Niederspannungsnetz: Anschluss und Anmeldung

Die Sicherheit der elektrischen Anlage beginnt beim Errichten neuer Gebäude schon mit der Anmeldung des Anschlusses an das Niederspannungsnetz beim zuständigen Elektrizitätsversorgungsunternehmen. Diese Anmeldung wird von einem eingetragenen Elektroinstallateur vorgenommen, der die Verfahrensweise kennt und über die Bearbeitungszeiten beim VNB (Verteilungsnetzbetreiber, früher EVU) informiert ist. Der Bauherr/Auftraggeber bzw. Architekt ist deshalb gut beraten, den Elektroinstallateur so früh wie möglich in die Planung mit einzubeziehen. Durch die „Verordnung über Allgemeine Bedingungen für den Netzanschluss und dessen Nutzung für die Elektrizitätsversorgung in Niederspannung“ (Niederspannungsanschlussverordnung - NAV) ist für den Wohnungsbau festgelegt, dass der Anschlussnehmer gegenüber dem Netzbetreiber (VNB) verantwortlich ist für die ordnungsgemäße Errichtung, Erweiterung, Änderung und Instandhaltung der elektrischen Anlage hinter der Hausanschlusssicherung.

Galerie

Wie ist der prinzipielle Ablauf?

Das Anmeldeverfahren und die erforderlichen Formulare sind bei den einzelnen VNB etwas unterschiedlich. Im Allgemeinen gilt aber folgender Ablauf:

  • Lageplan, Grundriss und Geschosszeichnungen an den beauftragten Elektroinstallateur übergeben.

  • Elektroinstallateur kennzeichnet die Lage des Hausanschlusskastens bzw. Hausanschlussraums, füllt den Vordruck für die „Anmeldung zum Hausanschluss“ (siehe Abb.1) aus - u.a. vorgesehene Anschlussleistungen, z.B. für Beleuchtung, Heißwasserbereiter, E-Herd, etc. -  und leitet den kompletten Antrag mit den Anlagen rechtzeitig vor dem gewünschten Zeitpunkt des Anschlusses an den VNB weiter. Das geht mit Hilfe des Programms „e-Anmeldevordruck 2011“ (Abb. 2) mittlerweile auch elektronisch.
  • Der VNB teilt dem Bauherrn die Anschlusskosten mit. Wenn die schriftliche Auftragserteilung durch den Bauherrn beim VNB eingegangen ist, kann der Hausanschluss installiert werden.
  • Vor dem Zählereinbau reicht der Elektroinstallateur beim VNB die Fertigstellungsanzeige und den Inbetriebsetzungsantrag ein. Der Installateur bestätigt damit außerdem, dass die Anlage entsprechend den geltenden Vorschriften errichtet und geprüft worden ist.
  • Das VNB montiert den/die Zähler und setzt die Hausanschlusssicherungen ein.
  • Der Elektroinstallateur setzt die Kundenanlage in Betrieb.

Hinweis:
Für den Elektrizitätsversorger wird nach dem Inkrafttreten der Liberalisierung des Strommarktes statt des bisherigen „EVU“ jetzt weitgehend der Begriff Verteilungsnetzbetreiber (Abkürzung VNB) oder einfach Netzbetreiber (NB) verwendet.

Fachwissen zum Thema

Prinzipieller Aufbau eines Hauptstromversorgungssystems mit Hauptverteiler (Übersichtsplan in einpoliger Darstellung)

Prinzipieller Aufbau eines Hauptstromversorgungssystems mit Hauptverteiler (Übersichtsplan in einpoliger Darstellung)

Grundinstallationen

Hauptstromversorgungssystem

Welche Anforderungen bestehen an die Hauptleitungen und Sicherungseinrichtungen, die hinter der Übergabestelle des Verteilungsnetzbetreibers angeordnet sind?

Grundinstallationen

Hausanschluss

Der Hausanschluss ist die Schnittstelle zum Versorgungsnetz, er verbindet das Kabel- oder Freileitungsnetz mit der...

Grundinstallationen

Hausanschlusskasten

Hausanschlusskästen (HAK) müssen an leicht zugänglichen Stellen angebracht werden, so dass bei Schadensfällen z.B. die Feuerwehr...

Grundinstallationen

Hausanschlussraum, -wand, -nische

Um alle Anschlusseinrichtungen eines Gebäudes übersichtlich und ordnungsgemäß installieren und warten zu können, hat sich die...

Beispiel für einen Zählerschrank, der Platz für Zähler und Multimedia-Anschluss bietet

Beispiel für einen Zählerschrank, der Platz für Zähler und Multimedia-Anschluss bietet

Grundinstallationen

Zähleranlage

Elektrizitätszähler sind geeichte Messgeräte, die so montiert werden müssen, dass die Messfunktion zu keinem Zeitpunkt...

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
Baunetz Wissen Elektro sponsored by:
Jung | Kontakt 02355 / 806-0 | mail.info@jung.de
Zum Seitenanfang

Strombezug: Woher kommt der Strom?

Öffentliche Stromversorgung im Wandel: Schritt für Schritt werden fossile Stromerzeuger durch regenerative Quellen ersetzt.

