Windwiderstandsklassen

Da Wind auf ausgefahrene Sonnenschutzanlagen erhebliche Kräfte ausüben kann, ist der Windwiderstand ein wichtiges Auswahlkriterium bei Markisen, Raffstores, Screens, Rollläden oder textilen Sonnenschutzelementen.  Grundlage der Einstufung ist in Europa die Norm DIN EN 13659 – Abschlüsse außen und Außenjalousien – Leistungs- und Sicherheitsanforderungen. Je nach Produktart und Konstruktion werden Sonnenschutzsysteme in Windwiderstandsklassen eingeteilt. Sie geben an, bis zu welcher Windgeschwindigkeit eine Anlage betrieben werden darf beziehungsweise geprüft wurde.

Galerie

Klassifizierung

Die Windwiderstandsklassen werden in numerischen Stufen angegeben. Je höher die Klasse, desto höher ist die Widerstandsfähigkeit gegenüber Windbelastung. Im Allgemeinen werden die unteren Klassen häufig vereinfacht mit Windstärken der Beaufort-Skala verknüpft:

  • Klasse 0: Produkt erfüllt die Mindestanforderungen nicht bzw. wurde nicht geprüft; Nutzung bei Wind nicht zulässig
  • Klasse 1: entspricht etwa Windstärke 4 (mäßiger Wind, ca. 20 bis 28 km/h)
  • Klasse 2: entspricht etwa Windstärke 5 (frischer Wind, ca. 29 bis 38 km/h)
  • Klasse 3: entspricht etwa Windstärke 6 (starker Wind, ca. 39 bis 49 km/h)
  • Klasse 4 bis 6: entspricht etwa Windstärke 7 und höher (ab 50 km/h bis höher); für besondere Anforderungen
Wichtig: Die Zuordnungen sind nur eingeschränkt aussagekräftig, da sie je nach Produktart, Norm und Hersteller variieren können. Maßgeblich sind daher die konkreten Herstellerangaben für das jeweilige System.

Galerie

Weitere Einflussfaktoren für die Einstufung

Die Prüfergebnisse allein reichen nicht aus, um die Widerstandsfähigkeit im Einzelfall zu bewerten. Wie robust die eingebaute, konfektionierte Anlage ist, hängt von weiteren Faktoren ab:

  • Breite und Höhe der Anlage: Mit zunehmender Fläche steigt die Windangriffsfläche; große Elemente erreichen daher oft niedrigere Klassen als kleinere Varianten desselben Systems.
  • Ausladung: Bei Markisen erhöht eine große Ausfalltiefe die Windbeanspruchung.
  • Gebäudehöhe: In oberen Geschossen nehmen Windgeschwindigkeiten sowie Druck- und Sogkräfte in der Regel zu.
  • Gebäudelage: Freistehende Gebäude, Ecklagen, Küstenstandorte oder exponierte Höhenlagen sind Wind stärker ausgesetzt als geschützte Innenhöfe.
  • Führungssystem und Konstruktion: Seitlich geführte Anlagen oder Rollläden sind meist windstabiler als frei auskragende Systeme.
  • Befestigung und Untergrund: Die Tragfähigkeit des Baukörpers und die fachgerechte Montage beeinflussen die zulässige Belastung wesentlich.

Fachwissen zum Thema

Grüne Glaspaneele vor den Loggien des Mehrfamilienhaus Bamboo Residency in Genf von Group 8, Châteleine/CH

Grüne Glaspaneele vor den Loggien des Mehrfamilienhaus Bamboo Residency in Genf von Group 8, Châteleine/CH

Grundlagen

Anforderungen an den Sonnenschutz

Der Fachartikel beschreibt die mannigfaltigen Funktionen von Sonnenschutzsystemen, die längst nicht nur dem Schutz vor Sonne und solarem Eintrag dienen.

Um die maximalen Windlasten für Sonnenschutzsysteme berechnen zu können, wurde Deutschland in vier verschiedene Windlastzonen mit unterschiedlichen Grundgeschwindigkeiten eingeteilt

Um die maximalen Windlasten für Sonnenschutzsysteme berechnen zu können, wurde Deutschland in vier verschiedene Windlastzonen mit unterschiedlichen Grundgeschwindigkeiten eingeteilt

Bauphysik

Windstärke und Windbelastung

Lokal unterschiedliche Kennwerte bieten Anhaltspunkte für Dimensionierung und Sicherung von Sonnenschutzsystemen.

