Chemische Prozesse

Bauausführungsfehler führen in den meisten Fällen zu einer Korrosion der Bewehrung. Dies hat neben optischen Fehlern auch statische Konsequenzen. Der Querschnitt des Stahls, der die Zugkräfte aufnimmt, verringert sich. Das hat zur Folge, dass die statische Erfordernis nicht gewährleistet ist.

Gallerie

Lochfraßkorrosion
Eine Depassivierung des Stahlbetons entsteht durch die Absenkung der Alkalität unterhalb eines PH-Wertes von 11,5. Diese Aufhebung des Rostschutzes entsteht durch aggressive Anionen, wie Chloride, Sulfate und Nitrate. Die Tausalze (Chloride) verdrängen an der Bewehrung die aufgenommenen passivierenden Hydroxydionen (OH-). Es entsteht eine Lochfraßkorrosion.

Karbonatisierung
Durch Zugabe von sauberem Wasser wird eine chemische Reaktion des Zementes mit dem Wasser ausgelöst. Aufgrund dieser so genannten Hydratation bildet sich Zementstein, der bei optimal abgestufter Sieblinie die Gesteinskörnungen zu hochwertigem Beton verkittet und mit der Zeit aushärtet. Mit der Hydratation entsteht Calciumhydroxid, das im Wesentlichen die Alkalität des Betons bestimmt. Die Alkalität gewährleistet den Korrosionsschutz für die eingelegten Bewehrungsstähle. Mit der Zeit tritt eine Neutralisierung des Betons ein. Diese von Außen nach Innen fortschreitende Absenkung der Alkalität nennt man Karbonatisierung. Sie entsteht durch den Einfluss von Kohlendioxid (CO2).

Schadensbild
Voraussetzung der Vermeidung von Bauschäden durch den Einfluss von Kohlendioxid ist die Herstellung geschlossener Oberflächen. Durch Wasserblasen unter den Zuschlagskörnern und Verdichtungsporen, Nestern und Rissen kann die Karbonatisierung tiefer in den Beton eindringen und der Bewehrung näher kommen. Um das zu vermeiden, muss der Beton durch Rütteln sorgfältig verdichtet werden, um Nester, Lunker und Hohlräume) auszuschließen. Außerdem ist der Wasserzementwert w/z zu beachten. Bei nicht geschlossener Oberfläche kann eine größere Wasserdurchlässigkeit und Witterungsempfindlichkeit auf Grund der höheren und schnelleren Wasseraufnahme durch die Kapillarporen eindringen und es kommt zu einem "Bluten" des Betons. Zudem führt ein höheres Schwindverhalten beim Austrocknen zu höheren Spannungen und Rissgefahr.

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