Lüftung der Entwässerungsanlage

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Laut der Entwässerungsnorm DIN 1986-100 Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke - Teil 100: Bestimmungen in Verbindung mit DIN EN 752 und DIN EN 12056 wird zwischen folgenden Lüftungssystemen unterschieden:

  • Hauptlüftung
    Die Hauptlüftung ist der Leitungsabschnitt, der vom obersten Anschluss an die Fallleitung bis über Dach verläuft. Dieser Leitungsteil führt kein Abwasser und muss in der gleichen Nennweite wie die Fallleitung ausgeführt werden.

  • Direkte Nebenlüftung
    Bei der direkten Nebenlüftung wird die Fallleitung durch eine parallel verlaufende Lüftungsleitung von ihren Lüftungsaufgaben entlastet. Die parallel verlaufende Lüftungsleitung ist in jedem Geschoss mit der Fallleitung verbunden. Dieses Lüftungssystem ist geeignet für Fallleitungen mit kurzen Einzel- bzw. Sammelanschlussleitungen.

  • Indirekte Nebenlüftung
    Die indirekte Nebenlüftung ist im Ansatz bereits gegeben, wenn lange Anschlussleitungen vorhanden sind. Hierbei handelt es sich um eine zusätzliche Lüftung der Anschlussleitungen durch eine Lüftungsleitung über Dach oder Rückführung an die Hauptlüftung.

  • Umlüftung
    Unter Umlüftung versteht man eine Lüftungsleitung, die eine Einzel- bzw. Sammelanschlussleitung zusätzlich lüftet. Sie kann an die zugehörige oder eine andere Fallleitung angeschlossen werden.
Die DIN 1986-100 gibt auch klare Anweisungen bezüglich der Be- und Entlüftung von Grund- und Sammelleitungen. Hierzu heißt es: „In Anlagen ohne Fallleitungen muss für die Be- und Entlüftung der Grund-/Sammelleitungen mindestens eine Lüftungsleitung DN 70 über Dach geführt werden. Innerhalb der so belüfteten Leitungen sind die Anforderungen für Einzel- und Sammelanschlussleitungen einzuhalten“. Und weiter: „mündet eine Lüftungsleitung in der Nähe von Aufenthaltsräumen, so ist sie mindestens 1,00 m über den Fenstersturz hoch zuführen oder so zu verlegen, dass sie mindestens 2,00 m seitlich der Fensteröffnung liegt“. Zur besseren Be- und Entlüftung von Entwässerungsanlagen sind die Endrohre von Lüftungsleitungen über Dach vorzugsweise nach oben offen auszuführen.

Abdeckungen dürfen eingesetzt werden, wenn die Luftströmung nicht mehr als 90°umgelenkt wird und gleichzeitig der Austrittsquerschnitt mindestens dem 1,5-fachen des Querschnittes der Lüftungsleitung entspricht. Grundsätzlich gilt in Deutschland immer noch, dass jede Fallleitung über Dach geführt werden muss.

Belüftungsventile sind für den Einsatz in Einzel- und Sammelanschlussleitungen zugelassen. Zukünftig ist der Einbau von Belüftungsventilen als Ersatz für Hauptlüftungsleitungen nicht nur auf Ein- und Zweifamilienhäuser beschränkt, wenn mindestens eine Fallleitung über Dach geführt wird, sondern auch bei entwässerungstechnisch vergleichbaren Nutzungseinheiten mit ausschließlich häuslichem Abwasser. Die vergleichbare Nutzungseinheit bedeutet hier, dass der Leitungsumfang und die Anzahl der Entwässerungsgegenstände eines kleineren Nichtwohngebäudes dem eines Ein- oder Zweifamilienhauses entsprechen sollen. Belüftungsventile sind so zu installieren, dass sie im Falle eines Defekts ohne bauliche Maßnahmen ausgetauscht werden können. Für ausreichenden Luftzutritt ist zu sorgen.
Quelle: Bernd Ishorst/IZEG Informationszentrum Entwässerungstechnik Guss, Bonn

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