Trockenlegung von Mauerwerk
Gängige Verfahren und deren Vor- und Nachteile
Ein wichtiger Bestandteil der Sanierung von Altbauten ist die Trockenlegung und Entsalzung von Bauteilen. Vor der Auswahl einer Methode sollte stets eine gründliche Ursachenanalyse erfolgen, um die Art und Quelle der Feuchtigkeit (aufsteigende Feuchte, Schlagregen, Kondensation, hohe Salzbelastung) zu bestimmen. Zur Beseitigung von Feuchteschäden stehen verschiedene Verfahren zur Trockenlegung von Mauerwerk zur Verfügung. Bei der Auswahl des geeigneten Verfahrens sollten neben Kosten und Aufwand auch die baulichen Randbedingungen, die Materialverträglichkeit und die Dauerhaftigkeit der Maßnahme berücksichtigt werden.
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Grundsätzlich werden folgende Verfahren unterschieden:
Beim Horizontalschnittverfahren wird mit einer Schwertsäge (max. Mauerdicke 1,20 Meter) oder mit einer Seilsäge ein horizontaler, durchgehender Schnitt ins Mauerwerk geführt. In diesen wird anschließend ein Dichtungselement (Blech oder Folie) verlegt. Die DIN 18533: Abdichtung von erdberührten Bauteilen erlaubt zudem die Kombination mit Abdichtungsmatten. Dieses Verfahren bietet den Vorteil, dass die Sperrwirkung nahezu hundert Prozent beträgt und die Ausführung leicht überprüfbar ist. Nachteilig sind die vergleichsweise hohen Gerätekosten und die mögliche Einschränkung bei speziellen Bereichen wie Gewölbeauflagerungen, da hier statische Probleme auftreten können. Das Verfahren gilt als sehr zuverlässig und wird häufig eingesetzt.
Beim Injektionsverfahren werden Löcher in definierter Anordnung ins Mauerwerk gebohrt. In diese Öffnungen werden entweder drucklos oder unter Druck Injektionsstoffe eingespritzt, die sich in der Wand verteilen. Mögliche Stoffe sind wasserlösliche Silikate, lösemittelhaltige Produkte, Bitumenprodukte oder Paraffinprodukte. Das Verfahren zeichnet sich durch einen geringen Eingriff in die Bausubstanz, einen überschaubaren Kostenaufwand und eine vergleichsweise einfache Ausführung aus. Allerdings hängt die Dauerhaftigkeit der Maßnahme stark von der Wahl des Materials und den spezifischen Bedingungen wie Feuchtegehalt und Salzbelastung ab. Zudem müssen chemische Stoffe aktuellen gesundheitlichen und ökologischen Vorgaben genügen. In der Praxis kommt das Injektionsverfahren häufig zur Anwendung.
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Beim Mauertausch bzw. der Mauertrennung wird ein Abschnitt des alten Mauerwerks entfernt, üblicherweise durch überlappende Kernbohrungen. Das alte wird durch neues Mauerwerk oder durch Beton ersetzt. Als Sperrmaterialien sind verschiedene Stoffe möglich. Das Verfahren bietet den Vorteil, dass die Ausführung optisch leicht überprüfbar ist und salzbelastetes Material vollständig entfernt werden kann. Nachteilig sind der hohe Arbeitsaufwand, der langsame Baufortschritt und die relativ hohen Kosten. In Bereichen wie Gewölbeauflagerungen oder bei Bruchsteinmauerwerk können zudem statische Probleme auftreten. Das Verfahren kommt eher in Sonderfällen zum Einsatz.
Bei elektrophysikalischen Verfahren wie der Elektroosmose werden Elektroden ins Mauerwerk eingebracht, mit deren Hilfe eine elektrische Gleichspannung aufgebaut wird. Diese wirkt dem kapillaren Aufstieg der Wassermoleküle im Mauerwerk entgegen. Elektrodenlose Varianten auf Basis von Schwingkreisen oder elektromagnetischen Feldern gelten heute als fachlich umstritten. Ein Vorteil dieser Verfahren liegt in den geringen Eingriffen in die Bausubstanz und der flexiblen Anpassung an unterschiedliche Gebäudeverhältnisse. Allerdings ist die Wirksamkeit in vielen Fällen schwierig nachweisbar; es sind umfangreiche Voranalysen nötig, was zu hohen Kosten und größerem Arbeitsaufwand führt. Fachverbände empfehlen Elektroosmose heute oft nur als ergänzende Maßnahme, nicht als alleinige Lösung.
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Beim Ramm-Riffelblechverfahren wird ein Riffelblech mechanisch in eine durchgehende Lagerfuge eingetrieben, wodurch im Bauzustand kurzfristig hohe horizontale Belastungen auf das Mauerwerk wirken. Anders als beim Horizontalschnittverfahren bleibt dabei die horizontale und vertikale Lastübertragung vollständig erhalten. Das Verfahren ist jedoch nur bei durchgehender Lagerfuge und bei Mauerdicken von maximal 80 Zentimetern anwendbar. Bei größeren Wanddicken kann das Einbringen des Blechs zu erheblichen Belastungen des Mauerwerks führen. Aufgrund dieser Einschränkungen und der vergleichsweise geringen Flexibilität wird das Verfahren heute nur noch selten angewendet.
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