Mehrfamilienwohnhaus in Deventer

Schiefer Block mit Rechteck-Doppeldeckung

Baken ist das holländische Wort für einen optischen Blickpunkt, der von Weitem zu erkennen ist, wie z. B. ein Leuchtturm. In diesem Fall ist Het Baken der Name für einen signifikant geformten Wohnkomplex in der niederländischen Stadt Deventer, entworfen von KCAP Architects aus Rotterdam. Die Bauherren wünschten sich ein Gebäude, das sich deutlich von seiner Umgebung unterscheiden sollte. Dazu erarbeiteten die Architekten zunächst eine Projektstudie, bei der sie das Modell des Schweizer Matterhorns verwendeten.

Gallerie

Das Ergebnis ist ein markant geformtes Gebäude, das aus einem einzigen Würfelstück geschnitten zu sein scheint und zwischen drei und acht Stockwerke hoch ist. Es steht innerhalb eines Verkehrskreisels; auf der einen Seite liegt ein Wohngebiet mit niedrigen und eintönigen dreistöckigen Reihenhäusern, auf der anderen Seite ein eher tristes Einkaufszentrum. Rund um das Wohngebäude wurde der Boden so abgesenkt, dass sich ein umlaufender und schützender Graben ergibt.

Im Inneren des Hauses erzeugen die prägnante Gebäudeform sowie die acht unterschiedlich hohen Geschosse verschiedene Wohnungsformen. Mit einer Vielzahl von Wohnungsgrundrissen und -größen entsprechen sie den individuellen Nutzeransprüchen. Die Balkone wurden wie „Höhlen“ exakt in die Fassadenoberfläche geschnitten und bedarfsgerecht platziert. So erhalten jede der 22 Wohnungen und die ebenerdig liegende Kindertagesstätte ausreichend Tageslicht.

Als Kontrast zur Komplexität der Form und aus ökonomischen Gründen wurde im gesamten Gebäude nur eine Art von Fenstern eingesetzt, die einen hohen Schallschutz aufweisen. Das Erdgeschoss erhielt zusätzlich nach Süden hin und spitz zulaufend auch nach Westen eine vollflächige Verglasung, die dem Gebäudevolumen etwas von seiner schweren Erscheinung nimmt. Die Fenster und Balkone erzeugen ein abstraktes Muster über das gesamte Gebäude hinweg, das Erinnerungen an einen Schweizer Käse wachrufen würde, wenn die schwarze Farbe nicht wäre.

Schiefer
Um die Form des Hauses zu betonen, haben die Architekten nicht nur die Fassadenflächen, sondern auch das Dach mit demselben Naturstein gedeckt. Dafür wählten sie Schiefersteine, die als qualitativ hochwertiges, wasserdichtes und langlebiges ökologisches Material gelten. Als Deckart kam die Rechteck-Doppeldeckung zur Ausführung, eine der wenigen Deckungen, die sowohl für Fassaden als auch für Dachflächen geeignet ist. Zusätzlich unterstreicht ihr orthogonales Deckbild das scharfkantige Gebäudevolumen von Het Baken.

Die Fensteröffnungen wurden bis auf die Eindeckrahmen plan in die Oberflächen eingesetzt und die Balkonöffnungen exakt in die Außenhaut hineingeschnitten. Andere Fassadenmaterialien wären hier sicherlich deutlich anfälliger für Schäden gewesen. Mit Schiefer sind nicht nur exakt geschnittene Kanten problemlos herzustellen und entstandene Schäden sind leichter zu beheben.

Bautafel

Architekt: KCAP Architects, Rotterdam
Projektbeteiligte: Cumae and Bam, Arnhem (Statik); Velux Belgien, Bierges (Fenster)
Bauherr:
Woonunie, Triax Vastgoed, Deventer
Fertigstellung: 2002
Standort:
Deventer

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