Science and Technology Museum in Shenzhen

Besuchermagnet für weltgrößte Metropolregion

Wie ein Raumschiff aus einem Science-Fiction-Film erhebt sich das Science and Technology Museum auf einem terrassierten Plateau im nördlichen Bezirk Guangming in der chinesischen Stadt Shenzhen. Die Architektursprache des Baus lässt zweifelsfrei erkennen: Hier haben Zaha Hadid Architects ein neues Wahrzeichen entworfen. Es wurde im Mai 2025 eröffnet und bietet auf über 120.000 Quadratmetern Fläche Ausstellungsbereiche, Kino- und Theatersäle, Aufenthaltsflächen, Forschungslabore und Bildungseinrichtungen. Zahlreiche digitale Simulationen begleiteten den Entwurfs- und Bauprozess.

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Neuer Technologiestandort

Shenzhen liegt in der sogenannten Guangdong-Hongkong-Macao Greater Bay Area – mit über 70 Millionen Menschen eine der größten Metropolregionen der Welt. Bis 2035 ist ein integrierter Wirtschaftsraum geplant, der wichtige Städte der südöstlichen Küstenprovinz Guangdong mit den Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macao verbindet. Darüber hinaus soll Shenzhen zu einem wichtigen Standort für die Entwicklung neuer Technologien heranwachsen. Mit diesem Ziel entstand auch das neue Science and Technology Museum. 

Raumschiff im Park 

Das Technologiezentrum gründet auf einem doppelgeschossigen, weitläufigen Sockel, der ein Plateau ausbildet. Darüber erstrecken sich ein sechsgeschossiges, u-förmig gebogenes Hauptgebäude, sowie ein kleines, abgerücktes Nebengebäude. Dieses schließt den Bogen ab und bildet zugleich den Auftakt in den nordwestlich angrenzenden, ebenfalls neuen Wissenschaftspark. Zu diesem öffnet sich der Grundriss des Ensembles mit einem verglasten Atrium und terrassierten Außenflächen. Östlich befindet sich ein direkter Zugang zu der U-Bahn-Station Guangming. 

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Vielfältige Nutzungen

Das Sockelgeschoss wird über gegenüberliegende Zugänge in Nord-Süd-Richtung erschlossen. Hier befinden sich die zahlreichen großen und kleinen Kino- und Theatersäle. Auf dem Plateau bildet das großzügige Atrium den zentralen Eingang und leitet zu den anschließenden Ausstellungsflächen und Gastronomiebereichen. Hier lässt sich die gewaltige Größe des Baus erahnen: Die Obergeschosse, die teilweise in das Atrium auskragen, beherbergen weitere Museumsflächen, ein Planetarium, Workshop-Bereiche, Aufenthalts- und Experimentierräume. Die gebäudehohe Fensterfront des Atriums gibt den Blick frei in die Landschaft. Den Abschluss bildet ein Observation-Deck, mittig in die Dachhaut eingelassen. Auf jeder Ebene erweitern Außenbereiche die Innengalerien und schützen diese gleichzeitig vor direkter Sonneneinstrahlung.

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Wechselndes Fassadenbild ohne Farbauftrag

Das futuristische Aussehen entsteht auch durch die Fassade, deren Edelstahlplatten mit der sogenannten INCO-Technologie veredelt wurde. Das ist ein elektrochemisches Verfahren, mit dem auf der Oberfläche des Edelstahls eine sehr dünne, feste Oxidationsschicht, ein sogenannter Nano-Oxidfilm, entsteht. Diese Schicht bricht das Licht und lässt den Edelstahl farbig erscheinen – ohne Farbe oder Lacke aufzutragen. Je nach Dicke entstehen unterschiedliche Farben: Der Farbverlauf des Museums geht von tiefem Blau in verschiedene Grau- und Brauntöne über. Die Fassade ist dadurch zudem sehr witterungsbeständig und weist eine lange Lebensdauer auf.

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Computerbasierte Entwurfsprozesse

Dass bei Projekten dieser Größenordnung und Architektursprache digitale Entwurfsmethoden angewendet werden, erklärt sich von selbst. Mithilfe zahlreicher Computersimulationen testete und optimierte das Entwurfsteam Form, Ausrichtung und Hülle des Gebäudes, um es den subtropischen Klimabedingungen, der Sonneneinstrahlung, Temperatur, Feuchtigkeit, dem Wind und der Luftqualität ideal anzupassen. Ein digitaler Zwilling, zu dessen Entstehung BIM und die 3D-Scantechnologie beitrugen, half, um Toleranzen der komplexen Oberfläche im Millimeterbereich einhalten und kontrollieren zu können. Während der Bauphase ermöglichten ein umfassendes Netzwerk aus Messpunkten im gesamten Gebäude und die digitale Simulation in Echtzeit die synchrone Überprüfung aller Bauarbeiten. -st

Bautafel

Architektur: Zaha Hadid Architects, London
Projektbeteiligte Wettbewerb: Marshall Day Acoustics (Akustik); Art of Fact (Ausstellungsberatung); Teecom (Kino); Gillespies, (Landschaftsarchitektur)
Projektbeteiligte Entwurfsphase: GYAY, Shanghai (Fassadenplanung); Acoustics & Theatre Design Divison, East China Architectural Design & Research Institute (Akustik); Jorjun Green Building Technology, Guangdong (Ökologosches Bauen); Art of Fact (Ausstellungsberatung); Teecom (Kino); Gillespies, (Landschaftsarchitektur); Capol International & Associates Group (Tragwerksplanung, Gebäudetechnik); Dadi Facade Technology (Fassade); J&A (Innenarchitektur); GD-Lighting Design Consultancy (Außenbeleutung)
Bauherr*in: The Bureau of Public Works of Shenzhen Municipality 
Fertigstellung: 2025
Standort: Shenzhen, China
Bildnachweis: Virgile Simon Bertrand; Xue Liang (Fotos); Zaha Hadid Architects (Pläne)

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Zwischen den beiden bestehenden Hochschulstandorten entsteht inmitten eines kleinen Waldstücks der neue Waldcampus der Hochschule Aalen. Der Entwurf stammt von Broghammer.Jana.Wohlleber Architekten. Für die BIM-Koordination sind JSB Architekten aus Stuttgart verantwortlich.

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