Sichtschutz
Tageslicht im Innenraum genießen und dabei nicht gesehen werden – das Prinzip des Sichtschutzes ist schnell erklärt. Er soll insbesondere vor Einblicken in private oder halböffentliche Bereiche schützen, etwa Balkone, Loggien, Terrassen und Erdgeschosszonen. Doch Sichtschutzelemente sind auch gefragt, wenn Diskretion nötig ist, beispielsweise wenn abends das Licht in der Wohnung angeschaltet wird und man in dicht bebauten Stadtgebieten von neugierigen Nachbarn umgeben ist. Andererseits kann auch der Blick von drinnen nach draußen als ablenkend empfunden werden, etwa bei Büroarbeitsplätzen oder Klassenzimmern.
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Sichtschutzelemente
Anders als Sonnen- und Blendschutz unterliegt der Sichtschutz keinen Normen oder Richtlinien, an denen er qualitativ und objektiv beurteilt werden kann. Welche Sichtschutzelemente gewählt werden, hängt in erster Linie von den subjektiven Anforderungen und gestalterischen Vorlieben der Nutzer*innen, Bauherr*innen und Planenden ab. Die Bandbreite an Elementen ist groß und viele von ihnen dienen dem Sicht-, Sonnen- und Blendschutz gleichermaßen. Sie können sowohl integraler Bestandteil der Fassadenkonstruktion als auch nachträglich montiert sein.
In die Fassade integriert:
- feststehende Lamellen- oder Lamellenfelder (horizontal oder vertikal)
- perforierte oder gelochte Paneele
- Gitterelemente
- geschlossene oder teiltransparente Glas- bzw. Kunststoffpaneele
- Paneele aus Polycarbonat oder transluzentes Glas, z.B. Strukturglas
- bedrucktes und emailliertes Glas
- integrierter Sichtschutz im Isolierglas, z.B. Metall- oder Holzeinlagen
Nachträglich montiert, außenliegend:
- Rollläden
- Schiebeläden
- Klappläden
- Raffstores
- Pflanzen, zum Beispiel begrünte Rankgitter
Nachträglich montiert, innenliegend:
- Vorhänge
- Gardinen
- Rollos
- Paravents
- verschiebbare textile Behänge
- Vertikal-Jalousien
- Fensterfolien
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Filterwirkung
Klapp- und Rollläden bieten vollständigen Sichtschutz, reduzieren jedoch auch den Lichteinfall stark. Lochbleche und Metallgitter sind je nach Perforationsdichte bzw. Maschenweite mehr oder weniger durchsichtig. Auch für Vorhänge und Gardinen gilt: Je dichter das Gewebe, desto weniger Einblicke sind möglich. Die Wirksamkeit von Lamellenkonstruktionen hängt vom Betrachtungswinkel ab: Seitlich können sie dicht wirken, frontal erlauben sie Durchblicke.
Beim Bekleben, Bedrucken und Emaillieren von Glas sind sowohl transparente als auch undurchsichtige Schichten möglich. Strukturglas, satiniertes Glas und Polycarbonat lassen viel Tageslicht durch, Menschen und Gegenstände im Gebäude sind jedoch – wenn überhaupt – nur schemenhaft erkennbar.
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Anpassbarkeit
In Fassaden integrierte Gitter und Bleche, Polycarbonatplatten sowie bedruckte oder satinierte Gläser sind nicht veränderlich. Im Gegenzug gewährleisten sie, dass keine nachträglich angebrachten Elemente das Fassadenbild stören. Verschiebbare, klappbare oder drehbare Elemente wie Läden und Vorhänge erlauben den Nutzer*innen, den Grad des Sichtschutzes situativ anzupassen – etwa wenn abends der Blick in erhellte Innenräume möglich ist.
Etwas komplizierter ist die Situation bei Fassadenbegrünungen und Pflanzen in Vorgärten und auf Balkonen: Zartere Gewächse lassen sich bei Bedarf zusammenraffen oder – wenn sie in Töpfen wachsen – zur Seite schieben. Den besten Sichtschutz bieten sie im Frühling und Sommer, wenn sie ausgetrieben haben und das Blattwerk die Fensterflächen verdeckt. Im Winter hingegen fehlt dieser Schutz teilweise oder ganz – je nach Gewächs.
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