Öffentliche Stromversorgung im Wandel: Schritt für Schritt werden fossile Stromerzeuger durch regenerative Quellen ersetzt.

Schritt für Schritt werden herkömmliche fossile Stromerzeuger durch regenerative Energiequellen ersetzt – bis 2022 soll Deutschland Atomenergiefrei sein, der Kohleausstieg ist für 2038 geplant.

Smart Grids

Überblick Aufbau und Funktionen: Smart Grids sind komplexe Systeme ("schlaue Netze"), die Erzeuger, Übertragungsnetze und Verbraucher intelligent miteinander verbinden

Überblick Aufbau und Funktionen: Smart Grids sind komplexe Systeme ("schlaue Netze"), die Erzeuger, Übertragungsnetze und Verbraucher intelligent miteinander verbinden

Systeme, in denen die verschiedenen Stromerzeuger mit Stromspeichern, mit den Übertragungs- und Verteilnetzen sowie mit den Energieverbrauchern vernetzt sind, werden als intelligente Stromnetze bezeichnet.

Smart Metering

Touchdisplay für die Steuerung sämtlicher Funktionen von der Türkommunikation bis zur Bedienung des Smart Homes (im Bild: Smart Control 8)

Touchdisplay für die Steuerung sämtlicher Funktionen von der Türkommunikation bis zur Bedienung des Smart Homes (im Bild: Smart Control 8)

Gegenwärtig erhalten die meisten privaten Energieverbraucher nach Ablesung der Zählerstände einmal im Jahr ihre Stromrechnung....

Entwicklung der Elektroinstallation

Bis in die 1980er-Jahre bestand eine Elektroinstallation hauptsächlich aus Ein-Aus-Schaltern, Steckdosen und der Beleuchtung.

Bis in die 1980er-Jahre bestand eine Elektroinstallation hauptsächlich aus Ein-Aus-Schaltern, Steckdosen und der Beleuchtung.

Den Durchbruch für vernetzte und automatisierte Gebäudefunktionen brachte die Entwicklung von Bussystemen.

Smart Home, Gebäudeautomation, Gebäudesystemtechnik

Smart Home umfasst die Datenvernetzung und Steuerung (auch Fernsteuerung) von elektrischen Geräten, der Beleuchtung, Unterhaltungselektronik, Heizung, Lüftung und anderen Geräten im privaten Bereich.

Smart Home umfasst die Datenvernetzung und Steuerung (auch Fernsteuerung) von elektrischen Geräten, der Beleuchtung, Unterhaltungselektronik, Heizung, Lüftung und anderen Geräten im privaten Bereich.

Was bedeutet Smart Home? Wie unterscheidet sich im Gegensatz dazu eine Gebäudeautomation? Und was ist mit Gebäudesystemtechnik oder Gebäudeleittechnik gemeint?

Einführung in die Gebäudeautomation

Mithilfe vernetzter Elektroinstallationen können verschiedene Gebäudefunktionen automatisch gesteuert werden.

Mithilfe vernetzter Elektroinstallationen können verschiedene Gebäudefunktionen automatisch gesteuert werden.

Durch Automatisierung und Vernetzung zentraler Gebäudefunktionen lassen sich Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz erhöhen.

Stromerzeugung am Gebäude: Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

Ein Blockheizkraftwerk setzt üblicherweise mit einem Verbrennungsprozess eine Turbine in Gang, die Strom erzeugt. So entstehen Strom und Wärme, die sich im Gebäude nutzen lassen.

Ein Blockheizkraftwerk setzt üblicherweise mit einem Verbrennungsprozess eine Turbine in Gang, die Strom erzeugt. So entstehen Strom und Wärme, die sich im Gebäude nutzen lassen.

Nano- und Mikro-Blockheizkraftwerke produzieren Strom und Wärme auch für kleine Wohngebäude.

Stromerzeugung am Gebäude: Photovoltaik (PV)

Solarzellen kommen klassischerweise aufs Dach, hier kamen sie als gebäudeintegrierte Zellen ins Dach.

Solarzellen kommen klassischerweise aufs Dach, hier kamen sie als gebäudeintegrierte Zellen ins Dach.

Die dezentrale, gebäudenahe Stromgewinnung aus Sonnenenergie wurde längst zu einem wichtigen Teil der Energieversorgung.

Stromerzeugung am Gebäude: Energieertrag einer PV-Anlage

Rasterdaten für die Jahressumme der Globalstrahlung in kWh/m² (Stand Januar 2025)

Rasterdaten für die Jahressumme der Globalstrahlung in kWh/m² (Stand Januar 2025)

Wie viel Strom liefert eine PV-Anlage tatsächlich und lohnt sich die Investition? Wer den Ertrag realistisch berechnen will, muss mehr berücksichtigen als nur Modulleistung und Modulanzahl.

JUNG x DORNBRACHT

SIGNATURE DESIGN. 
CRAFTED IN FINISHES. 
Zwei Marken, ein Material: 
Bronze gebürstet schafft ein klares Design – vom Schalter bis zur Armatur. 

Partner-Anzeige