Digitale Zukunft für die Grüne Branche
Über die Forschungsprojekte zu Green BIM
Begrünte Dächer, lebendige Fassaden und klimaaktive Freiräume sind zentrale Bestandteile nachhaltiger Städte – doch in digitalen Planungsprozessen werden sie bisher kaum berücksichtigt. Hier setzten die Forschungsprojekte Green BIM, Green BIM 2 und Green BIM 3 an: Mit ihnen wurden und werden praxisnahe Standards, Werkzeuge und Schulungen entwickelt, um Stadt- und Gebäudebegrünungen professionell in BIM-Prozesse zu integrieren.
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Während Building Information Modeling (BIM) im Architektur- und Ingenieurwesen längst zum Standardwerkzeug gehört, bleiben die Potenziale in der Landschaftsarchitektur und -planung bislang weitgehend ungenutzt. Gründe dafür liegen unter anderem in der Struktur der Landschaftsarchitektur: überwiegend kleine Planungsbüros und begrenzte Budgets. Hinzu kommen oft fehlende Standards, mangelnde Schnittstellen und unzureichendes Know-How im Umgang mit BIM-spezifischen Anforderungen.
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Gerade Begrünungsmaßnahmen, ökologische Kennwerte sowie Anforderungen an Pflege, Monitoring und die Gestaltung von Freiräumen werden in vielen aktuellen BIM-Prozessen noch unzureichend berücksichtigt. Zentrales Ziel der aufeinander aufbauenden Forschungsprojekte ist die strukturelle Integration von Begrünungen in digitale Planungsprozesse. Einen besonderen Fokus bilden die Erarbeitung und Erprobung praxisnaher Standards, die anhand von realen Projekten verschiedener Planungsbüros getestet werden.
Green BIM: Laufzeit 2019 bis 2022
Das erste Forschungsprojekt Green BIM – Bauwerksbegrünung als Teil BIM-basierter Planung und Pflege legte den Grundstein für die Forschungsreihe. Basierend auf einer Status-Quo Analyse bestehender Gebäudebegrünungen wurden Anforderungen an eine BIM-basierte Planung über den gesamten Lebenszyklus ermittelt. Daraus entstand ein Vorschlag für eine Green BIM-IFC-Datenstruktur als Erweiterung des IFC-Standards. Die Attribute sollen Informationen zu Begrünungen wie Nährstoffbedarf, Wuchsverhalten oder den Pflegebedarf abbilden.
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Green BIM 2: Laufzeit 2023-2025
Als Nachfolgeprojekt knüpft Green BIM 2 – Green Information Modeling and Operation: Transformation der Grünen Branche durch Digitalisierung an die Ergebnisse an, unterzieht sie einem Praxis-Test und erweitert die Ansätze auf die horizontale Freiraumplanung. Konkret bedeutet das, dass die Green BIM-IFC Datenstruktur um weitere Attribute zu Ausschreibung, Facility-Management, ESG und GIS-Schnittstellen ergänzt wird. Schulungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten erweiterten das Forschungsvorhaben: Eine Green BIM Summerschool für Studierende wurde bereits zwei Mal durchgeführt.
Green BIM 3: Laufzeit 2025-2027
Durch die vorangegangenen Forschungsprojekte liegen notwendige Datenstrukturen, etwa in Form von IFC-Modellvorschlägen, Use Cases und Schnittstellenbeschreibungen vor – so lässt sich die praxisorientierte Technologieentwicklung mit dem aktuell laufenden Projekt Green BIM 3 – Werkzeuge für standardisierte Daten zur Integration von BIM und digitalen Zwillingen einschließlich Ökosystemleistungen weiter vorantreiben. Wichtiger Bestandteil ist die Entwicklung eines webbasierten Tools mit BIM-Viewer und einer Datenbank, um dynamische Baummodelle, CO₂-Bilanzierungen und ökologische Kennwerte standardisiert zugänglich zu machen. In der bestehenden IFC-Struktur fehlen verfügbare Daten zum „lebendigen Baustoff“ Pflanze – also zu Wachstum und Ökosystemleistungen, die für klimarelevante Stadt- und Freiraumplanung benötigt werden. Besonders für Mikroklima-Simulationen sind solche Daten von großer Bedeutung, aber auch für Lebenszyklusanalysen von Gebäuden und deren Begrünung. Diese Datenverfügbarkeit und die Weiterentwicklung und Verbreitung der Standardisierung für die Digitalisierung in der Grünen Branche sind Ziel des Forschungsprojekts.
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Im Zuge des ersten Forschungsprojekts entstand der Verein zur Förderung der Grünen Baukultur (v-gbk), der aktuell an dem internationalen Forschungsprojekt digiLARCH zur Etablierung eines Netzwerks für Landschaftsarchitektur und –planung mitwirkt. Aus dem Projekt gehen verschiedene Vernetzungs- und Weiterbildungsangebote hervor, wie regelmäßige Round-Tables, Schulungen und eine Online-Umfrage (siehe Surftipps), die den Status-Quo von BIM in der Landschaftsarchitektur erhebt.
Die Projekte werden von der Österreichischen Forschungsgesellschaft (FFG) gefördert. Projektpartner sind: AEE INTEC; buildingSMART Österreich; Ralf Dopheide; FCP Fritsch, Chiari & Partner; grünplan; Henning Larsen Architects; Kräftner Landschaftsarchitektur; Neuland Garten & Landschaftsbau; Rajek Barosch; Technische Universität Graz, Institut für Bauphysik, Gebäudetechnik und Hochbau; Topio; Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Ingenieurbiologie und Landschaftsbau; Verein zur Förderung der Grünen Baukultur.
