Bauteillebensdauer

Erfahrungswerte, Wahrscheinlichkeiten, Wertschätzung

Wie lange hält ein Fenster? Wann sollte es ausgetauscht werden? Lohnt sich die Investition in ein anderes Material, andere Komponenten oder Formate? Welche Rolle spielen Reinigung, Wartung und Reparaturen? Und wie wirken sich klimatische Faktoren, etwa der Einbau auf der Wetterseite, aus?

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Faktoren und Modelle

Um diese und ähnliche Fragen zu beantworten, wurden die Normen ISO 15686-1:2011-05: Hochbau und Bauwerke – Planung der Lebensdauer  Teil 1: Allgemeine Grundlagen und Rahmenbedingungen und ISO 15686-2:2012-05: Hochbau und Bauwerke  Planung der Lebensdauer  Teil 2: Verfahren zur Voraussage der Lebensdauer entwickelt und mit weiteren Teilen fortgeschrieben.

Die ISO 15686 basiert auf Faktoren, die eine Mischung aus Erfahrungswerten, Wahrscheinlichkeiten und Annahmen darstellen. Exakte Berechnungen der Lebensdauer eines Bauteils sind nicht möglich. Stattdessen liefern die Normen standardisierte Interpretationsmodelle, die Annäherungen und Schätzungen erlauben.

Die Norm definiert sieben maßgebliche Kriterien unter den Oberbegriffen Qualität, Umgebung und Nutzungsbedingungen:

  • Bauteilqualität mit den Unterpunkten Herstellung, Lagerung, Transport, Materialien und Schutzschicht
  • Konstruktionsqualität mit Eingliederung und konstruktivem Schutz
  • Ausführungsqualität mit Einbau auf der Baustelle und klimatischen Bedingungen auf der Baustelle
  • Umgebung innerhalb des Gebäudes mit Raumluftbedingungen und Kondensation
  • Umgebung außerhalb des Gebäudes mit Standort, Wetter, Luftverschmutzung, Bauwerkserschütterungen
  • Nutzung mit mechanischen Einflüssen, Art der Nutzung und Verschleiß
  • Instandhaltungsqualität mit der Qualität und dem Zyklus der Instandhaltung sowie der Zugänglichkeit für Instandhaltung  

Ausgehend von einer theoretischen Referenzlebensdauer – einem angenommenen Durchschnitt – werden die sieben Faktoren jeweils bewertet. Anschließend werden sie als positiv = verlängernd oder negativ = verkürzend multipliziert. Trotz dieser methodischen Logik werden als Ergebnis jedoch keine konkreten Zahlen erzeugt.

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LCC und LCA

Die Schätzung einer technisch-funktionalen Lebensdauer kann sich deutlich von einer finanziell-ökonomischen Lebensdauer unterscheiden. So kann es sinnvoll sein, ein schadhaftes Fenster in einem gut instandgehaltenen Gebäude zu ersetzen, wenn die Wartung teurer wäre als ein Austausch. Umgekehrt könnte ein intaktes Fenster in einem unrentablen Gebäude, das abgerissen werden soll, keine Zukunft haben. Ökologische Ansätze wie Reparatur, Retrofit, Wiederverwendung und Recycling wiederum können die Lebensdauer eines Fensters über den ursprünglichen Kontext hinaus verlängern.

Diese Zusammenhänge untersucht die Lebenszykluskostenberechnung (Life Cycle Costing = LCC) aus finanzieller Sicht und die Lebenszyklusanalyse (Life Cycle Assessment = LCA) unter ökologisch, nachhaltigen Gesichtspunkten. 

Wertigkeit, Wertschätzung, kulturelle Bedeutung

Auch der Zeitpunkt der Herstellung und des Einbaus spielt bei der Lebensdauer eine Rolle. So sind Bauteile aus der Gründerzeit Ende des 19. Jahrhunderts häufig stabiler und hochwertiger als vergleichbare Elemente aus den 1970er-Jahren.

Ebenfalls relevant sind Denkmalschutzvorgaben, steigende Anforderungen an Sicherheit, Kontrolle und Einbruchschutz, Experimente mit neuen Materialien und Anwendungen ohne Langzeiterfahrungen sowie zeitgeschichtliche Vorlieben oder Abneigungen gegenüber bestimmten Gestaltungen. Die Wertschätzung historischer Bausubstanz steht dabei oft im Widerspruch zu Modernisierungswünschen und damit verknüpften gesellschaftlichen Erwartungen. Paradoxerweise können auch wirtschaftliche Engpässe die Lebensdauer von Bauteilen verlängern, wenn der Mangel an Ersatzteilen eine intensivere Pflege des Bestands erzwingt.

Die kulturelle Bedeutung von Architekturelementen wie Fenstern und Türen thematisierte die Architektur-Biennale in Venedig im Jahr 2014. Unter Titel Titel „Fundamentals“ kuratierte Rem Koolhaas sie als architektonisch zeitlose Artefakte. -sj 

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Der Begriff Materialermüdung verdeutlicht einen Alterungsprozess. Im Bild: schadhafte Fassade in der Auguststraße, Berlin

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Bauschäden/​Sanierung

Materialermüdung

Alterungsprozess, der natürliche Materialien wie künstliche Stoffe betrifft und zu plastischer Verformung, Rissen, Bruch, Sprödigkeit, Überdehnung, Verfärbung oder kompletter Auflösung führen kann.

