Sonderkonstruktion: Öffnungen
Sind Funktion und Größe von standardmäßigen Fenstern und Türen nicht ausreichend, ist eine Sonderkonstruktion erforderlich. Sonderkonstruktionen ermöglichen es, Teile der Gebäudehülle großflächig oder auf besondere Weise zu öffnen, zu verschieben oder zu bewegen.
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Zwischen Notwendigkeit und Komfort
Maschinen, Anlagenteile und Tanks sind in der Regel zu groß für reguläre Türen und bedürfen daher entsprechend dimensionierter Öffnungen, um sie ins Gebäude einzubringen oder bei Bedarf austauschen zu können. Tore von Fahrzeughallen der Feuerwehr oder anderer Rettungsdienste müssen nicht nur groß sein, sondern sich im Notfall auch schnell öffnen können. Noch größer sind die Tore von Hallen für Züge und Flugzeuge von Museen, Messe- und Konzerthallen. Seitlich verfahrbare Fassadensegmente (zum Beispiel horizontale Schiebewände) heben die Trennung zwischen Innen- und Außenräumen bei Restaurants und Geschäften auf. Die Hansabibliothek in Berlin verfügt gar über eine versenkbare Glasfassade zum begrünten Innenhof.
Anforderungen an Planung und Ausführung
Obwohl sich die individuellen Konstruktionen stark voneinander unterscheiden können, gibt es doch generelle, gemeinsame Anforderungen. Dazu gehören spezielle Abdichtungs- und Entwässerungsmaßnahmen, zum Beispiel Fassadenrinnen. Durch die großen Angriffsflächen und das mitunter hohe Gewicht öffenbarer Fassadenteile sind zudem Windlasten ein wichtiger Faktor. Neben einer sturmsicheren Verankerung für geöffnete Fassadenteile sind bei der Tragwerksplanung dynamische Lasten zu berücksichtigen. Sind Öffnungen besonders groß und statisch relevant, müssen bei der Planung eventuell Statiker*innen eingebunden werden.
Die schweren Tore oder verfahrbaren Fassadensegmente machen Führungsschienen und Antriebe notwendig, die in der Regel möglichst unsichtbar integriert werden sollen. Es ist ebenso darauf zu achten, dass die Elemente sicher bewegt, verschlossen und in Position gehalten werden können, damit keine Menschen zu Schaden kommen. Wegen der großen Zuluftflächen sind die Öffnungsanlagen auch relevant für den Brandschutz.
Anhaltspunkte zur Dimensionierung von Feuerwehrtoren liefert die DIN 14092: Feuerwehrhäuser. Die ASR A 1.7: Technische Regeln für Arbeitsstätten regelt die sichere Auslegung, den Betrieb und die Prüfung von Türen und Toren im Arbeitsumfeld.
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