Oberflächenbehandlung von Parkett

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Die Oberflächenbehandlung von Holzfußböden wird in der DIN 18356 VOB Teil C Parkettarbeiten geregelt. Im Wesentlichen soll sie das Eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit verhindern, eine möglichst hohe Verschleißfestigkeit bieten und den Reinigungs- und Pflegeaufwand möglichst gering halten. Maßgebend für die Wahl der Oberflächenbehandlung ist die zu erwartende Beanspruchung des Bodens und der Verwendungszweck des Raums (Wohn-, Büro- oder Gewerbebereich). Grundsätzlich bieten sich zwei Möglichkeiten an:

  • das Ölen und Wachsen
  • das Versiegeln mit Lacken

Der Holzboden wird nach der Verlegung bzw. dem Abbinden des Klebstoffes vor Ort geschliffen, gesäubert und behandelt. Die Oberflächenbehandlungen unterscheiden sich wesentlich; im Folgenden sind wichtige Eigenschaften aufgeführt.

Öle und Wachse
Öle dringen ins Holz ein und imprägnieren es, die Poren bleiben dabei offen. Sie verfestigen die Oberfläche und machen sie widerstandsfähiger, Struktur und Farben des Holzes werden dabei betont. Es erhält einen sanften, seidigen Schimmer, Oberfläche und Haptik bleiben weitgehend natürlich. Die Abriebfestigkeit ist leicht erhöht, Wasser kann eindringen, Laugen, Säuren oder Lösungsmittel können das Öl angreifen.

Da Wachse und Öle nicht filmbildend sind, bleiben stärker strukturierte Hölzer mit einer solchen Oberfläche weniger kratzempfindlich, denn leichte Beschädigungen gehen in der Textur unter. Natürliche Öle, wie zum Beispiel Leinöl, sind überwiegend duftneutral und enthalten wenige oder keine Lösungsmittel, sind also gerade für Kinder und Allergiker empfehlenswert. Die ungehinderte Feuchteregulierung eines geölten Holzbodens beeinflusst das Raumklima positiv.

Wachse werden auch in Kombination mit Ölen angeboten. Es gibt natürliche, halbsynthetische und synthetische Wachse, die hart, pastös oder flüssig sein können. Für die Oberflächenbehandlung von Holzfußböden im Objektbereich ist das Heißwachsen (80°C) und Heißeinbrennen (160°C) geeignet. Wachse werden von Lösungsmitteln an- bzw. aufgelöst und quellen bei Wassereinwirkung. Die erzielte Oberfläche ist meist offenporig.

Versiegelungen

Durch Versiegelungen werden die Holzporen gefüllt und eine feste Verschleißschicht erzeugt, die vor Abrieb und Kratzern schützt und das Eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit verhindert. Je höher die Schichtstärke des Films (Materialverbrauch pro m²), desto länger ist die Haltbarkeit. Die einzelnen Parkettversiegelungen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer chemischen Zusammensetzung, ihrer Verarbeitbarkeit und den optischen Eigenschaften: sie sind glänzend, halbmatt und matt erhältlich. Die Versiegelung erfolgt unmittelbar nach dem Abschleifen des Holzfußbodens.

Zu beachten ist die verringerte Rutschsicherkeit bei versiegelten Holzböden. Außerdem sollte die eingesetzte Versiegelung möglichst kein Formaldehyd und keine Lösungsmittel enthalten. Ist sie einmal beschädigt, lässt sie sich nur vollständig und nicht partiell ersetzen (wie bei Öl und Öl-Wachs-Emulsionen). Das Holz kann unter der Versiegelung nicht „atmen" und insofern das Klima nicht positiv beeinflussen, seine Oberfläche fühlt sich wie Kunststoff und nicht mehr wie Holz an. Verklebte Fugen können ein Verziehen oder Aufwölben des Parketts bei wechselnden Luftfeuchten zur Folge haben.

Bildnachweis: Diolin, Ennetbürgen/CH (1); Raumausstattung Josef Vos, Kevelaer-Wetten (2); Tapis Express, Walperswil/CH (3)

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