Feuerschutzabschlüsse

Nach Bauordnung erforderliche Türen, Tore und Klappen werden bauordnungsrechtlich als „Abschlüsse“ bezeichnet. Sie zählen zu den raumabschließenden Bauteilen und sind ebenso wie Wände und Decken mit Brandschutzqualität wichtige Elemente, um die Ausbreitung von Feuer und Rauch (Brand) zu verhindern. Da Öffnungen die brandschutztechnische Qualität von Wänden schwächen, sind sie nur dort erlaubt, wo sie für die Nutzung des Gebäudes unbedingt erforderlich sind. Für die Zeit, in der sie nicht genutzt werden, sind sie durch qualifizierte selbstschließende Abschlüsse zu verschließen. Diese Feuerschutzabschlüsse sind von Rauchschutzabschlüssen zu unterscheiden, die nicht unbedingt rauchdicht sein müssen (siehe Beitrag Rauchschutzabschlüsse).

Gallerie

Auf europäischer Ebene sind Feuerschutzabschlüsse in DIN EN 1634-1 Feuerwiderstandsprüfungen und Rauchschutzprüfungen für Türen, Tore, Abschlüsse, Fenster und Baubeschläge, national in der DIN 4102-5 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen; Feuerschutzabschlüsse, Abschlüsse in Fahrschachtwänden und gegen Feuer widerstandsfähige Verglasungen, Begriffe, Anforderungen und Prüfungen geregelt. Da die Europäische Produktnormung im Bereich der Feuerschutzabschlüsse noch nicht abgeschlossen, gilt in Deutschland nach wie vor die DIN 4102. Prüfungen und Klassifizierungen nach EN-Normen sind aber schon heute möglich.

Nach DIN 4102-5 Pkt. 5.1 handelt es sich bei Feuerschutzabschlüssen um selbstschließende Türen und selbstschließende andere Abschlüsse (z.B. Klappen, Rollläden oder Tore), die dazu bestimmt sind, im eingebauten Zustand den Durchtritt eines Feuers durch Öffnungen in Wänden und Decken zu verhindern. In Tabelle 1 der Norm werden Feuerschutzabschlüsse in Widerstandsklassen eingeteilt. Der Kennbuchstabe für Türen und Klappen ist das T (Auszug):



Anforderungen an Feuerschutzabschlüsse sind:

  • volle Funktionsfähigkeit nach 5.000 Schließvorgängen
  • immer selbstschließend (auch 2-flügelige Türelemente)
  • kein Durchgang von Feuer (auch bei lichtdurchlässigen Öffnungen)
  • Temperaturerhöhung auf der abgekehrten Seite maximal140 K im Mittel

Prüfungen von Feuerschutzabschlüssen
Die DIN 4102 Teil 5 legt Art und Dauer von Prüfungen für Feuerschutzabschlüsse, für Abschlüsse in Fahrschachtwänden von Aufzügen und für Verglasungen der Feuerwiderstandsklasse G (gegen Feuer widerstandsfähige Verglasung) fest. Über die Durchführung und die Ergebnisse der Prüfungen wird ein Prüfzeugnis ausgestellt. Diese Prüfzeugnisse sind in der Regel die Grundlage für einen bauaufsichtlichen Verwendungsnachweis.

Kennzeichnung von Feuerschutzabschlüssen

Nach den Übereinstimmungszeichen-Verordnungen der Bundesländer müssen Feuerschutzabschlüsse vom Hersteller mit dem Übereinstimmungszeichen (Ü-Zeichen) gekennzeichnet werden. Die Kennzeichnung muss bei Feuerschutztüren durch ein Schild aus Stahlblech erfolgen, das dauerhaft befestigt werden und folgende Angaben dauerhaft lesbar enthalten muss:

  • Art des Feuerschutzabschlusses und ggf. Marke des Herstellers
  • Übereinstimmungszeichen (Ü-Zeichen) mit Name des Herstellers, Zulassungsnummer, Bildzeichen oder Bezeichnung der Zertifizierungsstelle, Herstellwerk und Herstellungsjahr

Offenhaltung von Feuerschutzabschlüssen
Brandschutzabschlüsse wie Feuerschutz- oder Rauchschutztüren können ihren bestimmungsgemäßen Verwendungszweck nur in geschlossenem Zustand erfüllen. Daher müssen sie zwingend selbstschließend sein und dürfen nur kurzzeitig für den Durchgang von Personen geöffnet werden. Falls diese Türen während der Nutzung hinderlich sind und überwiegend offen stehen sollen, sind Feststellanlagen zu verwenden, die komplett mit allen Bauteilen bauaufsichtlich zugelassen sind und auf die Brandkenngröße „Rauch“ auslösen.

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