Wärmedämmung in Fußböden

Außer den statischen Anforderungen müssen Böden auch bauphysikalischen Ansprüchen genügen, sie sollten sowohl wärmedämmend als auch schalldämmend ausgeführt werden.

Je nach ihrer Lage im Gebäude sind Böden unterschiedlich zu dämmen, z.B. im Keller nach unten oder unterhalb eines unausgebauten Dachgeschosses nach oben. Dabei empfiehlt sich jeweils, die Dämmung auf der kalten Seite des Bodens anzubringen. Teilweise eignet sich der Keller, aufgrund der Ausführung mit Gewölbedecken oder einer zu geringen Geschosshöhe, nicht zur Anbringung der Wärmedämmung unterhalb der Decke, dann kann sie oberhalb der Bodenplatte in den Fußbodenaufbau des Erdgeschosses integriert werden. Bei der Altbaumodernisierung muss berücksichtigt werden, dass sich dadurch die Bestandshöhen, von z.B. Türen und Fenstern verringern.

Schalldämmende Eigenschaften sind insbesondere in Mehrfamilienhäuser zu berücksichtigen. Bei der Schalldämmung müssen zwei verschiedene Arten von Schall berücksichtigt werden: Körperschall und Luftschall. Körperschall entsteht durch Maschinen (z.B. Waschmaschine) oder Installationen (z. B. Fallleitungen), er ist am Ort des Entstehens zu dämmen. Eine zusätzliche Dämmplatte direkt unterhalb der Waschmaschine bietet bei auftretendem Körperschall oft bereits ausreichende Abhilfe. Eine besondere Art des Körperschalls ist jedoch der Trittschall, der nach dem Betreten des Bodens durch direkte Schwingungseinleitung in das Mauerwerk entsteht und häufig zu Problemen zwischen den Bewohnern unterschiedlicher Stockwerke führt. Trittschall wird im Regelfall durch schwimmende Estriche auf einer Trittschalldämmung vermindert. Die sorgfältige Ausführung ist besonders in Mehrfamilienhäusern sehr wichtig.

Luftschallprobleme sind bei der Ausführung von Böden meist von einer untergeordneten Bedeutung, da eine gute Trittschalldämmung ebenfalls für eine Minimierung des Luftschalls sorgt. Bei dennoch auftretenden Beeinträchtigungen kann der Luftschall durch ergänzende Unterdecken minimiert werden.

Die Dämmschicht ist nach DIN 18560 Teil 2 mit einer Polyethylenfolie von mindestens 0,1 mm Dicke oder mit einem anderen Erzeugnis vergleichbarer Eigenschaften abzudecken, zum Beispiel mit einer nackten Bitumenbahn mit Schrenzpapiereinlage (Dampfsperre mit bremsender Wirkung). Die Abdeckung ist an den Randstreifen hochzuführen oder mit der gegebenenfalls auf dem Randstreifen aufkaschierten Folie zu überlappen. Die einzelnen Bahnen müssen an den Stößen cirka 8 cm überdecken. Diese Abdeckungen ersetzen weder Dampfsperren noch Abdichtungen gegen Feuchtigkeit. Sie sollen lediglich die Durchfeuchtung der Dämmschicht durch das Anmachwasser des Mörtels und die Bildung von Mörtelbrücken verhindern.

Fachwissen zum Thema

Unterkonstruktionen

Abdichtung gegen Feuchte aus dem Untergrund

Fußbodenkonstruktionen sind im Hinblick auf Feuchtigkeitseinwirkung als schadensträchtig zu bezeichnen. Insbesondere führen...

Unterkonstruktionen

Abdichtungen: Ausführung

Hinsichtlich der Ausführung von Abdichtungen wird unterschieden zwischen Flächenabdichtungen, Abdichtungen an Bewegungsfugen und ...

Bauphysik

Feuchteschutz: Abdichtungen

Einfache Abdichtungen gegen BodenfeuchtigkeitNach DIN 18195 Bauwerksabdichtungen - Teil 4: Abdichtungen gegen Bodenfeuchte...

