Mit jedem Neubau wird nicht nur oberirdisch Stadt gebaut,
sondern auch Boden bewegt. Baugruben, Tiefgaragen, U-Bahn-Schächte
und Fundamente führen zum Aushub großer Mengen natürlich
gewachsener Böden. Häufig werden diese ausgetauscht, weil sie den
Anforderungen an Tragfähigkeit, Versickerung oder technische
Infrastruktur am jeweiligen Ort nicht entsprechen.
Galerie
Baugruben, Tiefgaragen, U-Bahn-Schächte und Fundamente führen zum Aushub großer Mengen natürlich gewachsener Böden.
Bild: Raquel Gómez Delgado
01|09
Für Lehmbaustoffe können sie dagegen eine wertvolle Rohstoffquelle darstellen. Aus einem bisher überwiegend entsorgten Material wird so ein Ausgangspunkt für neue Bauprodukte und geschlossene Stoffkreisläufe.
Bild: Raquel Gómez Delgado
02|09
Boden und Steine zählen zu den größten Stoffströmen der Bauwirtschaft. Im Jahr 2018 machten sie mit rund 130 Millionen Tonnen knapp 60 Prozent der insgesamt 218,8 Millionen Tonnen mineralischer Bauabfälle in Deutschland aus.
03|09
Bevor ein Bauvorhaben beginnt, wird der anstehende Boden in der Regel geotechnisch untersucht. Bodengutachten erfassen unter anderem die Kornzusammensetzung, den Feuchtegehalt, die Plastizität und mögliche Belastungen des Materials.
Bild: Gäth und Kretschmann
04|09
Gerade die bindigen Böden, die im Hochbau häufig ausgetauscht werden müssen, verfügen oft über Eigenschaften, die sie für Lehmsteine, Lehmmörtel oder Lehmputze interessant machen.
Bild: Raquel Gómez Delgado
05|09
Die Analyse des Korngerüsts liefert wichtige Hinweise auf die Eignung des Aushubs als Baulehm.
Bild: Raquel Gómez Delgado
06|09
Eignet sich der Aushub als Baulehm wird er zu Lehmbaustoffen wie Lehmsteinen, Lehmmörteln oder Lehmputzen verarbeitet.
Bild: Raquel Gómez Delgado
07|09
Zusätzliche Bindemittel oder chemische Modifikationen sind dabei nicht erforderlich.
Bild: Raquel Gómez Delgado
08|09
Magerere Böden mit geringerem Tongehalt eignen sich besonders für Lehmmörtel oder Lehmputze, während tonreichere Böden bevorzugt für Lehmsteine oder Stampflehm verwendet werden.
Bild: Raquel Gómez Delgado
09|09
Boden und Steine zählen deshalb zu den größten Stoffströmen der
Bauwirtschaft. Im Jahr 2018 machten sie mit rund 130 Millionen
Tonnen knapp 60 Prozent der insgesamt 218,8 Millionen Tonnen
mineralischer Bauabfälle in Deutschland aus. Zwar wurden nahezu 90
Prozent dieses Materials statistisch als „verwertet“ erfasst,
tatsächlich floss der größte Teil jedoch in die Verfüllung von
Abgrabungen. Die tatsächliche Recyclingquote der Bauwirtschaft lag
bei lediglich 10,2 Prozent.
Gleichzeitig werden jedes Jahr mehr als 240 Millionen Tonnen
Sand, Kies und andere mineralische Rohstoffe neu gewonnen. Vor dem
Hintergrund begrenzter Ressourcen und steigender Anforderungen an
den Klimaschutz rückt daher die Frage in den Fokus, wie bestehende
Stoffströme besser genutzt werden können. Insbesondere bindige,
tonhaltige Böden sind für viele technische Anwendungen nur
eingeschränkt geeignet. Für Lehmbaustoffe können sie dagegen eine
wertvolle Rohstoffquelle darstellen. Aus einem bisher überwiegend
entsorgten Material wird so ein Ausgangspunkt für neue Bauprodukte
und geschlossene Stoffkreisläufe.
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Baugruben, Tiefgaragen, U-Bahn-Schächte und Fundamente führen zum Aushub großer Mengen natürlich gewachsener Böden.
Bild: Raquel Gómez Delgado
01|09
Für Lehmbaustoffe können sie dagegen eine wertvolle Rohstoffquelle darstellen. Aus einem bisher überwiegend entsorgten Material wird so ein Ausgangspunkt für neue Bauprodukte und geschlossene Stoffkreisläufe.
Bild: Raquel Gómez Delgado
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Boden und Steine zählen zu den größten Stoffströmen der Bauwirtschaft. Im Jahr 2018 machten sie mit rund 130 Millionen Tonnen knapp 60 Prozent der insgesamt 218,8 Millionen Tonnen mineralischer Bauabfälle in Deutschland aus.
03|09
Bevor ein Bauvorhaben beginnt, wird der anstehende Boden in der Regel geotechnisch untersucht. Bodengutachten erfassen unter anderem die Kornzusammensetzung, den Feuchtegehalt, die Plastizität und mögliche Belastungen des Materials.
