterschiedlichen Grundgeschwindigkeiten eingeteilt

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Lokal unterschiedliche Kennwerte bieten Anhaltspunkte für Dimensionierung und Sicherung von Sonnenschutzsystemen.

Klimaregionen

Gemäß DIN 4108-2 liegt Berlin aktuell noch in einer gemäßigten Klimaregion.

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Je nach Standort müssen unterschiedliche Klimaverhältnisse zur Berechnung des sommerlichen Wärmeschutzes herangezogen werden.

PowerView® 3 von MHZ

Mit dem Smart-Home-System von MHZ lassen sich Jalousien, Rollos, Plissees und Wabenplissees bequem per Fernbedienung oder App steuern.

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