Geringe Wärmeableitung im Fußbereich

Geringe Wärmeableitung im Fußbereich

Bauphysik

Wärme und thermische Behaglichkeit

Grundlegendes Bedürfnis jedes Menschen ist die thermische Behaglichkeit in seinem Wohn- und Arbeitsumfeld. Wohlbefinden wird in...

Zum Seitenanfang

Abdichtung gegen Feuchte aus dem Untergrund

Fußbodenkonstruktionen sind im Hinblick auf Feuchtigkeitseinwirkung als schadensträchtig zu bezeichnen. Insbesondere führen...

Abdichtungen: Ausführung

Hinsichtlich der Ausführung von Abdichtungen wird unterschieden zwischen Flächenabdichtungen, Abdichtungen an Bewegungsfugen und ...

Abdichtungen: Definition

Besonders bei Neubauten sind junge Betondecken/Betonsohlen vorhanden, welche einen erhöhten Feuchtigkeitsgehalt aufweisen. Als...

Abdichtungen: Materialien

Abdichtungen und sd-Wert

Abdichtungen und sd-Wert

Für den Einsatz üblicher Nutzbeläge, z. B. Parkettböden, Teppichböden, keramische Fliesen, elastische Bodenbeläge etc. sind...

Ausgleichs- und Glätteschichten: Anforderungen

Falsch und richtig eingebettete Rohre/Installationen

Falsch und richtig eingebettete Rohre/Installationen

Zur Aufnahme von Deckenauflagen, z.B. Estrichen, ist ein ebener Untergrund erforderlich. Dieser Untergrund darf keine Grate,...

Ausgleichsschichten: Schüttungen

Trockenschüttung aus Perlite

Trockenschüttung aus Perlite

Schüttungen sind lose oder gebundene Materialkonglomerate. Sie sind in unterschiedlichen Körnungsstärken und aus sehr...

Deckenauflagen: Arten und Einsatzbereiche

Bei Deckenauflagen im Verbund (Verbundestriche) wird der mineralische Est-rich direkt auf der Rohdecke aufgebracht.

Bei Deckenauflagen im Verbund (Verbundestriche) wird der mineralische Est-rich direkt auf der Rohdecke aufgebracht.

Nach Herstellung des Rohbaus sind zunächst Rohdecken, Bodenplatten oder Holzbalkendecken vorhanden. Erst das Aufbringen einer...

Klebstoffe: Allgemeines

Für die vollflächige Klebung von Parkett- und Bodenbelägen stehen eine Vielzahl von unterschiedlichen Klebstoffsystemen zur...

Klebstoffe: Arten und Anwendungen

Bei der Auswahl des Klebstoffes für Holz- und andere Bodenbeläge müssen verschiedene Kriterien berücksichtigt werden (siehe auch...

Spachtelmassen: Allgemeines

Je nach Einsatzbereich, Aufgabe und Auftragsdicke werden bei Fußböden Spachtelmassen, Nivelliermassen und Ausgleichmassen...

Spachtelmassen: Arten

Um die unterschiedlichen Anwendungen und Aufgaben zu erfüllen, existieren am Markt verschiedene Spachtelmassensysteme, nachfolgend...

Trennschichten: Allgemeines und Materialien

Sowohl beim Einbau von mineralischen Untergründen (Zementestrich, calciumsulfatgebundener Estrich, Magnesiaestrich) als auch beim...

Trennschichten: Arten und Anwendungen

Beispiel für den Aufbau eines Estrichs auf Trennlage bzw. Trennschicht

Beispiel für den Aufbau eines Estrichs auf Trennlage bzw. Trennschicht

Estrich auf Trennschicht/Trennlage Mineralische Estriche können als Verbundestrich, Estrich auf Trennlage oder schwimmender...

Vorstriche und Grundierungen: Arten und Einsatzbereiche

Untergründe auf mineralischer Basis müssen zur Vorbereitung von Bodenbelag- und Parkettarbeiten grundiert bzw. vorgestrichen...

Wärmedämmung in Fußböden

Außer den statischen Anforderungen müssen Böden auch bauphysikalischen Ansprüchen genügen, sie sollten sowohl wärmedämmend als...