Handlauf

Treppen, also Folgen von mindestens drei Stufen, müssen laut Musterbauordnung (MBO) einen festen und sicheren Handlauf haben. Für Treppen und Rampen in und außerhalb von öffentlich zugänglichen Gebäuden fordert §50 „Barrierefreies Bauen“ der MBO beidseitige Handläufe. Sie werden in der Regel entweder als Wandhandläufe ausgeführt oder sind Bestandteil eines Geländers. In diesem Fall bildet der Handlauf häufig dessen oberen Abschluss. Bei unterschiedlichen Höhenanforderungen an Geländer und Handlauf wird er auch seitlich am Geländer befestigt. Zu beachten ist, dass das Mindestmaß der nutzbaren Treppenlaufbreite an der schmalsten Stelle der Treppe gemessen wird, also zwischen den Handläufen.

Gallerie

Anordnung, Höhe, Abstände
Handläufe müssen laut DIN 18065 Gebäudetreppen zwischen 80 und 115 cm hoch sein. Der lichte Abstand des Handlaufes von benachbarten Bauteilen (z.B. Pfosten und Wänden) muss mindestens 5 cm betragen. Je nach Stufenbreite der Treppen sind Handläufe einseitig, beidseitig oder zusätzlich mittig anzuordnen. In Kindergärten ist es sinnvoll, einen zweiten Handlauf auf kindgerechter Höhe und mit kleinerem Durchmesser anzubringen. In Wohngebäuden ist der Handlauf üblicherweise auf der rechten Seite der Treppe angebracht, da die meisten Menschen Rechtshänder sind.

Die DIN 18040 Barrierefreies Bauen stellt in einigen Punkten über die DIN 18065 hinausgehende Anforderungen an Treppen und Handläufe. Unter anderem fordert sie, dass Handläufe auf einer Höhe von 85 bis 90 cm liegen sollen. Außerdem sind sie durchlaufend an Treppen- oder Rampenaugen sowie Zwischenpodesten und über Fensteröffnungen und Heizflächen hinweg zu führen. Sie müssen am freien Ende mindestens 30 cm über das Treppenende fortgeführt werden, mit einer Rundung zur Wand oder nach unten.

Gallerie



Querschnitt, Ausbildung
Um die Hand möglichst sicher und ergonomisch zu führen, sind Rundprofile oder daraus kombinierte Querschnitte besser geeignet als eckige Kantprofile. Die zu greifende Breite des Handlaufes muss laut DIN 18065 mindestens 2,5 cm und maximal 6 cm betragen. Darüber hinausgehend fordert die DIN 18040, dass Handläufe gut umgreifbar, rund oder oval mit einem Durchmesser von 3 bis 4,5 cm anzufertigen und zur besseren Orientierung kontrastreich ausgebildet sind. In öffentlichen Bereichen sollten Handläufe außerdem an ihrem Ende ertastbare Informationen, z.B. über die Gebäudegeschosse oder die Richtung von Rettungswegen, enthalten.

Unterbrechungen
Laut DIN 18065 sind Treppenhandläufe in Nichtwohngebäuden durchgehend auszugeführen. Dazu können sie am Podest zwischen zwei Läufen oder an Wendelungen entweder mit Handlaufkrümmlingen oder mit geraden Übergangsstücken verbunden sein. In Wohnbauten mit bis zu zwei Wohnungen dürfen Handläufe im Wendelungsbereich unterbrochen sein. Dabei muss bei notwendigen Treppen der lichte Abstand einer Handlaufunterbrechung zwischen 5 cm und 20 cm liegen. Der Höhenversatz der Handläufe an der Oberkante darf maximal 20 cm groß sein, und der von unten ankommende darf nicht oberhalb des weiterführenden liegen. Die DIN 18040 fordert generell durchgehende Handläufe.

