Pressecenter Messe Frankfurt

Schiefer und Licht im Innenraum

Gallerie

Nach vier Jahren Planungs- und Bauzeit wurden die umfangreichen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen am Torhaus der Messe Frankfurt beendet. Das 1984 nach den Plänen von Oswald Mathias Ungers errichtete Hochhaus mit einer Fassade aus vorgehängten Betonwerksteinplatten bildet eine überdimensionale Torform und wird durchdrungen von einem höheren kubischen Glasgebäude. Die Gesamthöhe des Gebäudes beträgt 112 Meter. Im Torhaus befindet sich die zentrale Anlaufstelle für Aussteller und Besucher, ein Servicezentrum und die Verwaltung sowie das nach dem Umbau wiedereröffnete Pressecenter der Messe.

Dieses befindet sich im 4. Obergeschoss des Gebäudes und steht Journalisten aus aller Welt offen. Die Konzeption zur Neugestaltung der bestehenden Räume stammt vom italienischen Architekten und Designer Matteo Thun. Sein Entwurf umfasst in erster Linie eine klar geordnete Aufteilung der Bereiche und Funktionen. Auf 900 Quadratmetern befinden sich verschiedene Arbeitssektionen mit moderner Technik für Text und Bild, Entspannungszonen, zwei separate Interviewräume sowie ein Restaurant und eine Lounge-Bar. Blickfang der Bar sind ein indirekt beleuchteter Tresen aus weißem Corian und die farbigen diskusförmigen Deckenleuchten des Mailänder Designers Jacopo Foggini. Sie schließt räumlich an einen Gesprächsbereich an, in dem andere Farben, Formen und Materialien für die Gestaltung gewählt wurden: In Rot und Naturtönen verleihen Sitzmöbel aus Leder und Samt sowie handgewebte Naturwolle-Teppiche dem Raum seine Wirkung. Auch hier findet sich ein bestimmendes Element, eine Trennwand, in die ein außergewöhnlicher Kamin eingearbeitet wurde. Die Wand besteht aus einer Schieferverkleidung mit eingelassenen LED-Leuchten.

Um die Schieferwand herum ordnete Thun wie kleine Inseln die Arbeitsstationen an. Ein Schreibtisch mit Telefon und Computer, Stuhl und Sessel auf dunklen Einzelteppichen bilden diese kleinen Einheiten. Damit ein schallgeschütztes Arbeiten möglich ist, sind die einzelnen Arbeitsplätze durch geschlitzte Trennwände und mit Filz bezogene Paneele voneinander abgegrenzt. Ein weiteres auffallendes Gestaltungselement ist ein vertikaler Garten, den der französische Botaniker Patrick Blanc in eine Raumwand integriert hat.

Schiefer
Die Trennwand ist 8,50 m lang, 1,5 m breit und 4,20 m hoch und umlaufend mit Schieferplatten bekleidet. In die Platten sind 335 Leuchten flächenbündig eingelassen. Die Leuchten mit iLED-Technologie, standardmäßig in weiß oder blau angeboten, wurde hier als Sonderlösung mit drei unterschiedlichen Stufen von warmweißem Licht bestückt, so dass verschiedene nuancierte Weißlichtstimmungen erzeugt werden können. Bei dem verwendeten Naturstein handelt es sich um den ligurischen Schiefer Ardesia Italiana aus Italien. Das Gestein ist gleichmäßig dunkel anthrazitfarben mit einer spaltrauen, gebürsteten Oberfläche.

Der Wandaufbau besteht aus einem Tragsystem aus horizontalen und vertikalen Aluminiumhohlprofilen, die von der Rohdecke abgehängt bzw. an der rückwärtigen Stahlbeton-Wand verankert sind. Auf diesem Unterbau sind die Schieferplatten mit Trag- und Halteankern aus Edelstahl in der Horizontalfuge befestigt.

Da für die Einbauleuchten z. T. große Ausschnitte in den Platten vorgenommen wurden, erhielten diese eine rückseitige Verstärkung durch Glasfasergewebe, verklebt mit Epoxidharzkleber.

Objektinformationen

Architekten: Matteo Thun Partners Mailand/I Entwurfsplanung);  g2 Groeger und Greulich, München (Ausführungsplanung + Bauüberwachung)
Projektbeteiligte: Ingenieurbüro Klaus Röder, Frankfurt a.M. (Statik); Schad Hölzl und Partner, Mörfelden-Walldorf (ELT-Planung); Karl Lausser, Rattiszell und Horst Wiegand, Hohenroda (Ausführung Natursteinarbeiten);  Zumtobel Lighting GmbH, Dornbirn/A (Einbauleuchten)
Bauherr: Messe Frankfurt Venue, Frankfurt a. M.
Fertigstellung:  2008
Standort: Torhaus Messe Frankfurt, Frankfurt a. M.
Bildnachweis: Zumtobel, Dornbirn (1, 2); Messe Frankfurt Exhibition/ Petra Welzel, Frankfurt (3); Pietro Sutera, Eppstein (4 - 7); g2 Groeger und Greulich, München (8)

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