Als Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) werden
mehrschichtige Konstruktionen zur Dämmung von Gebäudeaußenwänden
bezeichnet. Sie sind seit etwa 1965 auf dem Markt und bestehen aus
aufeinander abgestimmten Baustoffen. Alle Systeme bestehen aus
einer Befestigung auf der Tragwand, einer Wärmedämmung, einer
Armierungsschicht und einem Außenputz.
Galerie
Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) bestehen aus einer Befestigung auf der Tragwand, einer Wärmedämmung, einer Armierungsschicht und einem Außenputz.
Bild: Yvonne Kavermann, Berlin
01|10
Bei ebenen Untergründen erfolgt eine vollflächige Verklebung: Der Kleber wird über eine Zahntraufe ganzflächig aufgetragen und mit der gezahnten Seite abgezogen.
Bild: Rockwool, Gladbeck
02|10
Bei Untergründen mit Unebenheiten erfolgt eine Verklebung gemäß der Wulst-Punkt-Methode.
Bild: Rockwool, Gladbeck
03|10
Dann wird die Dämmplatte an vorbereitete Außenwand gedrückt.
Bild: Rockwool, Gladbeck
04|10
Eine zusätzliche Verdübelung ist immer dann erforderlich, wenn das System-Gesamtgewicht mehr als 10 kg/m² beträgt sowie bei Systemen mit Steinwolledämmung unabhängig vom Gewicht.
Bild: Rockwool, Gladbeck
05|10
Die Systemdübel sind so ausgebildet, dass der Dübelkopf ebenengleich mit der Dämmung abschließt.
Bild: Rockwool, Gladbeck
06|10
Querschnitt einer verdübelten und verklebten Steinwolledämmplatte
Bild: Rockwool, Gladbeck
07|10
Wo sich die Dübel befinden, ist die außenliegende Putzoberfläche wärmer als im Bereich des Regelquerschnitts des WDVS. Dies verhindert dort einen Algenbefall – und die Fassade bleibt an diesen Punkten hell.
Bild: Yvonne Kavermann, Berlin
08|10
Fortgeschrittener Algenbefall an einem WDVS
Bild: Yvonne Kavermann, Berlin
09|10
Wegen der oft höheren mechanischen und feuchtebdingten Beanspruchung müssen der Sockelbereich und erdberührte Bautele anders ausgebildet werden.
Bild: Maximilian Ludwig, Berlin
10|10
Befestigungsarten
Die kostengünstigste Befestigung ist ein speziell auf den
Untergrund abgestimmter Klebemörtel. Bei ebenen Untergründen und
generell bei sehr dünnen Wärmedämmplatten erfolgt eine vollflächige
Verklebung. Dazu wird der Kleber über eine Zahntraufe ganzflächig
aufgetragen und mit der gezahnten Seite abgezogen. Bei Untergründen
mit Unebenheiten erfolgt eine Punkt-Rand-Verklebung. In diesem Fall
wird der Kleber linienförmig auf den Plattenkanten aufgezogen und
zusätzlich mit mindestens sechs Klebebatzen auf der Plattenfläche
ergänzt.
Eine alleinige Verklebung kann bei Polystyrol-Hartschaumplatten
mit einem System-Gesamtgewicht ≤ 10 kg/m2 erfolgen.
Liegt das Gesamtgewicht darüber, ist eine zusätzliche Verdübelung
erforderlich, ebenso wie bei Systemen mit Steinwolledämmung, die
generell zusätzlich zu verdübeln sind. Bei Sanierungen von
Altbauten ist eine zusätzliche Verdübelung immer empfehlenswert, da
die Haftabzugswerte der alten Wandoberfläche häufig nicht bekannt
sind. Hier sind insbesondere Altanstriche zu beachten. Die
Systemdübel sind so ausgebildet, dass der Dübelkopf ebenengleich
mit der Dämmung abschließt.
Eine mechanische Befestigung kommt ohne zusätzliche Verklebung
aus. Die Verankerung am Rohbau erfolgt linienförmig über
angedübelte Metallschienen. Die Dämmplatten sind umlaufend mit
einer Leibungsnut und einer Hinterfräsung ausgebildet. Über
entsprechende Schenkel greifen die Schienen in die Nut.