Gallerie

Materialien

Für Handläufe eignen sich am besten Materialien die glatt sind. Unter anderem kommen sowohl Vollholzprofile, verleimte Bohlen oder Holzwerkstoffe als auch Metallprofile und -rohre zum Einsatz. Häufig bestehen Handläufe aus Flachstahl mit Metall- oder Holzauflagen oder mit Kunststoffüberzug. Auch Kunststoffprofile werden verwendet. Möglich sind außerdem aus Blech, Holzwerkstoff- oder Gipskartonplatten hergestellte, massiv wirkende Geländer mit seitlich eingelassenem Handlauf. Durch unter oder hinter dem Handlauf angeordnete Leuchten lässt sich eine gleichmäßige, von Schlagschatten freie Beleuchtung der Treppenstufen erzielen.

Fachwissen zum Thema

Treppengeländer in Arbeitsstätten müssen eine Mindesthöhe von 1,00 m aufweisen; an dem als Scheibe ausgebildeten Geländer sind die Befestigungen des innen liegenden Handlaufs erkennbar

Treppengeländer in Arbeitsstätten müssen eine Mindesthöhe von 1,00 m aufweisen; an dem als Scheibe ausgebildeten Geländer sind die Befestigungen des innen liegenden Handlaufs erkennbar

Treppenelemente

Geländer

Die Landesbauordnungen schreiben vor, dass auf den freien Seiten von Treppenläufen, -absätzen und -öffnungen (Treppenaugen)...

Vollflächiges Betongeländer im Treppenhaus der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin

Vollflächiges Betongeländer im Treppenhaus der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin

Treppenelemente

Geländerfüllung

Treppengeländer sind häufig aus tragenden Pfosten und dazwischenliegenden Ausfachungen, auch Geländerfüllungen oder Geländerfelder...

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
Baunetz Wissen Treppen sponsored by:
METALLART Treppen GmbH
Hauffstr. 40
73084 Salach
www.metallart.com

Zum Seitenanfang

Stufen: Arten, Materialien, Konstruktionneu

Blockstufen aus Beton

Blockstufen aus Beton

Welche Stufenarten gibt es und welche Materialien und Tragkonstruktionen kommen für die verschiedenen Varianten infrage?

Spindel

Spindeltreppe aus Stahl mit über das Podest an der Austrittsebene befestigter Spindel

Spindeltreppe aus Stahl mit über das Podest an der Austrittsebene befestigter Spindel

Was unterscheidet eine Wendel- von einer Spindeltreppe? Welche Konstruktionsarten und Materialien kommen für eine Spindel infrage?

Wangen

Wendeltreppe in der Hamburger Joachim Herz Stiftung mit brüstungshohen Wangen aus Flachstahl.

Wendeltreppe in der Hamburger Joachim Herz Stiftung mit brüstungshohen Wangen aus Flachstahl.

In Anlehnung an das menschliche Gesicht bezeichnet man die seitliche Begrenzung einer Treppe als Wangen.

Podest

Podeste dienen als Ruhe-, Ausweich- und Sicherheitsebenen zwischen den Treppenläufen und am An- und Austritt, hier eine zweläufige, gerade Treppe mit drei Zwischenpodesten im Firmengebäude DSV in Krefeld.

Podeste dienen als Ruhe-, Ausweich- und Sicherheitsebenen zwischen den Treppenläufen und am An- und Austritt, hier eine zweläufige, gerade Treppe mit drei Zwischenpodesten im Firmengebäude DSV in Krefeld.

Bei notwendigen Treppen muss nach spätestens 18 Steigungen eine Podestfläche den Treppenlauf unterbrechen.

Treppenlauf

Podeste unterteilen Treppen in mehrere Läufe

Podeste unterteilen Treppen in mehrere Läufe

Die DIN 18065 Gebäudetreppen definiert einen Treppenlauf als ununterbrochene Folge von mindestens drei Stufen. Bei weniger als...

Stufen: Definition, Begriffe und Regeln

Faltwerktreppe aus Stahl

Faltwerktreppe aus Stahl

Stufen sind Bauteile von Treppen, die üblicherweise zur Überwindung von Höhenunterschieden mit einem Schritt begangen werden. Sie...

