Pavillons des Ženy Víno Funk Festivals in Pezinok

Licht, Luft und Schatten im offenen Raum

Jährlich zieht es Musik-, Kultur- und Naturliebhaber*innen in die hügelige Landschaft der Kleinen Karpaten. Oberhalb der slowakischen Stadt Pezinok, umgeben von Weinbergen, findet dort im Sommer das Ženy Víno Funk Festival statt. Für das Open-Air-Event bedurfte es einer Infrastruktur, die sich einerseits schnell auf- und abbauen lässt, andererseits vielfältige Nutzungsoptionen mit hoher Aufenthaltsqualität im Sommer bietet. Insbesondere Sonnen- und Hitzeschutz spielen dabei eine zentrale Rolle. Für die Ausgabe 2025 gestalteten Jakub Kolarovič Architects aus Bratislava eine Reihe temporärer Kleinarchitekturen.

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Gliederung des Festivalareals

Die Pavillons und Bühnen erstreckten sich entlang mehrerer Achsen, die sich im Norden des Geländes in einem Punkt treffen. Die Positionierung der Strukturen – entweder den Hang hinauf oder quer dazu – ergibt sich aus ihrer Funktion, der Topografie sowie den umgebenden Rebzeilen.

Haupteingang mit Lichtmarke

Das Eingangstor bildet gemeinsam mit der Hauptbühne sowie weiteren Festivalstrukturen eine Nord-Süd-Achse. Es besteht aus einer demontierbaren Gerüstkonstruktion, die mit weißem Mesh-Gewebe umhüllt ist. Das transluzente Material streut das einfallende Sonnenlicht diffus und ermöglicht durch seine Durchlässigkeit eine natürliche Belüftung. Die hellen, stark reflektierenden Oberflächen tragen zudem zu einem hohen Albedo-Wert bei und reduzieren die Aufheizung der Konstruktion durch direkte Sonneneinstrahlung. Eine großzügige Öffnung in der Mitte markiert den Zugang zum Gelände, seitlich sind Akkreditierungs- und Servicebereiche untergebracht. Ein verspiegelter Polycarbonatturm hinter dem Eingang dient als Basis für einen in den Himmel gerichteten Lichtstrahl und hilft bei der Orientierung auf dem weitläufigen Festivalareal.

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Schallschutz aus Stroh

Die Hauptbühne – die sogenannte Arena – schließt direkt an den Eingangsbereich an. Mauern aus quaderförmigen Strohballen fassen den langgestreckten ovalen Bereich ein und schirmen ihn als Schallschutz von der umgebenden Landschaft ab. Zugänge befinden sich an der Nord-, Ost- und Westseite. Im Norden ist die Bar angeordnet, am südlichen Ende die Bühne. Dazwischen ist Platz für bis zu 2.000 Besucher*innen.

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Adaptive Fassade: Licht, Luft und Schatten

Der Hauptachse hangaufwärts, nach Norden folgend, trifft man auf eine querende Achse. Entlang des westlichen Abschnitts befinden sich unter anderem die Gastrozone und die Secret Stage. Letztere ist eine leichte Holzkonstruktion mit einem Flachdach aus Polycarbonatplatten. Vier mal vier Stützen bilden das regelmäßige Raster des quadratischen Grundrisses. Der flexibel nutzbare Raum verfügt über eine entsprechend anpassungsfähige Fassade: An drei Seiten befinden sich Paneele aus milchigen, transluzenten Polycarbonatplatten, die sich wie Garagentore hochklappen lassen. 

Tagsüber öffnet sich der Pavillon zur Landschaft und kann so von Frischluft durchströmt werden, während das Dach weiterhin vor direkter Sonneneinstrahlung schützt. Nachts schließen sich die Paneele und verwandeln den Raum in einen Club. Durch das transluzente Polycarbonat dringt dann das atmosphärische Licht nach außen. Im Gegensatz zu den übrigen temporären Strukturen ist die Secret Stage dauerhaft angelegt, da die Stadtverwaltung an einer langfristigen touristischen Nutzung interessiert ist.

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Gebogene Polycarbonathülle

Im östlichen Bereich der Querachse befindet sich mit dem Concept Store ein weiterer Pavillon. Die Holzkonstruktion mit einem zarten Flachdach aus Polycarbonat ist aufgeständert, um die Unebenheiten des Geländes auszugleichen. An drei Seiten bilden gebogene Polycarbonatplatten die Fassade, hinter der sich ein multifunktionaler Verkaufs- und Präsentationsraum für Festival-Merchandise verbirgt. Hingegen ist die den Weinbergen zugewandte Südseite offen. Breite Holzstufen bieten hier eine Sitzgelegenheit und einen einladenden Zugang zum Verkaufsraum.

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Pergolenartige Struktur mit textilem Sonnenschutz

Oberhalb des Concept Stores liegt die Experience Zone – ein Pavillon zum Verweilen mit Platz für etwa 150 Besucher*innen. Die langgestreckte Holzkonstruktion mit verbreitertem Mittelteil erinnert an eine Pergola und orientiert sich in ihrer Längsausrichtung an den Rebzeilen des umliegenden Weinbergs. Zwei lange Tischreihen laden zum gemeinsamen Essen und Verweilen im Schatten ein. Dazu hängen unter dem Flachdach aus Polycarbonat helle, wellenförmig drapierte Stoffbahnen. Die vorhangartigen Gewebe erzeugen eine rustikale, fast schon mediterrane Atmosphäre, sind lichtdurchlässig und schirmen gleichzeitig die direkte Sonneneinstrahlung ab. Durch ihre helle Farbigkeit und hohe Reflexionsfähigkeit tragen sie ebenfalls zu einem erhöhten Albedo-Wert bei und reduzieren so die Aufheizung im Aufenthaltsbereich.

Bautafel

Architektur: Jakub Kolarovič Architects, Bratislava 
Projektbeteiligte: Marek Somorovsky (Statik); Jakub Tuma (Konzeptberatung/Eventorganisator)
Bauherr*in: Ženy Víno Funk
Fertigstellung: 2025
Standort: 902 01 Pezinok-Stará hora, Slowakei
Bildrechte: Martin Václavík; Martina Mlčúchová; Robert Revak (Fotos); Jakub Kolarovič Architects (Pläne)

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Materialien

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Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
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Kontakt: 0711 / 9751-0 | info@mhz.de
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Für das jährlich stattfindende Ženy Víno Funk Festival in Pezinok entwarf das Büro Jakub Kolarovi Architects aus Bratislava eine Reihe temporärer, pavillonartiger Architekturen.

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