Holzfaserdämmstoffe

Holzfaserdämmplatten werden vollständig aus Restholz hergestellt, das bei der Durchforstung und in Sägewerken übrig bleibt. Durch die maschinelle Zerfaserung und die Zugabe vom Wasser und Wärme wird die holzeigene Klebefähigkeit aktiviert. Weitere Zusätze können Naturbaumharz, Alaun oder hydrophobierende Stoffe wie Bitumen, Paraffin oder Latex sein.

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Damit eignet sich das Produkt auch zum Einsatz in Wohngebäuden, in denen sich Allergiker aufhalten. Denn bisher sind nach Angaben der Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen Allergien auf Holz oder Holzprodukte nicht bekannt. Auch die in Holzfaserdämmstoffen verwendeten Zusatzstoffe als Bindemittel oder zum Brandschutz sind in der Regel nicht allergieauslösend.

Produkte aus Holzfasern eignen sich zur Wärmedämmung und Schallisolierung von Fußböden, Wänden, Decken und Dächern. Beim Dachausbau sind sie sowohl zur Aufdachdämmung als auch als Unterdachplatten einsetzbar. Zudem kommen sie als Putzträgerplatten für ökologische Wärmedämmverbundsysteme in Frage.

Bauphysikalisch betrachtet verfügen feste Holzfaserdämmplatten über ein gutes Wärmedämmvermögen (λ 0,04 W/mK), sind relativ schwer (Rohdichte ρ 160-250 kg/m³) und speichern Wärme von Natur aus sehr gut (spezifische Wärmespeicherkapazität c 2.100 J/kgK). Sie leiten nur einen kleinen Teil der Wärme von außen nach innen und speichern diesen Anteil im Dämmstoff so lange, bis die nächtliche Auskühlung einsetzt. Es gelangt also wenig Wärme in das Gebäudeinnere. Der Temperaturausgleich in einem mit Holzfaser gedämmten Haus lässt sich also einfach durch Lüften während der kühlen Nachtstunden erzielen.

Beim Einsatz als Unterdeckplatte gilt für die Platten die europäische Norm DIN EN 14964, "Unterdeckplatten für Dachdeckungen". Als Dämmstoff sind in der DIN EN 13171 "Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus Holzfasern (WF)" die Eigenschaften festgelegt.

Bildnachweis: Verband Holzfaserdämmstoffe (A. Zielke), Wuppertal

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