Wartung und Instandhaltung von BMA

Die dauerhafte Wirksamkeit und Betriebssicherheit von Brandmeldeanlagen wird nur gewährleistet, wenn die Anlagen regelmäßig inspiziert, gewartet und Instand gehalten werden. Die Wartung und Instandhaltung soll nach DIN 14675 Brandmeldeanlagen Aufbau und Betrieb von zertifizierten Fachkräften ausgeführt werden. Verfügt der Betreiber nicht über die entsprechenden Fachkräfte muss er diese extern beauftragen. Um im Störfall eine schnelle Instandsetzung sicherzustellen, empfiehlt sich der Abschluss eines Wartungs- und Instandsetzungsvertrages.

Die jährliche Wartung umfasst neben der Sichtprüfung der gesamten Anlage die Auslösung aller Melder, die Prüfung der korrekten Anzeige an der Zentrale am Feuerwehr-Bedienfeld, einen Funktionstest der Alarmierungseinrichtung und der Brandfallsteuerungen , die Kontrolle der Störungserkennung und -weiterleitung und die Überprüfung der Sicherheitsstromversorgung. Die Akkumulatoren sind nach spätestens vier Jahren zu ersetzen.

Die Inspektion der Anlage muss vierteljährlich erfolgen und kann auch durch unterwiesene Personen des Betreibers erfolgen. Hier geht es vor allem darum, Verschmutzungen oder Beschädigungen von Brandmeldekomponenten festzustellen und zu überprüfen, ob sich die Umgebungsbedingungen z.B. durch Umbau oder eine andere Nutzung geändert haben.

Automatische Brandmelder enthalten in der Regel keine mechanisch bewegten Teile. Trotzdem unterliegen sie in Abhängigkeit von den Umgebungsbedingungen einem mehr oder minder starkem Verschleiß zum Beispiel durch:

  • Verschmutzung der optischen Elemente
  • Trübung der Kunststofflinsen
  • helle Staubablagerungen in der matt schwarzen Messkammer von Streulichtmeldern
Hochwertige Melder können diese Erscheinungen erkennen und bis zu einem gewissen Grad kompensieren. Aber auch die Lebensdauer dieser Melder ist begrenzt. Die DIN 14675 gibt folgende Fristen für den Meldertausch vor:
  • 5 Jahre für automatische punktförmige Melder ohne automatische Kalibriereinrichtungen oder Verschmutzungskompensation, wenn die Einhaltung der Ansprechschwelle bei der Überprüfung vor Ort nicht festgestellt werden kann
  • 8 Jahre für automatische punktförmige Melder mit Komponenten mit automatischen Kalibriereinrichtungen oder Verschmutzungskompensation zur Anzeige einer zu großen Abweichung, wenn die Einhaltung der Ansprechschwelle bei der Überprüfung vor Ort nicht festgestellt werden kann
  • Theoretisch unbeschränkt können Brandmelder weiter verwendet werden, wenn die Einhaltung der Ansprechschwelle bei der jährlichen Prüfung mit einem vom Hersteller vorgegebenen Prüfverfahren nachgewiesen wurde.
Die Anforderung nach festen Tauschfristen für automatische Melder wurde durch die Vertreter der Hersteller von Brandmeldeprodukten in die Norm eingebracht und ist unter Fachleuten sehr umstritten. Die von den Herstellern vorgetragenen Argumente, dass die Rauchmelder auf Grund von Alterung nach einer gewissen Zeit nicht mehr bestimmungsgemäß funktionieren, konnte durch wissenschaftliche Untersuchungen nicht belegt werden. Die Umsetzung dieser normativen Anforderung bringt den Herstellern deutliche Umsatzsteigerungen – ist aber für die Betreiber der Anlagen mit erheblichen Kosten für Material und Arbeitsleistung verbunden und ökologisch nicht nachhaltig.

Da Normen keinen verbindlichen Charakter wie ein Gesetz habe, ist es durchaus möglich, üblich und manchmal notwendig von normativen Festlegungen abzuweichen. Der Planer, Errichter oder Betreiber sollte die Abweichung dokumentieren und fachlich begründen.

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