Wandmodultoaster
Betonfertigteile vor Ort hergestellt
Ortbeton oder Betonfertigteile? Geht es nach einem Unternehmen aus dem niedersächsischen Laatzen, dürfte es bald eine weitere Kategorie geben, und die hieße dann womöglich Toastbeton. Hinter dem sogenannten WandModulToaster WMT steckt Firmengründer Eckhard Struß des Bausystemanbieters Nobis Living. Die Idee: Wand- oder Deckenelemente werden direkt am Einsatzort seriell gefertigt und können so auf der Baustelle unmittelbar zur Verfügung stehen. Zahlreiche Vorteile verspricht die Fertigteilproduktion vor Ort. Zum einen entfallen laut Hersteller die teuren und weiten Transportwege, zum anderen ließe sich schnell auf Planungsänderungen reagieren. Auch spare das Verfahren Arbeitskräfte und Material.
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Der „Toaster“ benötigt dabei auf der Baustelle je nach Ausführung eine Grundfläche von rund 150 Quadratmetern zuzüglich Flächen für einen Büro- und Mitarbeitercontainer. Die Produktion selbst, inklusive des Auf- und Abbaus der Maschine, erfordert drei Personen sowie einen Kranfahrer. Der Ertrag beliefe sich laut Verantwortliche auf circa 20 Wände pro Woche. Dabei haben die Elemente in der Regel eine Wandstärke zwischen 6 und 20 Zentimeter sowie Längen bis zu 8 Meter und Höhen von bis zu 2,70 Metern. Der Wandmodultoaster ist derzeit in zwei verschiedenen Größen verfügbar, wobei die kleinere Version M7 fünf LKW-Ladungen und die größere M8 sechs LKW-Ladungen einnimmt.
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Scheibenweise Stahlplatten als Schalung
Nach drei Tagen Aufbauzeit steht das Produktionsmodul zur Verfügung. Scheibenweise reihen sich dabei die Stahlplatten, die als Schalung dienen und mechanisch in der gewünschten Wandstärke und mit den nötigen Aussparungen eingestellt werden. Energie braucht der WMT lediglich für die nötigen Werkzeuge, etwa Schlagschrauber, Bindemaschine und Innenrüttler. Außerdem ist auch eine Heizung einbaubar, die etwa im Winter für die Trocknung der Wandelemente sorgt. Dabei wird mithilfe einer Wärmepumpe der Wärmeträger durch die Kammerwände gepumpt. Bis zu zehn Wand- oder Deckenelemente können gleichzeitig gegossen werden, wobei der Beton von oben zwischen die Stahlplatten verfüllt wird. Nach jedem Prozess muss lediglich das Schalöl neu aufgetragen werden. Weitere Wartung sei nicht nötig, so der Hersteller.
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Um die gewünschte Qualität beidseitig schalungsglatter Wände zu erzielen, hat das Unternehmen Nobis Living im Lauf der Jahre mit Zementmischungen und Beton-Konsistenzklassen experimentiert. Der serielle Rohbau eigne sich vor allem für Projekte wie Studierendenwohnheime, Pflegeeinrichtungen oder Wohnprojekte mit bis zu 100 Einheiten. Die Elemente können im Zuge des Betoniervorgangs auch um Dämmschichten ergänzt werden.
