Offen erschlossen – Ansätze zum Weiterbauen
Bund Schweizer Architekten BSA (Hrsg)
werk, edition
Verlag Werk AG, Zürich, 2025
72 Seiten, zahlreiche Fotos und Zeichnungen,
Format 19 × 26 cm, Klappenbroschüre
Gestaltung: Büro 146
deutsch / französisch
Preis: 25 EUR
ISBN 978-3-909145-31-7
Die Bauwende bedeutet einen Paradigmenwechsel: Es gilt Altbestand aufzuwerten und weiterzunutzen, sowie Neubauten wandelbar zu gestalten. Die Architekten und Gründer des Kollektivs 8000.agency – Oliver Burch, Jakob Junghanss, Lukas Ryffel – analysierten den Schweizer Baubestand und erkannten eine besondere Bedeutung in der offenen Erschließung für die Weiternutzung von Gebäuden. In dem Buch Offen erschlossen – Ansätze zum Weiterbauen veröffentlichen sie die Ergebnisse ihrer vom BSA geförderten Untersuchung.
„Mit offen meinen wir [...] ein weitgefasstes Spektrum, das zwischen dem öffentlichen Außen und dem privaten Innen liegt und dabei die Eigenschaften einer offenen Architektur beinhaltet – Wandelbarkeit, Mehrwertigkeit und Porosität“, so die Autoren. Der meist zum Hausflur, Laubengang oder Treppenhaus und damit auf die Erschließungsfunktion reduzierte Schwellenraum kann viel leisten: Er beeinflusst das soziale und kommunikative Miteinander und ist zugleich der typologische Schlüssel für die Erweiterung, Aufstockung oder Umnutzung eines Gebäudes. Ist die Erschließung offen im Sinne von wandelbar und mehrfach nutzbar gestaltet, kann das die Nutzbarkeit und den Nutzungszeitraum eines Gebäudes verbessern.
Galerie
Im ersten Kapitel „Architektur der Offenheit“ erklären die Autoren die grundsätzliche Bedeutung von Wandelbarkeit, Mehrwertigkeit und Offenheit in der Schweizer Architektur. Im zweiten Kapitel „Kaleidoskop“ nähern sie sich dem Thema assoziativ, um grundsätzliche Haltungen wiederzugeben, Wirkungsweisen zu erklären und Perspektiven zu erweitern. Erst danach, eine Hälfte des Buches ist da schon gelesen, folgt eine Sammlung von mehrgeschossigen Wohngebäuden, die beispielhaft zeigen, wie unterschiedlich sich Räume mit offenen Erschließungen zusammenfügen und was das für den Um- oder Weiterbau bedeutet. Sie clustern die Gebäude nach elf Fügungsprinzipien, wie z.B. andocken, davorstellen, verlängern etc. Jedes Prinzip wird auf einer Doppelseite anhand von vier Projekten mit dazugehörigen Grundrissen, Schwarz-Weiß-Fotos und Texten erklärt.
Galerie
Die sehr gelungene Gestaltung des Buches entwickelte das Zürcher Büro 146. Es war eine der letzten der vielfach prämierten Publikationen des Designbüros, das sich 2024 auflöste. Das Buch ist auf Schwarz-Weiß-Darstellungen reduziert, aber Wichtiges kontrastiert in Leuchtorange: die Erschließungsflächen in den Grundrissen, Trennerseiten zwischen den Kapiteln, Überschriften, einleitende Texte und Kurzinfos zu den Gebäuden. Das grobe, dicke Papier kommt bei viel Weißraum zu Geltung und erzeugt eine handwerkliche Haptik. Design, Aufbau und Inhalt des Buches folgen dem gleichen Thema: die Sichtbarmachung von Fügung und Struktur. Eine rundum gelungene Publikation! ~rg
Fachwissen zum Thema
Bauwerke zum Thema
Surftipps
Baunetz Wissen Treppen sponsored by:
METALLART Treppen GmbH
Hauffstr. 40
73084 Salach
www.metallart.com
