Sommerlicher Wärmeschutz

Klimawandel und Klimaschutz

Der Begriff des sommerlichen Wärmeschutzes schien vor nicht langer Zeit noch ein Widerspruch in sich zu sein, denn ein beheizter und somit warmer Innenraum muss ja im Winter geschützt werden, damit eben keine Wärme nach außen entweicht - Schutz der Wärme. Durch den Klimawandel und die daraus notwendig gewordenen Klimaschutzmaßnahmen wird deutlich, dass auch im Sommer der Schutz vor zu viel Erwärmung durch Sonne, Strahlungsenergie und Übertemperaturen wichtig ist. Es wird deshalb zwischen winterlichem - Schutz der Wärme - und sommerlichem - Schutz vor Wärme - unterschieden.

Gallerie

Eine aktuelle Stadtklima-Studie vom Juni 2020, die in Kooperation des Deutschen Wetterdienstes DWD mit dem Referat für Gesundheit und Umwelt RGU erstellt wurde, zeigt am Fallbeispiel München eine erwartete Erhöhung der Sommertage bis zum Jahr 2050 um 35% bis sogar 40% zum Vergleichszeitraum 1971 bis 2000. Die mittlere Jahrestemperatur nimmt zu, so ist z.B. ebenfalls in München das Jahr 2018 das bisher wärmste Jahr seit Messbeginn im Jahr 1955. 2003 und 2018 waren Rekordjahre mit 88 bzw. 87 Sommertagen.

Wesentliches Ziel des sommerlichen Wärmeschutzes ist es also, der Überhitzung von Innenräumen vorzubeugen. Er bedeutet eine kontrollierbare Begrenzung dafür, wie viel bzw. wie wenig Wärme in ein Gebäude eindringen darf. Der Nachweis zum sommerlichen Wärmeschutz erfolgt über den Sonneneintragskennwert und den Übertemperaturgradstunden nach DIN 4108-2 und dem GEG Gebäudeenergiegesetz.

Durch die Beachtung des sommerlichen Wärmeschutzes kann viel Energie eingespart werden, die anderenfalls für Klima- und Lüftungsanlagen sowie Kühlaggregate aufgewendet werden muss. Durch folgende Maßnahmen kann energetischer, ökonomischer und physiologischer Klimaschutz betrieben werden:

  • Eigenschaften, Größe und Lage von Fenster- und Glasflächen wie z.B. bei Wintergärten
  • Art der Verglasung ohne Reduzierung von Transparenz
  • Verschattung durch baulichen Sonnenschutz wie Jalousien, Klappläden u.v.m.
  • helle Oberflächen mit wenig optischer Absorption
  • tageszeitabhängiges Lüften, abends/nachts
  • Grün, also Straßenbäume und Parks für natürlichen Schatten und Verdunstung
  • Brunnen und Wasserflächen
  • Möglichkeiten für natürliche Luftzirkulation, z.B. durch Einbeziehung von Topographie

Bei den UN-Weltklimakonferenzen, z.B. COP3 Kyoto, COP21 Paris und kürzlich COP25 Madrid, geht es um die internationale Findung und Einhaltung vertraglicher Standards für den Klimaschutz und die Verhinderung der globalen Erwärmung. In Deutschland zeichnet das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit BMU verantwortlich für das Klimaschutzgesetz (Dezember 2019) und den Klimaschutzplan zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen.

Nach Informationen der Vereinten Nationen haben im Herbst 2019 70 Staaten verlautbart, dass sie ihre Klimaschutz-Programme stärken werden. Deutschland und 65 andere Länder beabsichtigen bis 2050 klimaneutral zu werden. Es ist also davon auszugehen, dass das Thema des sommerlichen Wärmeschutzes in den nächsten Jahren weiter an Relevanz gewinnen wird und nicht nur bauphysikalisch weitere Entwicklungen erfährt.

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Markante Hitzewellen, mit einer Serie von mindestens 14 Tagen, an denen der Durchschnitt der täglichen Höchsttemperatur mindestens 30 °C beträgt, wurden in Deutschland, der Schweiz und Österreich seit den 1990er-Jahren deutlich häufiger.

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Meteorologisch-klimatologische Kenntage und Messwerte

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Das physiologische Wohlbefinden der Menschen hängt dabei stark von der Qualität der Luft ab (im Bild: Lüftung über gläserne Schiebe-Elemente).

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