Grundlagen der Skelettbauweise

Die Skelettbauweise hat sich aus den Hallenkonstruktionen aus Gusseisen und Stahl im 19. Jahrhundert entwickelt und fand durch die Verwendung von Stahlbeton Verbreitung. Da damit hoch tragfähige Geschosse relativ kostengünstig verwirklicht werden konnte, setzte bald der Boom der Skelettbauweise ein, der etwa in den ersten Hochhäusern in Amerika seinen Ausdruck fand.

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Zunächst wurden die Fassaden zwischen Stützen und Decken ausgefacht, doch bald wurden vorgehängte Fertigfassaden, Curtain Walls, gebräuchlich, hinter denen sich die zuvor sichtbare Tragstruktur verbirgt. Anfang des 20. Jahrhunderts (um 1919) wurden sie bei Hochhausneubauten in den USA zum ersten Mal eingesetzt. Vorhangartig werden die mit Dichtungsprofilen miteinander verbundenen Fassadenelemente aus Glas, Metall oder Kunststoff vor die tragende Konstruktion der Außenwand bei Skelettbauten gehängt. Die Fensterelemente inklusive der Verglasung sind meist in die fertigen Fassadenelemente integriert.

Aufbau
In der Stahlbetonskelettbauweise besteht die tragende Konstruktion aus Stützen, Unterzügen und Deckenplatten. Die vertikale Lastabtragung erfolgt im Gegensatz zur Schottenbau- oder Massivbauweise durch Stützen. Diese nehmen die Lasten aus den Deckenplatten und Unterzügen auf und leiten sie in die Fundamente ab. Man unterscheidet sichtbare und nicht sichtbare Skelette. Die Bauteile können in Ortbeton erstellt oder vorgefertigt werden.

Vorteile der Skelettbauweise
Die Wirtschaftlichkeit der Skelettbauweise liegt in der Systematisierung der Gebäudestruktur und der Bauteile sowie in der Flexibilität der Grundriss- und Fassadengestaltung. Die tragenden Elemente erzeugen ein Skelett, das mit nicht tragenden Elementen ausgefacht beziehungsweise bekleidet wird (Primär- und Sekundärstruktur). Es ergeben sich wirtschaftliche Spannweiten, die vor allem im Hallen-, Büro- und Gewerbebau angewendet werden. Die Fassadengestaltung bietet zahlreiche Möglichkeiten, von konventionellen Erscheinungsformen wie Band- und Rasterfassade oder vollflächiger Verglasung mit raumhohen Pfosten-Riegelkonstruktionen bis hin zu geschwungenen Bauteilen oder individuellen Lochfassaden.

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