Weingut Keller in Oberbergen
In Weinbergterrassen eingebettete Gründächer
Aufgrund seines warmen, sonnenreichen Klimas, des vulkanischen Bodens und der großzügig terrassierten Topografie bietet der Kaiserstuhl optimale Bedingungen für den Weinanbau. Das weiß auch das traditionsreiche Weingut Franz Keller aus Oberbergen zu schätzen. Zur langfristigen Sicherstellung und Steigerung der Qualität seiner Weine hat es sich einen Neubau nach Plänen der Freiburger Architekten Geis und Brantner errichten lassen.
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Um das Gebäude bestmöglich in die Landschaft zu integrieren, betteten es die Architekten in den Hang eines Weinbergs und gliederten es in drei zueinander versetzten Ebenen. Etwa zwei Drittel des Bauvolumens liegen verborgen im Osthang, die auskragenden Flachdächer sind begrünt. Neben Sichtbeton wurde im Außenbereich Bruchsteinmauerwerk und für Tore und Türen heimisches Eichenholz verwendet.
Auf die Weinherstellung abgestimmte Architektur
Die Staffelung des Baukörpers kommt dem Prozess der Weinherstellung zugute, sodass auf Pumpen verzichtet werden konnte. Die Traubenannahme findet in einem großen Innenhof mit umlaufendem Vordach auf der obersten Ebene statt. Innen schließen die technischen Einrichtungen zur Entrappung und Sortierung der Trauben an. Von dort werden die Maischetanks und Pressen auf der mittleren Ebene direkt bestückt. Die untere Ebene bietet Platz für die Abfüllanlage mit Flaschenlager, die Lagertanks sowie den Barrique- und Holzfasskeller. Durch die Einbettung in den Hang herrscht in den Lagerräumen ein für die Aufbewahrung des Rebensaftes günstiges Klima mit konstanten Temperaturen.
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Neben den Produktionsbereichen befinden sich auf der obersten Ebene die Büros der Verwaltung sowie ein Restaurant mit Verkostungszone. Diese Räume ermöglichen Einblick in die Weinherstellung und erstrecken sich bis zur mittleren Ebene. Sie erhalten Tageslicht über große Verglasungen. Sichtbetonflächen sowie Einbauten und Möbel aus Eichenholz prägen das Erscheinungsbild.
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Gründächer im Hang
Wände und Dächer bestehen aus Sichtbeton. Die massiven Betondecken kragen im Innenhof bis zu 4,50 m weit aus: Das auskragende Flachdach bildet eine Schutzzone zur Anlieferung der geernteten Trauben. Oberhalb der Betonplatte besteht der Dachaufbau aus einer Dampfsperre, EPS-Dämmplatten als Wärmedämmung, einer zweilagigen Bitumen-Abdichtung, einer Bautenschutzmatte, einer Dränplatte und etwa 15 cm Substrat mit Magerwiese als Begrünung.
Der vordere, freie Randbereich der Geschossdecken ist nicht
gedämmt, die Begrünung hat hier eine Aufbauhöhe von nur 7,5 cm. Der
Übergang der Abdichtungslagen auf die ungedämmte Betonfläche wurde
mit einem Dämmkeil hergestellt. Alle Flachdächer sind mit
Wiesensaatgut vom benachbarten Badberg begrünt und fügen sich
harmonisch in die Landschaft ein.
Bautafel
Architektur: Geis & Brantner, Freiburg
Projektbeteiligte: Frank Seitz, Freiburg (Projektleitung und Bauleitung); Cornelis Landschaftsarchitekten, Denzlingen (Landschaftsplanung); Mohnke/Höss Bauingenieure, Freiburg (Tragwerksplanung); Planungsgruppe Burgert, Schallstadt (TGA, Elektroplanung); Planungs-Gruppe Technik, Freiburg (TGA, Lüftung/Heizung/Sanitär); Implenia, Rümmingen (Bauunternehmung)
Bauherr*in: Weingut Franz Keller, Vogtsburg-Oberbergen
Fertigstellung: 2013
Standort: Badbergstraße 44, 79235 Vogtsburg-Oberbergen
Bildnachweis: Tom Gundelwein, Saarbrücken
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