Dachfenster

Dachfenster sind ein wichtiger Bestandteil des geneigten Daches. Sie haben in den letzten Jahren eine weitreichende Entwicklung nicht nur bezüglich der Größe und Bauart durchlaufen, auch die betreffenden Normen und Richtlinien haben sich in den letzten Jahren verändert.

Gallerie

Entwicklungsgeschichte
Die Belichtung von Dachraum beginnt mit der Entwicklung von Glasbausteinen, die in die Dachdeckung integriert wurden. Ziel war es, die als Lagerraum verwendeten Dachböden zumindest teilweise mit Tageslicht zu versorgen. Im weiteren Verlauf sollte das Dachgeschoss zunächst für den Schornsteinfeger zugänglich gemacht und dann als Wohnraum genutzt werden. Um die natürliche Belichtung des Dachraumes zu vergrößern, folgten den Glasbausteinen zunächst einfache Dachfenster aus Guss-Stahl, später aus verzinkten Formen mit Einfachverglasung. Häufig auftretende Probleme waren die extreme Schimmelbildung an Rahmen und Laibungen sowie der immer noch zu geringe Lichteinfall. Als Folge entstanden Dachflächenfenster mit Einfachverglasung, zuerst in Verbindung mit einem Holzrahmen und einem Holzflügel. Ein Nachteil war jedoch, dass der Schornsteinfeger oder Dachdecker - wegen der teilweise in der Mitte angeschlagenen Öffnungsscharniere - keine Möglichkeit hatte, durch diese Fenster auf das Dach zu gelangen. Im weiteren Verlauf wurde die Einfachverglasung durch eine äußere Verglasung und eine separate innere Verglasung abgelöst. Dadurch änderte sich das Dämmverhalten der Dachöffnungen beträchtlich.

Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre wurden dann die ersten so genannten Thermopen-Scheiben in Dachflächenfenster eingebaut. Eine Entwicklung die nochmals eine deutliche Verbesserung der Dämmeigenschaften erbrachte. Damit konnten die Fensterflächen erheblich vergrößert werden, ohne zu höheren Wärmeverlusten zu führen. Der größere Lichteinfall gewährleistete zudem eine erhebliche Steigerung der Wohnqualität. Seit einigen Jahren gibt es Dachflächenfenster, die auch als Dachausstiege, Notausgänge und seit neuestem auch als Rauch- und Wärmeabzug eine Zulassung haben. Somit sind auch bei früher fast undenkbaren Dachbodenausbauten zu Wohnzwecken die notwendige Beleuchtung und die Sicherheit der Bewohner leicht zu gewährleisten.

Bemessung
Zur richtigen Bemessung und damit zur ausreichenden Versorgung mit natürlichem Licht in Dachräumen oder Dachgeschossen soll die DIN 5034 Tageslicht in Innenräumen beitragen. Zusätzlich enthalten die Landesbauordnungen weitere Forderungen bezüglich der notwendigen Tageslichtmenge. Letztere verlangen in der Regel einen Lichteinfall von 1/8 bis zu 1/10 der Grundfläche der Räumlichkeit. (Die Grundfläche wird üblicherweise von dort ab gerechnet, wo die senkrechte Höhe von Oberkante Boden bis Unterkante Dachschräge > 1,50 m ist.) In den Landesbauordnungen (LBO) werden solche Fenster als notwendige Fenster bezeichnet.

Der Einbau der Dachflächenfenster unterliegt jedoch noch anderen Notwendigkeiten bzw. Beschränkungen. So müssen beispielsweise die Absturzhöhen von Brüstungen eingehalten werden. In fast allen LBO sind diese mit mindestens 0,90 m festgelegt. Außerdem wird die Höhe der Fenster natürlich vom First begrenzt und bei zu langen Fenstern kann die Öffnungsmechanik nicht mehr ohne Hilfsmittel bedient werden.

Aber die Längenbegrenzungen beschränken nicht unmittelbar auch die Breite der Öffnungen. Seit etlichen Jahren sind die früher üblichen Bleieinfassungen von Dachflächenfenstern durch so genannte Eindeckrahmen abgelöst worden. Diese geben den Planern die Möglichkeit, die Fenster seitlich und/oder übereinander anzuordnen. Selbst die statisch relevanten Sparren können bei verschiedenen Kombinationen durch dünnere Hilfssparren ersetzt werden.

Allerdings haben große Fensterflächen auch Nachteile. Sind keine außen liegenden Sonnenschutzmaßnahmen angebracht, kann die Hitze im Sommer sehr unangenehm werden. Moderne elektrisch angetriebene Außenjalousien oder -markisen, eventuell in Kombination mit Windmessgeräten und Thermometern, sorgen für einen guten Bedienungskomfort und den notwendigen sommerlichen Hitzeschutz.

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