Stufenbeläge

Metallwangentreppe mit Trogstufen aus Stahlblech und einem Endbelag aus Holz

Metallwangentreppe mit Trogstufen aus Stahlblech und einem Endbelag aus Holz

Welche Kriterien gilt es bei der Wahl des Stufenbelags zu berücksichtigen und welche Materialien kommen infrage?

Holm

Geradläufige Treppe mit einem Mittelholm aus Stahlrohr.

Geradläufige Treppe mit einem Mittelholm aus Stahlrohr.

Im Unterschied zu Wangen, die den Treppenlauf seitlich begrenzen, liegen Holme als tragende Konstruktion unter den Treppenstufen....

Bolzen

Treppe mit Tragbolzen, sie verbinden die Trittstufen zug- und druckfest miteinander

Treppe mit Tragbolzen, sie verbinden die Trittstufen zug- und druckfest miteinander

Im Treppenbau kommen zwei verschiedene Bolzen zum Einsatz: Tragbolzen und Wandlager (auch Wandbolzen oder Wandanker genannt). Trag...

Geländer

Treppengeländer in Arbeitsstätten müssen eine Mindesthöhe von 1,00 m aufweisen; an dem als Scheibe ausgebildeten Geländer sind die Befestigungen des innen liegenden Handlaufs erkennbar

Treppengeländer in Arbeitsstätten müssen eine Mindesthöhe von 1,00 m aufweisen; an dem als Scheibe ausgebildeten Geländer sind die Befestigungen des innen liegenden Handlaufs erkennbar

Die Landesbauordnungen schreiben vor, dass auf den freien Seiten von Treppenläufen, -absätzen und -öffnungen (Treppenaugen)...

Geländerfüllung

Vollflächiges Betongeländer im Treppenhaus der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin

Vollflächiges Betongeländer im Treppenhaus der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin

Treppengeländer sind häufig aus tragenden Pfosten und dazwischenliegenden Ausfachungen, auch Geländerfüllungen oder Geländerfelder...

Geländermaterialien

Filigranes Treppengeländer im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin

Filigranes Treppengeländer im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin

Metall, Holz, Glas – Welches Material eignet sich für welchen Anwendungsbereich?

Glasgeländer

Absturzsichernde Verglasungen sind in DIN 18008-4 Teil 4: Zusatzanforderungen an absturzsichernde Verglasungen geregelt, hier als Beispiel das Glasgeländer einer Stahltreppe im Firmengebäude DSV in Krefeld.

Absturzsichernde Verglasungen sind in DIN 18008-4 Teil 4: Zusatzanforderungen an absturzsichernde Verglasungen geregelt, hier als Beispiel das Glasgeländer einer Stahltreppe im Firmengebäude DSV in Krefeld.

Bei der Planung von Glasgeländern als Absturzsicherung wird nach Art der Halterung zwischen einseitig bzw. zweiseitig gehaltenem oder punktgehaltenem Glas unterschieden.

Handlauf

Handlauf aus Edelstahl im Bauhaus Dessau

Handlauf aus Edelstahl im Bauhaus Dessau

Laut Musterbauordnung müssen Treppen einen festen und sicheren Handlauf haben. Welche Anforderungen der Handlauf erfüllen muss, hängt von vielen Faktoren ab.

Untersicht

Dem Treppenverlauf entsprechend gebogene Untersichtsverkleidung aus Stahlblech an einer Wendeltreppen im Seehotel Riva in Konstanz.

Dem Treppenverlauf entsprechend gebogene Untersichtsverkleidung aus Stahlblech an einer Wendeltreppen im Seehotel Riva in Konstanz.

Der Gestaltung der Untersicht kommt eine besondere Bedeutung zu, da es sich bei der Treppenunterseite um ein prominentes Bauteil handelt.

FULL-SERVICE VON METALLART TREPPEN

Machbarkeitsanalyse, Ermittlung von Kostentreibern, Kostenschätzung, Prinzip-/Plandetails, Ausschreibungstext im GAEB-Format, statische Vorbemessung

Partner-Anzeige