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Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) bestehen aus einer Befestigung auf der Tragwand, einer Wärmedämmung, einer Armierungsschicht und einem Außenputz.
Bild: Yvonne Kavermann, Berlin
01|10
Bei ebenen Untergründen erfolgt eine vollflächige Verklebung: Der Kleber wird über eine Zahntraufe ganzflächig aufgetragen und mit der gezahnten Seite abgezogen.
Bild: Rockwool, Gladbeck
02|10
Bei Untergründen mit Unebenheiten erfolgt eine Verklebung gemäß der Wulst-Punkt-Methode.
Bild: Rockwool, Gladbeck
03|10
Dann wird die Dämmplatte an vorbereitete Außenwand gedrückt.
Bild: Rockwool, Gladbeck
04|10
Eine zusätzliche Verdübelung ist immer dann erforderlich, wenn das System-Gesamtgewicht mehr als 10 kg/m² beträgt sowie bei Systemen mit Steinwolledämmung unabhängig vom Gewicht.
Bild: Rockwool, Gladbeck
05|10
Die Systemdübel sind so ausgebildet, dass der Dübelkopf ebenengleich mit der Dämmung abschließt.
Bild: Rockwool, Gladbeck
06|10
Querschnitt einer verdübelten und verklebten Steinwolledämmplatte
Bild: Rockwool, Gladbeck
07|10
Wo sich die Dübel befinden, ist die außenliegende Putzoberfläche wärmer als im Bereich des Regelquerschnitts des WDVS. Dies verhindert dort einen Algenbefall – und die Fassade bleibt an diesen Punkten hell.
Bild: Yvonne Kavermann, Berlin
08|10
Fortgeschrittener Algenbefall an einem WDVS
Bild: Yvonne Kavermann, Berlin
09|10
Wegen der oft höheren mechanischen und feuchtebdingten Beanspruchung müssen der Sockelbereich und erdberührte Bautele anders ausgebildet werden.
Bild: Maximilian Ludwig, Berlin
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Wärmedämmung
Als Wärmedämmstoffe werden vor allem nichtbrennbare Materialien
wie Steinwolle und Mineralwolle-Lamellenstreifen,
Polystyrol-Hartschaum aber auch Korkplatten verwendet. Die Dämmung
muss flächig homogen ohne Fehlstellen ausgebildet werden.
Offene Fugen müssen mit Schaum oder Dämmstoffstreifen
dicht geschlossen werden. Versprünge zwischen den Platten sind
planzuschleifen, um für eine einheitliche Stärke der
darauffolgenden Armierungsschicht zu sorgen. Wegen der oft
höheren mechanischen und feuchtebedingten (Spritzwasser)
Beanspruchung müssen der Sockelbereich und erdberührte Bauteile
allerdings anders ausgebildet werden.
Armierungsschicht
Die zwischen 1,5 und 5,0 mm dicke Armierungsmasse ist für die
Qualität des gesamten Dämmsystems von entscheidender Bedeutung. Sie
dient der Egalisierung des Haftgrundes, der Einbettung der
Gewebearmierung und zur Vorbereitung des Putzgrundes. Verwendet
werden mineralisch gebundene oder organisch kunstharzvergütete
Armierungsmassen, die auf den Oberputz abgestimmt sein
müssen.
Die Gewebeeinlage besteht in der Regel aus Glasfasergewebe, das
im äußeren Bereich der Armierungsmasse satt einliegen soll und
dafür sorgt, dass sich Spannungen aus dem Putz flächig verteilen.
Da der Putz nämlich stärker abkühlt als der Untergrund, entstehen
Zugspannungen, die zu Rissen in der Armierungsschicht führen
könnten. Die Gewebeeinlage verteilt diese Spannungen in der Fläche,
sodass statt eines Einzelrisses viele Mikrorisse entstehen, die vom
Oberputz überbrückt werden können.
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Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) bestehen aus einer Befestigung auf der Tragwand, einer Wärmedämmung, einer Armierungsschicht und einem Außenputz.
Bild: Yvonne Kavermann, Berlin
01|10
Bei ebenen Untergründen erfolgt eine vollflächige Verklebung: Der Kleber wird über eine Zahntraufe ganzflächig aufgetragen und mit der gezahnten Seite abgezogen.