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
Baunetz Wissen Sonnenschutz sponsored by:
MHZ Hachtel GmbH & Co. KG
Kontakt: 0711 / 9751-0 | info@mhz.de
Zum Seitenanfang

Windwiderstandsklassenneu

Windwiderstandsklassen sind ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl von Markisen, Raffstores, Screens, Rollläden oder textilen Sonnenschutzelementen, da Wind auf ausgefahrene Anlagen erhebliche Kräfte ausüben kann.

Windwiderstandsklassen sind ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl von Markisen, Raffstores, Screens, Rollläden oder textilen Sonnenschutzelementen, da Wind auf ausgefahrene Anlagen erhebliche Kräfte ausüben kann.

Die Einstufung ist ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl von außenliegendem Sonnenschutz. Im Einzelfall ist sie jedoch nicht allein ausschlaggebend.

Strahlungstechnische Größen

Die Berechnung des sommerlichen Wärmeschutzes bezieht sich auf transparente Bauteile wie die Verglasung.Die zur Beschreibung...

Reflexionsgrad

Schematische Darstellung von Strahlungsreflexion

Schematische Darstellung von Strahlungsreflexion

Der Reflexionsgrad ist definiert als der Anteil der Strahlung, der von einem Bauteil „zurückgeworfen" wird.

Absorptionsgrad

Schematische Darstellung Absorptionsgrad

Schematische Darstellung Absorptionsgrad

Der Absorptionsgrad ist definiert als der Anteil der Strahlung, der von einem Bauteil aufgenommen wird.

Transmissionsgrad

Schematische Darstellung der Lichttransmission

Schematische Darstellung der Lichttransmission

Der Transmissionsgrad ist definiert als der Anteil der Strahlung, der von einem transparenten Bauteil durchgelassen wird.

Energieeintrag

Der G-Wert setzt sich zusammen aus dem direkten Strahlungstransmissionsgrad τe und der sekundären Abgabe nach innen qi.

Der G-Wert setzt sich zusammen aus dem direkten Strahlungstransmissionsgrad τe und der sekundären Abgabe nach innen qi.

Der Gesamtenergiedurchlassgrad (G-Wert) ist die maßgebliche Größe für den Energieeintrag durch transparente Bauteile. Der G-Wert...

Sonnenstandsdiagramm

Sonnenstandsberechnungen sind grundlegend, um Gebäudeausrichtung, Verschattung und Sonnenschutzelemnte planen zu können. Im Bild zu sehen ist das Hochhaus im Bremer Stadtteil Neue Vahr, dessen 189 Apartments alle der „Feierabendsonne“ zugewandt sind.

Sonnenstandsberechnungen sind grundlegend, um Gebäudeausrichtung, Verschattung und Sonnenschutzelemnte planen zu können. Im Bild zu sehen ist das Hochhaus im Bremer Stadtteil Neue Vahr, dessen 189 Apartments alle der „Feierabendsonne“ zugewandt sind.

Diagramme und Berechnungsformeln helfen einzuschätzen, wie sich Sonnenlicht und Schatten an einem Gebäude verhalten.

Windstärke und Windbelastung

Um die maximalen Windlasten für Sonnenschutzsysteme berechnen zu können, wurde Deutschland in vier verschiedene Windlastzonen mit unterschiedlichen Grundgeschwindigkeiten eingeteilt

Um die maximalen Windlasten für Sonnenschutzsysteme berechnen zu können, wurde Deutschland in vier verschiedene Windlastzonen mit unterschiedlichen Grundgeschwindigkeiten eingeteilt

Lokal unterschiedliche Kennwerte bieten Anhaltspunkte für Dimensionierung und Sicherung von Sonnenschutzsystemen.

Klimaregionen

Gemäß DIN 4108-2 liegt Berlin aktuell noch in einer gemäßigten Klimaregion.

Gemäß DIN 4108-2 liegt Berlin aktuell noch in einer gemäßigten Klimaregion.

Je nach Standort müssen unterschiedliche Klimaverhältnisse zur Berechnung des sommerlichen Wärmeschutzes herangezogen werden.

PowerView® 3 von MHZ

Mit dem Smart-Home-System von MHZ lassen sich Jalousien, Rollos, Plissees und Wabenplissees bequem per Fernbedienung oder App steuern.

Partner-Anzeige