Lärm

Lärm ist kein exakter physikalischer Begriff, sondern eine sehr subjektive Empfindung. Jedes Schallereignis, gleich welcher Art und Stärke, kann subjektiv als Lärm empfunden werden. Diese Tatsache erschwert die Lärmbekämpfung sehr.

Um trotzdem gewisse objektive Anhaltspunkte für die Lärmbekämpfung zu erhalten, hat man die Auswirkung des Lärms auf den menschlichen Organismus eingehend untersucht. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse ergaben, dass durch Lärm eine direkte Schädigung der Gesundheit eintreten kann, wenn es sich bei den Störungen um Schallereignisse handelt, deren Schallpegel etwa denjenigen normaler Unterhaltungssprache, ca. 65 dB(A), übersteigt und wenn sie längerfristig vorhanden sind. Bei Schallpegeln oberhalb dieses Grenzwertes von 65 dB(A) werden Reaktionen des vegetativen Nervensystems ausgelöst, unabhängig davon, ob das betreffende Ereignis als störend - also als Lärm - empfunden wird oder nicht. Es tritt eine Belastung ein, die durch die Störung der Haut- und Organdurchblutung zu neurotischen Erscheinungen führen kann.

Wird eine Grenze von 85 bis 90 dB(A) dauerhaft überschritten, so muss mit der Gefahr einer Ohrschädigung und Lärmschwerhörigkeit gerechnet werden. Frequenzen über 1000 Hz haben dabei einen größeren Einfluss als die Frequenzen unterhalb 1000 Hz. Schallpegel über 120 dB(A) lassen eine zusätzliche Schalleinwirkung auf die Nervenzellen befürchten, die Lähmungen und bei besonders intensiver Einwirkung sogar den Tod zu Folge haben kann. Schallpegel dieser Größenordnung sind zum Beispiel in der Nähe von Raketen- und Düsentriebwerken möglich.

Bildnachweis: Baunetz (yk), Berlin

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