Bild: Rockwool, Gladbeck
02|10
Bei Untergründen mit Unebenheiten erfolgt eine Verklebung gemäß der Wulst-Punkt-Methode.
Bild: Rockwool, Gladbeck
03|10
Dann wird die Dämmplatte an vorbereitete Außenwand gedrückt.
Bild: Rockwool, Gladbeck
04|10
Eine zusätzliche Verdübelung ist immer dann erforderlich, wenn das System-Gesamtgewicht mehr als 10 kg/m² beträgt sowie bei Systemen mit Steinwolledämmung unabhängig vom Gewicht.
Bild: Rockwool, Gladbeck
05|10
Die Systemdübel sind so ausgebildet, dass der Dübelkopf ebenengleich mit der Dämmung abschließt.
Bild: Rockwool, Gladbeck
06|10
Querschnitt einer verdübelten und verklebten Steinwolledämmplatte
Bild: Rockwool, Gladbeck
07|10
Wo sich die Dübel befinden, ist die außenliegende Putzoberfläche wärmer als im Bereich des Regelquerschnitts des WDVS. Dies verhindert dort einen Algenbefall – und die Fassade bleibt an diesen Punkten hell.
Bild: Yvonne Kavermann, Berlin
08|10
Fortgeschrittener Algenbefall an einem WDVS
Bild: Yvonne Kavermann, Berlin
09|10
Wegen der oft höheren mechanischen und feuchtebdingten Beanspruchung müssen der Sockelbereich und erdberührte Bautele anders ausgebildet werden.
Bild: Maximilian Ludwig, Berlin
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Außenputz
Bei den Außen- oder Oberputzen, auch Schlussbeschichtungen
genannt, sind diese vier Systeme gebräuchlich:
Mineralputze
Silikatputze
Kunstharzputze
Silikonharzputze
Mineralputze, in der Regel zweilagig aufgebracht, werden auch
als Dickschichtsysteme bezeichnet, während die relativ dünnen
Silikatputze, Kunstharzputze und Silikonharzputze als
Dünnschichtsysteme bekannt sind. Dünnschichtsysteme haben sich
weitgehend durchgesetzt, da sie nur sehr schwach schwinden und sich
durch ihre relativ schnell erreichte Endfestigkeit zeitsparend und
wirtschaftlich verarbeiten lassen.
Außenputze können in allen gängigen Oberflächen und Korngrößen
ausgeführt werden. Zu beachten ist eine eingeschränkte Farbauswahl
bei Silikatputzen und bei mineralischen Putzen, während
Kunstharzputze und Silikonharzputze eine nahezu unbegrenzte
Farbauswahl ermöglichen. Die Farbgebung wird entweder durch
Einfärben des Putzes erreicht oder durch einen abschließenden
Anstrich. Dieser muss auf das Putzsystem in Form von Silikatfarben,
Kunstharzfarben oder Silikonharzfarben materialtechnisch abgestimmt
sein. Die Anstriche können dabei auch zur Egalisierung des
Außenputzes verwendet werden, etwa zur optischen Reduzierung der
Korngröße.
Fachwissen zum Thema
Tragwerksraster, Ausbauraster und Fassadenraster können anhand der Außenwände erkennbar sein und so einen Eindruck vom Inneren des Gebäudes vermitteln.
Bild: Maximilian Ludwig, Berlin
Fassadenarten
Außenwände
Die Bauteile können Teil einer schützenden und repräsentativen Fassade sein oder zum Tragwerk des Gebäudes gehören. Entsprechend vielfältig sind Anforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten.
Hinterlüftete Aluminiumverkleidung des Bauhaus Baumarkts am Kurfürstendamm in Berlin, Architektur: Müller Reimann Architekten, Berlin
Bild: Michaela Boguhn, Berlin
Fassadenelemente
Funktionsaufbau hinterlüfteter Fassaden
Viele Architekturschaffende schwören auf vorgehänge hinterlüftete Fassaden, da sie zu den energetisch wirksamsten Gebäudehüllen gehört.
Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) bestehen aus einer Befestigung auf der Tragwand, einer Wärmedämmung, einer Armierungsschicht und einem Außenputz.
Bild: Yvonne Kavermann, Berlin
Befestigung, Wärmedämmung, Armierungsschicht und Putz bilden seit sechzig Jahren ein Quartett, das deutschlandweit an vielen Häusern zu finden ist.
Ausfachungen
Pfosten-Riegel-Konstruktion mit Ausfachungen aus Glas und Öffnungsklappen aus Aluminium bei einem Hotel in Berlin. Architektur: Eike Becker Architekten, Berlin
Bild: Yvonne Kavermann, Berlin
Bestehen Ausfachungen bei historischen Fachwerkhäusern aus Lehm, Mauerwerk oder Holz, so kommen bei modernen skelettartigen Fassadenkonstruktionen zumeist Glas, opake Materialien oder mehrschalige Paneele zum Einsatz.
Balkone
Balkone erweitern den Wohnraum in der warmen Jahreszeit und steigern die Wohnqualität.
Bild: Urte Schmidt
Anordnung, Form und Material von Balkonen prägen das Bild einer Fassade entscheidend – egal ob als Einzel-, Doppel- und umlaufender Balkon, ob als französischer Balkon oder Laubengang.
Bekleidungselemente
Vorgehängte, hinterlüftete Fassade aus Titanzinkblech am Jüdischen Museum, Berlin (Beispiel leichte Bekleidungselemente)
Bild: Yvonne Kavermann, Berlin
Aus den verschiedensten Materialien gefertigt, schuppen- oder tafelförmig angebracht, eben oder profiliert, leicht oder schwer, klein- oder großformatig.
Fenster
Holzfenster in Bruno Tauts Wohnsiedlung Onkel Toms Hütte in Berlin-Zehlendorf. Kennzeichnend für das Neue Bauen sind die Fenster in liegender Ausrichtung.
Bild: Stephan Redeker
Wohl kaum ein Bauteil definiert den Charakter einer Fassade mehr als das Fenster. Welche Kriterien sind bei der Planung zu berücksichtigen? Eine Einführung.
Funktionsaufbau hinterlüfteter Fassaden
Hinterlüftete Aluminiumverkleidung des Bauhaus Baumarkts am Kurfürstendamm in Berlin, Architektur: Müller Reimann Architekten, Berlin
Bild: Michaela Boguhn, Berlin
Viele Architekturschaffende schwören auf vorgehänge hinterlüftete Fassaden, da sie zu den energetisch wirksamsten Gebäudehüllen gehört.
Gitter und Lochbleche
Durchlässigkeit, Stabilität, Materialeffizienz – dieser Dreiklang macht Gitter und Lochbleche zu vielseitigen Fassadenelementen.
Bild: Kati Türschmann, Hamburg
Gitterroste, Streckmetallgitter und Lochbleche können verschiedene Funktionen erfüllen, je nachdem, ob sie horizontal oder vertikal angebracht sind.
Sandwich-Konstruktionen
Sandwichelemente sind häufig bei industriellen Bauten wie Produktionshallen, Tankstellen oder Autohäusern anzutreffen.
Bild: Maximilian Ludwig, Berlin
Mit den dämmenden, dreischichtigen Platten können in kurzer Zeit großflächige Außenwände und Dächer errichtet werden.
Türen und Toranlagen
Bei Eingängen und Fluchttüren ist darauf zu achten, dass sie barrierearm sind.
Bild: Yvonne Kavermann, Berlin
Je nach Funktion und Grad der Öffentlichkeit variieren Lage, Größe, Form, Material, Oberfläche und Bedienung – ein Überblick.
Vakuumisolationspaneele (VIP)
Beispiel eingebaute Vakuumisolationspaneele
Bild: Zentrum für Angewandte Energieforschung Bayern (ZAE), Würzburg
Vakuumisolationspaneele, kurz VIP genannt, sind hocheffiziente Materialien zur Wärmedämmung. Während die Wärmeleitfähigkeit...
MHZ Senkrechtmarkise
Die zip 6 ermöglicht eine Beschattung bis 6,00 m Breite und 3,50 m Höhe – bei einer zugleich schlanken 110er-Kassette.