Bild: Gäth und Kretschmann
04|09
Gerade die bindigen Böden, die im Hochbau häufig ausgetauscht werden müssen, verfügen oft über Eigenschaften, die sie für Lehmsteine, Lehmmörtel oder Lehmputze interessant machen.
Bild: Raquel Gómez Delgado
05|09
Die Analyse des Korngerüsts liefert wichtige Hinweise auf die Eignung des Aushubs als Baulehm.
Bild: Raquel Gómez Delgado
06|09
Eignet sich der Aushub als Baulehm wird er zu Lehmbaustoffen wie Lehmsteinen, Lehmmörteln oder Lehmputzen verarbeitet.
Bild: Raquel Gómez Delgado
07|09
Zusätzliche Bindemittel oder chemische Modifikationen sind dabei nicht erforderlich.
Bild: Raquel Gómez Delgado
08|09
Magerere Böden mit geringerem Tongehalt eignen sich besonders für Lehmmörtel oder Lehmputze, während tonreichere Böden bevorzugt für Lehmsteine oder Stampflehm verwendet werden.
Bild: Raquel Gómez Delgado
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Vom Bodengutachten zum Baulehm
Bevor ein Bauvorhaben beginnt, wird der anstehende Boden in der
Regel geotechnisch untersucht. Bodengutachten erfassen unter
anderem die Kornzusammensetzung, den Feuchtegehalt, die Plastizität
und mögliche Belastungen des Materials. Die Ergebnisse dienen
zunächst der Planung von Gründung, Erdarbeiten und Entsorgung,
liefern jedoch zugleich wichtige Hinweise auf die Eignung des
Bodens für die Herstellung von Lehmbaustoffen.
Gerade die bindigen Böden, die im Hochbau häufig ausgetauscht
werden müssen, verfügen oft über Eigenschaften, die sie für
Lehmsteine, Lehmmörtel oder Lehmputze interessant machen. Anstatt
das Material ausschließlich als Aushub zu betrachten, kann es
deshalb bereits frühzeitig als potenzieller Rohstoff bewertet
werden.
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Baugruben, Tiefgaragen, U-Bahn-Schächte und Fundamente führen zum Aushub großer Mengen natürlich gewachsener Böden.
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01|09
Für Lehmbaustoffe können sie dagegen eine wertvolle Rohstoffquelle darstellen. Aus einem bisher überwiegend entsorgten Material wird so ein Ausgangspunkt für neue Bauprodukte und geschlossene Stoffkreisläufe.
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02|09
Boden und Steine zählen zu den größten Stoffströmen der Bauwirtschaft. Im Jahr 2018 machten sie mit rund 130 Millionen Tonnen knapp 60 Prozent der insgesamt 218,8 Millionen Tonnen mineralischer Bauabfälle in Deutschland aus.
03|09
Bevor ein Bauvorhaben beginnt, wird der anstehende Boden in der Regel geotechnisch untersucht. Bodengutachten erfassen unter anderem die Kornzusammensetzung, den Feuchtegehalt, die Plastizität und mögliche Belastungen des Materials.
Bild: Gäth und Kretschmann
04|09
Gerade die bindigen Böden, die im Hochbau häufig ausgetauscht werden müssen, verfügen oft über Eigenschaften, die sie für Lehmsteine, Lehmmörtel oder Lehmputze interessant machen.
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Die Analyse des Korngerüsts liefert wichtige Hinweise auf die Eignung des Aushubs als Baulehm.
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Eignet sich der Aushub als Baulehm wird er zu Lehmbaustoffen wie Lehmsteinen, Lehmmörteln oder Lehmputzen verarbeitet.
Bild: Raquel Gómez Delgado
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Zusätzliche Bindemittel oder chemische Modifikationen sind dabei nicht erforderlich.
Bild: Raquel Gómez Delgado
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Magerere Böden mit geringerem Tongehalt eignen sich besonders für Lehmmörtel oder Lehmputze, während tonreichere Böden bevorzugt für Lehmsteine oder Stampflehm verwendet werden.
Bild: Raquel Gómez Delgado
09|09
Sind die technischen und umweltrelevanten Anforderungen erfüllt,
kann der Boden aus dem Abfallstrom herausgelöst und einer
stofflichen Verwertung zugeführt werden. Mit dem Ende der
Abfalleigenschaft wird aus Aushub wieder Baulehm – ein definierter
Rohstoff für die Herstellung neuer Baustoffe.
Damit beginnt der Weg zum Bauprodukt nicht erst in der
Produktion, sondern bereits mit der Bewertung des Bodens auf der
Baustelle. Was bislang überwiegend als Aushub und
Entsorgungsaufgabe betrachtet wurde, kann als Rohstoff für neue
Lehmbaustoffe in regionale Stoffkreisläufe zurückgeführt werden.
Der heutige Lehmbau knüpft damit an ein historisches Prinzip an,
Boden nicht ausschließlich als Baugrund, sondern zugleich als
Baustoff zu begreifen.
