Wasseraufbereitungsanlage in Hillerod

Landschaftspark auf dem Dach

Wer den Solrodgaard Klima- und Umweltpark im dänischen Hillerod besucht, kann ein weltbewegendes Thema aus nächster Nähe erleben: Wie kann ein nachhaltiger Umgang mit begrenzten Ressourcen aussehen? Teil des 50 Hektar umfassenden Gebietes ist eine Wasseraufbereitungsanlage, die das Kopenhagener Architekturbüro Henning Larsen als Zusammenspiel von Industrie und Natur geplant hat. Ausgedehnt und eingeschossig, ist der Gebäudekomplex eng mit der Landschaft verwoben; die Kläranlage ist von einem parkähnlich gestalteten, begehbaren Gründach gekrönt.

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Einblick in die Wasseraufbereitung

Durch das als Park gestaltete Dach sind die Gebäude großmaßstäblich eingebunden und treten optisch zurück. Die darunterliegende Wasseraufbereitung ist durch einen breiten Korridor im Außenbereich zweigeteilt. Beidseitig der Durchwegung geben Fassaden aus Stahl und Glas tiefe Einblicke ins Gebäude und die dortigen Abläufe. Weitere Sichtbezüge entstehen durch kantige Oberlichter, die wie steile Rampen aus dem Gründach hervortreten. Eine Brücke verbindet die begehbaren Dächer.

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Im täglichen Betrieb werden hier ca. 15.000 Kubikmeter Abwasser gefiltert und weiterverarbeitet. Was passiert mit dem verbrauchten Wasser, wie wird es filtriert und anschließend wieder klar? Das lässt sich aufgrund der hohen Transparenz nachvollziehen. Der Einblick in die Ressourcenaufbereitung soll Anstoß geben, den eigenen Verbrauch zu überdenken, die Beziehung zu Natur und Umwelt zu reflektieren.

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Landschaftliche Einbindung durch Gründach

Beidseitig des Korridors gelangen die Besucherinnen und Besucher über Treppen, die wie die Brücke und einige Fassadenbereiche mit Cortenstahl bekleidet sind, zu den Dachgärten. Diese sind über begrünte Hügel auch von außen zugänglich – Fußwege winden sich hinauf und um die Oberlichter herum. Im Korridor ist ein Bachlauf angelegt, an dem zu beobachten ist, wie natürliches Laub das Grundwasser im Gegensatz zur industriellen Anlage filtert.

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Beete mit mehrjährigen Blühpflanzen bilden die Dachbegrünung. Ihre Farbigkeit wandelt sich im Laufe der Jahreszeiten. Das Gründach bietet ökologische Vorteile: Es trägt zur Verbesserung des Kleinklimas bei, weil das gespeicherte Regenwasser langsam verdunstet und die Umgebung kühlt. Feinstaub und Luftschadstoffe sowie CO2 werden durch die Pflanzen gefiltert, im Substrat gebunden, abgebaut und umgewandelt.

Die Blühpflanzen sind ein dauerhafter oder auch temporärer Lebensraum für Insekten und somit Vögel, die hier Rast und Futtergelegenheiten finden. Neben den umweltrelevanten Aspekten verbessert das Dach die Arbeitsbedingungen im Inneren des Gebäudes, da der Begrünungsaufbau im Sommer als Hitzeschild und im Winter als Wärmedämmung fungiert. Zusätzlich schützt die Begrünung die Dachkonstruktion vor extremen Witterungseinflüssen und verlängert somit deren Lebensdauer.

Autorin: Rosina Woopen – Riegler Architekten, Speyer

Bautafel

Architektur: Henning Larsen, Kopenhagen
Projektbeteiligte: Gottlieb Paludan (Partnerarchitekt); Marie Ørsted Larsen (Landschaftsarchitektin); Orbicon (Ingenieurleistungen); Jakobsen & Blindkilde (Bauunternehmen) – alle Kopenhagen
Bauherr: Hillerød Forsyning
Fertigstellung: 2017 (Aufbereitungsanlage) / 2019 (Außenanlagen und -fassaden)
Standort: Lyngevej 2, 3400 Hillerød, Dänemark
Bildnachweis: Jakob Due, Daniel Baumann

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