Main Bad Bornheim in Frankfurt
Wärmeerzeugermix für verschiedene Szenarien
In direkter Nachbarschaft zur 1981 von Heil & Deyle entworfenen Frankfurter Eissporthalle hat das Büro 4a Architekten aus Stuttgart das Sport- und Erlebnisbad Main Bad Bornheim realisiert. Der Baukörper, der das bisherige Panoramabad am Bornheimer Hang ersetzt, füllt das dreieckige Grundstück geschickt aus und bietet eine hohe Aufenthaltsqualität für die Badegäste. Die Planerinnen und Planer haben auf einen ressourcenschonenden und wirtschaftlichen Betrieb geachtet, weswegen die Wärmproduktion je nach Bedarf von verschiedenen Systemen übernommen wird.
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Der kompakte, dreigeschossige Baukörper minimiert die Fläche der Gebäudehülle im Verhältnis zum Volumen, was wesentlich zur Reduktion von Wärmeverlusten beiträgt. Auch das Verhältnis von offenen und geschlossenen Fassadenflächen ist funktional begründet und im Hinblick auf Tageslichtnutzung, Energieeffizienz und thermische Leistungsfähigkeit optimiert. Dachoberlichter führen natürliches Licht tief ins Gebäudeinnere, was sich nicht nur positiv auf die Aufenthaltsqualität auswirkt, sondern auch den Bedarf an künstlicher Beleuchtung deutlich reduziert und für passive solare Energiegewinne sorgt. Die abgerundeten Gebäudekanten und die leuchtend grünen Vertikallamellen der Fassade sorgen für eine gewisse Dynamik und Lebendigkeit, ohne übermäßig verspielt zu sein.
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Spaß und Erholung mit schönem Ausblick
Ein Untergeschoss gibt es wegen der schwierigen Bodenverhältnisse nicht, weshalb sämtliche Technikräume im Erdgeschoss angeordnet sind. Die Badegäste werden am Eingang direkt ins erste Obergeschoss geführt, wo sich die Badehalle mit ihren großzügigen Verglasungen befindet. Aus der erhöhten Position haben die Badenden einen schönen Blick ins umgebende Grün. Eine raumhohe Verglasung trennt die Bereiche der Erlebnis- und der Sportbadehalle akustisch, bewahrt aber die optische Verbindung. Die klaren Formen und das zurückhaltende Materialkonzept aus Blau-, Grün- und Gelbtönen sollen eine ruhige Atmosphäre schaffen. Im zweiten Obergeschoss befindet sich die großzügige, knapp 1.800 m² große Saunalandschaft mit fünf verschiedenen Saunen und Ruhezonen sowie gastronomischem Angebot. Ein Ruheraum mit Außenbereich ist auf dem Dach angeordnet, von wo aus die Entspannungssuchenden einen wundervollen Blick in die Umgebung genießen.
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Verschiedene Wärmeerzeuger für maßgeschneiderte Versorgung
Schwimmbäder benötigen viel Energie für die Produktion von Wärme. Um dennoch einen ressourcenschonenden und wirtschaftlichen Betrieb zu gewährleisten, greifen im Main Bad Bornheim verschiedene Maßnahmen zur Energiegewinnung und bedarfsgerechten Wärmeproduktion ineinander: Auf dem Dach befindet sich eine Photovoltaikanlage aus insgesamt 450 Modulen, die jährlich bis zu 150.000 kWh Strom erzeugen. Für die Grundwärme sorgt ein Blockheizkraftwerk (BHKW) mit einer thermischen Leistung von 390 kW. Über die Wintersaison liefert eine Wärmepumpe mit einer thermischen Leistung von 185 kW die zusätzlich benötigte Wärme. Sollte die Wärmeproduktion von beiden nicht ausreichen, kommen zwei Gas-Brennwertkessel mit einer thermischen Leistung von jeweils 895 kW im Einsatz. Zur Zwischenspeicherung der Wärme stehen drei Pufferbehälter mit je 7.000 l Speichervolumen zur Verfügung.
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Lüftungskonzept mit Wärmerückgewinnung
Die Verteilung der Wärme erfolgt vorwiegend über die raumlufttechnischen Anlagen, die den Innenraum in verschiedene Temperaturzonen unterteilen. Sämtliche Anlagen sind mit einer internen Wärmerückgewinnung (Rekuperation) ausgestattet, die entsprechend der Ökodesign-Richtlinie einen Rückgewinnungsgrad von mindestens 73 % haben. Die frische und warme Luft wird am Boden entlang der Fassade eingebracht und oben wieder abgesaugt. Lediglich in den Nebenräumen und den Wellness-Behandlungsräumen befinden sich einzelne Radiatoren. Auch einige wenige Handtuchheizkörper gibt es, die allerdings eher dem Komfort als der Raumerwärmung dienen.
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Fünf Wasserkreisläufe mit unterschiedlichen Temperaturen
Das Warmwasser für die Sanitäranlagen wird im Durchlaufprinzip bereitet. Daneben stehen zwei Schichtenspeicher mit einer hohen Puffertemperatur von 75 °C bereit, um Bedarfsspitzen abfedern zu können. Die Aufbereitung des Badewassers für die insgesamt 875 m² Wasserfläche erfolgt nach den Anforderungen der Becken- und Ausstattungskonfiguration sowie den Betriebsbedingungen nach DIN 19643: Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser. Im Bad gibt es vier Wasserkreisläufe, in denen verschiedene Temperaturen zwischen 28 und 36 °C hergestellt werden müssen. Um dabei Energie zu sparen, wird das Füllwasser über eine Wärmerückgewinnung aus dem Stetsablauf vorgewärmt. Das Sauna-Außenbecken, der fünfte Wasserkreislauf, wird weder beheizt noch gekühlt. -tg
Bautafel
Architektur: 4a Architekten, Stuttgart
Projektbeteiligte: Kannewischer Ingenieurgesellschaft, Baden-Baden (HLS); NSP Landschaftsarchitekten, Hannover (Landschaftsarchitektur); 2plus Baumanagement, Stuttgart (Bauleitung); ABG Frankfurt Holding, Frankfurt (Projektsteuerung); sbp se schlaich bergermann partner, Stuttgart (Tragwerk); Kurz und Fischer, Winnenden (Bauphysik); Licht Kunst Licht, Bonn (Licht); Beiersdorf Herzhauser Planung, Frankfurt (Elektro); 4a Architekten, Stuttgart (Generalplanung)
Bauherr*in: ABG Frankfurt Holding Bäderbau Frankfurt
Fertigstellung: 2025
Standort: Am Bornheimer Hang 2, 60386 Frankfurt am Main
Bildnachweis: David Matthiessen, Stuttgart
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