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Baugruben, Tiefgaragen, U-Bahn-Schächte und Fundamente führen zum Aushub großer Mengen natürlich gewachsener Böden.
Bild: Raquel Gómez Delgado
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Für Lehmbaustoffe können sie dagegen eine wertvolle Rohstoffquelle darstellen. Aus einem bisher überwiegend entsorgten Material wird so ein Ausgangspunkt für neue Bauprodukte und geschlossene Stoffkreisläufe.
Bild: Raquel Gómez Delgado
02|09
Boden und Steine zählen zu den größten Stoffströmen der Bauwirtschaft. Im Jahr 2018 machten sie mit rund 130 Millionen Tonnen knapp 60 Prozent der insgesamt 218,8 Millionen Tonnen mineralischer Bauabfälle in Deutschland aus.
03|09
Bevor ein Bauvorhaben beginnt, wird der anstehende Boden in der Regel geotechnisch untersucht. Bodengutachten erfassen unter anderem die Kornzusammensetzung, den Feuchtegehalt, die Plastizität und mögliche Belastungen des Materials.
Bild: Gäth und Kretschmann
04|09
Gerade die bindigen Böden, die im Hochbau häufig ausgetauscht werden müssen, verfügen oft über Eigenschaften, die sie für Lehmsteine, Lehmmörtel oder Lehmputze interessant machen.
Bild: Raquel Gómez Delgado
05|09
Die Analyse des Korngerüsts liefert wichtige Hinweise auf die Eignung des Aushubs als Baulehm.
Bild: Raquel Gómez Delgado
06|09
Eignet sich der Aushub als Baulehm wird er zu Lehmbaustoffen wie Lehmsteinen, Lehmmörteln oder Lehmputzen verarbeitet.
Bild: Raquel Gómez Delgado
07|09
Zusätzliche Bindemittel oder chemische Modifikationen sind dabei nicht erforderlich.
Bild: Raquel Gómez Delgado
08|09
Magerere Böden mit geringerem Tongehalt eignen sich besonders für Lehmmörtel oder Lehmputze, während tonreichere Böden bevorzugt für Lehmsteine oder Stampflehm verwendet werden.
Bild: Raquel Gómez Delgado
09|09
Vom Baulehm zum Baustoff
In der Produktion wird der Baulehm zunächst aufbereitet und
homogenisiert, um natürliche Schwankungen innerhalb des Materials
auszugleichen. Anschließend wird er zu Lehmbaustoffen wie
Lehmsteinen, Lehmmörteln oder Lehmputzen verarbeitet. Zusätzliche
Bindemittel oder chemische Modifikationen sind dabei nicht
erforderlich. Die natürlichen Materialeigenschaften des Baulehms
bleiben erhalten und bestimmen seine spätere Verwendung.
Es wird nicht versucht, jeden Boden an ein vorgegebenes Produkt
anzupassen. Vielmehr orientiert sich die Wahl des Baustoffs an den
natürlichen Eigenschaften des Rohmaterials. Magerere Böden mit
geringerem Tongehalt eignen sich beispielsweise besonders für
Lehmmörtel oder Lehmputze, während tonreichere Böden bevorzugt für
Lehmsteine oder Stampflehm verwendet werden. Die Materialwahl folgt
damit den vorhandenen Qualitäten des Bodens und nicht
umgekehrt.
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Baugruben, Tiefgaragen, U-Bahn-Schächte und Fundamente führen zum Aushub großer Mengen natürlich gewachsener Böden.
Bild: Raquel Gómez Delgado
01|09
Für Lehmbaustoffe können sie dagegen eine wertvolle Rohstoffquelle darstellen. Aus einem bisher überwiegend entsorgten Material wird so ein Ausgangspunkt für neue Bauprodukte und geschlossene Stoffkreisläufe.
Bild: Raquel Gómez Delgado
02|09
Boden und Steine zählen zu den größten Stoffströmen der Bauwirtschaft. Im Jahr 2018 machten sie mit rund 130 Millionen Tonnen knapp 60 Prozent der insgesamt 218,8 Millionen Tonnen mineralischer Bauabfälle in Deutschland aus.
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Bevor ein Bauvorhaben beginnt, wird der anstehende Boden in der Regel geotechnisch untersucht. Bodengutachten erfassen unter anderem die Kornzusammensetzung, den Feuchtegehalt, die Plastizität und mögliche Belastungen des Materials.
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Bild: Raquel Gómez Delgado
09|09
Diese Herangehensweise knüpft an eine lange Bautradition an und
eröffnet zugleich neue Perspektiven für das zirkuläre Bauen. Nicht
jeder Boden muss an ein standardisiertes Produkt angepasst werden.
Stattdessen entstehen Baustoffe, deren Eigenschaften sich aus den
natürlichen Qualitäten des verfügbaren Rohmaterials ableiten. So
können regionale Ressourcen effizient genutzt und Stoffkreisläufe
geschlossen werden.
Text: Micha Kretschmann
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