Nachhaltigkeitsbewertung eines Kalksandstein-Mehrfamilienhauses
Lebenszyklusuntersuchung nach DGNB, BNG und QNG
Durch Nachhaltigkeitszertifizierungssysteme werden ökologische, ökonomische, soziokulturelle und technische Aspekte der Gebäudequalität in eine standardisierte Bewertungsstruktur überführt und vergleichbar gemacht. Die jeweiligen Kriterien definieren dabei unter anderem, welche Anforderungen an Bauprodukte, Ressourcengewinnung sowie an den thermischen Komfort eines Gebäudes gestellt werden. Die der Publikation Ganzheitliche Nachhaltigkeitsbewertung eines Kalksandstein-Mehrfamilienhauses nach DGNB, BNB und QNG zugrundeliegende Studie untersuchte anhand solcher Systeme ein realisiertes Gebäude in Kalksandsteinbauweise.
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Ziel der vom Bundesverband Kalksandsteinindustrie in Auftrag gegebenen Untersuchung war es, am Beispiel eines konkreten Wohngebäudes darzustellen, inwieweit sich Mehrfamilienhäuser in Kalksandsteinbauweise durch eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsqualität auszeichnen und in welchem Umfang sie die Anforderungen aktueller Zertifizierungs- und Förderprogramme erfüllen können. Grundlage war ein realisiertes dreigeschossiges Mehrfamilienhaus im Effizienzhaus-40-Standard.
Die Autoren Sebastian Pohl (LCEE, Darmstadt) und Zakaria Istanbuly (Forschungsvereinigung Kalk-Sand) analysierten das Gebäude anhand eines Pre-Checks nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) sowie des Bewertungssystems Nachhaltige Gebäude (BNG). Das Ergebnis: Das untersuchte Gebäude erfüllt die Voraussetzungen für eine Zertifizierung nach beiden Systemen und entspricht zugleich den allgemeinen sowie den besonderen Anforderungen des Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude (QNG). Dazu zählen unter anderem Grenzwerte für Treibhausgasemissionen und Primärenergiebedarf sowie Vorgaben zur Schadstoffvermeidung und nachhaltigen Materialgewinnung.
In der Lebenszyklusbetrachtung über einen Zeitraum von fünfzig Jahren ermittelte die Studie ein Treibhauspotenzial von 21,7 Kilogramm CO₂-Äquivalent pro Quadratmeter und Jahr. Der Bedarf an nicht erneuerbarer Primärenergie liegt bei 75 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Beide Werte unterschreiten die für das QNG maßgeblichen Referenzwerte. Darüber hinaus wurden auch die Lebenszykluskosten des Gebäudes über einen Zeitraum von fünfzig Jahren analysiert. Berücksichtigt wurden dabei sowohl die Herstellungskosten als auch die langfristigen Betriebs- und Instandhaltungskosten. Ergänzend thematisiert die Untersuchung bauphysikalische Aspekte wie sommerlichen Wärmeschutz, Schallschutz, Innenraumluftqualität und Klimaresilienz.
Die vorliegende Publikation fasst das Vorgehen und die Ergebnisse der Studie zusammen. Sie richtet sich an Planende, Wohnungsunternehmen und Bauherrschaften und soll eine Grundlage für die Bewertung nachhaltiger Neubauprojekte im mehrgeschossigen Wohnungsbau bieten. Das 48-seitige Dokument steht kostenfrei auf der Webseite des Markenverbunds KS-Original zum Download zur Verfügung (siehe Surftipps).
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