Bootshaus Zaka in Bled

Wassersensible Instandsetzung

Türkisklar leuchtet das Wasser des Bleder Sees in Slowenien. Einst schliff sich hier ein Gletscher in den Fels und hinterließ neben dem Seebecken auch eine kleine ikonische Insel – die einzige des Landes. Jährlich kommen Hunderttausende Tourist*innen in den Alpenkurort, um den See zu bewundern, darin zu baden, oder auf ihm zu rudern. Motorboote sind hier verboten, um die Umwelt zu schützen. Stattdessen rudert man in traditionellen, hölzernen Pletna-Booten. Auch zwei Forschungsboote des lokalen Umweltschutzteams sind regelmäßig auf dem See unterwegs. Wenn diese nicht im Einsatz sind, lagern sie in einem Bootshaus, welches das slowenische Architekturbüro Ofis Arhitekti aus Ljubljana jüngst im Auftrag der slowenischen Umweltbehörde sanierte.

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Vom einstigen Gletscher zeugen heute noch feine Mineral- und Gesteinspartikel, die im Wasser das Sonnenlicht streuen und dem See seine besondere Farbe verleihen. Der Erhalt dieses besonderen Gewässers ist Auftrag des lokalen Teams der Umweltbehörde. Mit ihren Booten gehen die Forscher*innen auf Erkundungstour, um die Wasserqualität des Sees zu überwachen. Ihr Bootshaus liegt am ruhigen Westufer, auf der gegenüberliegenden Seite des Stadtzentrums, neben einer bewaldeten Uferzone und nahe der Zieltribüne der Regattastrecke. Von der Böschung führt eine Treppe hinab zu einem rechteckigen, holzverkleideten Gebäude mit Satteldach. Es wurde auf einem Betonfundament errichtet, das sich vom Ufer aus in den See erstreckt.

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Behutsame Instandsetzung

Dem thematischen Fokus auf Umwelt- und Naturschutz entsprechend, entschied sich das Team von Ofis Arhitekti für einen behutsamen Eingriff, der die bestehende Holzkonstruktion erhält und ertüchtigt. Die Planenden ließen die gesamte Struktur des bestehenden Bootshauses sorgfältig demontieren, um die einzelnen Holzelemente zu untersuchen und bei Bedarf zu restaurieren. Um die Leisten der Holzfassade vor Witterungseinflüssen zu schützen, wurden sie nach einer Reinigung mit Kiefernharz versehen. Die Architekt*innen konzipierten die Fassade als reaktionsfähige Membran, die Licht, Luft und Feuchtigkeit durchlässt: Eine versetzte Anordnung der Holzleisten bringt Licht in das Innere und lässt die Luft zirkulieren, was verhindert, dass sich Feuchtigkeit festsetzt. Zugleich gibt die durchlässige Fassade den Blick von Innen nach Außen frei und erzeugt ein visuelles Spiel aus Licht und Wasserreflexionen.

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Eine uferseitige Tür erschließt das Bootshaus. Innen verläuft ein U-förmiger Steg entlang der drei Außenwände an und schafft in seiner Mitte Platz für zwei Boote. Rolltore geben wasserseitig den Weg auf den See frei. Auch der Bodenbelag der Innenstege wurde erneuert. Holzplanken ersetzen zuvor verlegte Zementfliesen und schaffen eine wärme, atmungsaktivere Oberfläche.

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Wasserkreislauf auf dem Satteldach

Das Wasser spielt nicht nur vor dem Bootshaus eine Hauptrolle, sondern auch auf dem Dach. Den Forschungszwecken des Umweltschutzteams entsprechend, schlugen die Architekt*innen vor, dort hölzerne Pflanzentröge zu installieren, die mit lokalen Alpenblumen bepflanzt sind. Diese besondere Form der Dachbegrünung ist nicht nur dekorativ, sondern ein lebendiges Wasserkreislauf-Experiment: Jeder Pflanzentrog ist mit Steinen, Kies, Sand, Erde und Kokosfasern gefüllt. Das Seewasser wird durch diese verschiedenen Filtersubstratschichten gepumpt und bewässert die Pflanzen. Die wissenschaftliche Gewässerforschung wird somit Teil des Gebäudes. -hs

Bautafel

Architektur: OFIS arhitekti, Ljubljana
Projektbeteiligte: Mizarstvo Ovsenik, Kranj (Technische Details; Bauunternehmen); MT Cvek, Kranj (Landschaftsplanung)
Bauherrschaft: Umweltbehörde der Republik Slowenien
Standort: 1 Veslaška promenada, 4260 Bled, Slowenien
Fertigstellung: 2025
Bildnachweis: Milan Kambic (Fotos); OFIS arhitekti (Fotos und Pläne)

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