Türen und Tore haben die gleichen Funktionen, sie schließen und öffnen einen Durchgang oder  – je nach Dimensionierung – eine Durchfahrt in einer Wand (im Bild: Türen und Tore im Futurium Berlin, Richter Musikowski)

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Türarten

Türen und Tore

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Bauwerke zum Thema

Die Transformation des ehemligen Bettenhauses einer psychiatrischen Klinik in Belgien zeigt nicht nur eine sorgfältig durchdachte und fantasievolle Rettung von materiellen Ressourcen, sondern auch eine architektonisch geistreiche Anregung zu Kontemplation und Imagination.

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Re-Use einer Ruine, die einst im zeittypischen Pavillonstil auf dem weitläufigen Gelände einer psychiatrischen Klinik erbaut worden war.

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Pasticheneu

Heutige Beispiele für Pastiche sind die Casino-Architekturen in Las Vegas und Macao, in denen ikonische Bauwerke und Stilelemente in neuen Kontexten zusammengemischt werden.

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Ein Begriff aus der Kunst-, Literatur- und Baugeschichte, der auf Techniken des Mischens, Verbindens und Verknüpfens einzelner Teile verweist.

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Bauteillebensdauer

Wie lange hält ein Fenster? Exakte Berechnungen einer Bauteillebensdauer sind nicht möglich, sondern stattdessen handelt es sich um standardisierte Interpretations-Modelle zu vorhersagensartigen Annäherungen, also Schätzungen.

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Wie lange hält ein Fenster? Wann lohnt sich der Austausch – und welches Material, welche Komponenten oder Formate sind sinnvoll? Welche Rolle spielen Pflege und Klima für die Lebensdauer?

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Ein Fenster besteht aus mehreren Elementen, die sich zu einer Einheit fügen.

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Fenster, Tragstruktur und Hülle

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Mockup

Ein Mockup, manchmal auch Mock-Up geschrieben, ist ein Teilausschnitt einer Fassade oder auch eines Raums zur Bemusterung im Maßstab 1:1, also ein originalgetreues Modell in sogenannter Lebensgröße und vor Ort auf der Baustelle.

Ein Mockup, manchmal auch Mock-Up geschrieben, ist ein Teilausschnitt einer Fassade oder auch eines Raums zur Bemusterung im Maßstab 1:1, also ein originalgetreues Modell in sogenannter Lebensgröße und vor Ort auf der Baustelle.

Ein Mockup ist ein Teilausschnitt einer Fassade oder auch eines Raums im Maßstab 1:1 und dient der Bemusterung von Material, Farbe und Details in Originalgröße.

Provisorium

Ein Provisorium ist eine Übergangs-, Not- oder Zwischenlösung. Wie beispielsweise der Verzicht auf sach- und fachgerechte Detaillierung bei Fenster- und Türprofilen.

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Vorübergehende, improvisierte Maßnahme, die aus der Not heraus entsteht. Sie dient der schnellen Schadensbegrenzung, um Zeit bis zur fachgerechten Umsetzung zu finden. 

Smarte Fenster und Türen

Digitale Gebäudesteuerung

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Tageslicht, Fenster und Wohlbefinden

Sonnenlicht ist eine unverzichtbare Grundlage für das Wohlbefinden von Menschen. Balkone und Fensterflächen sorgen für Lichteinfall (Lokdepot, Berlin).

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Die Nutzung des Tageslichts durch Fenster ist einerseits ein bauphysikalisches Thema, andererseits sind physiologische, psychologische und medizinische Aspekte relevant.

Translozierung

Translozierung ist eine Strategie zur Erhaltung von Gebäuden bzw. von Bausubstanz Im Bild: In das Sony-Center in Berlin am Potsdamer Platz integrierte Reste des historischen Hotels Esplanade.

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Ortsveränderung von kulturell oder symbolisch bedeutenden und damit wertvollen Gebäuden oder Teilen davon

Türliste

Wieviele verschiedene Türen? In welcher Stückzahl in welchem Bauabschnitt und in welchem Geschoß? Hier im Bild die Großbaustelle Areal Heidestrasse, Berlin

Wieviele verschiedene Türen? In welcher Stückzahl in welchem Bauabschnitt und in welchem Geschoß? Hier im Bild die Großbaustelle Areal Heidestrasse, Berlin

Für die Übersicht, Logistik und Kontrolle sowohl in der Ausführungs- und Detailplanung, bei Anlieferung und Einbau auf der Baustelle als auch im laufenden Betrieb eines Gebäudes sind Türlisten erforderlich.

Verhältnis Fenster zu Raumvolumen

In Metropolen auf der ganzen Welt verknappt sich die Ressource Wohnraum in Relation zu der zur Verfügung stehenden Fläche, und dies nicht nur finanziell sondern auch geometrisch-mathematisch sowie physisch (im Bild: Studenteinwohnheim Woodie in Hamburg, Sauerbruch Hutton).

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Insbesondere bei kleinem Wohnraum sind die Fenster relevant für das Wohlbefinden und erweitern zudem den Innenraum visuell.

Zusammenhang von Funktion, Gestaltung und Konstruktion

Größe, Proportion und Kontur eines Fensters stehen in Abhängigkeit von der Wandkonstruktion - ob Massiv- oder Skelettbauweise...

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Größe, Proportion und Kontur eines Fensters stehen in Abhängigkeit von der Wandkonstruktion – ob Massiv- oder Skelettbauweise –,...

Vorgehängte Balkonfassaden

Für die Fassadensanierung: Modulare Komplett-Systeme von Solarlux schließen die Gebäudehülle energieeffizient und schallschützend!

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