Temporary Tecture
Structure of Necessity
Birkhäuser Verlag, Basel 2025
312 Seiten, 176 farbige Abbildungen
Format 11 x 18 cm, Softcover und E-Book
Sprache: Englisch
Preis: 38 EUR
ISBN 978-3-0356-2865-4 (Print); 978-3-0356-2868-5 (E-Book)
Gerüste, Planen und Absperrungen sind – obwohl flüchtig – nicht wegzudenken aus den Städten. Artem Kitaev und Leonid Slonimskiy von Kosmos Architects fragen, was wir von ihnen lernen können. In ihrem Buch Temporary Tecture haben Sie Fotos von Behelfsstrukturen gesammelt, nebst Essays befreundeter Architekt*innen.
Seit den Studienzeiten ist das Duo fasziniert von Baugerüsten. So wuchs über die Jahre eine große Sammlung an Fotos heran, von denen einige im Buch landeten. Bekannte und Internetquellen erweiterten das Panorama der temporären Architekturen: Manche sind wie riesige Schleier, hinter denen am Abend eine Kirche leuchtet. Andere sind rot-weiß gestreifte Betonblöcke auf einer Art Sackkarre. Nicht immer sind es Baustellen, die hier zu sehen sind. Gletscherschutzplanen, Sandsäcke und Barrikaden künden von zunehmender Hitze, Überschwemmungen und Straßenprotesten. Unter den fast 180 Abbildungen sind außerdem Fotos und Zeichnungen aus der Geschichte des Gerüstbaus.
Mit zwei Texten, in denen sie über die Unersetzlichkeit der Hilfsbauwerke und ihre ästhetischen Qualitäten schreiben, eröffnen die Architekten ihr Buch. Die nachfolgende Bildstrecke ist in sieben Abschnitte gegliedert: Construction, Fake, Climate, Safety, Event, Protection, Vernacular. In den jeweiligen Einleitungen werden die Einsatzgebiete und Entstehungsgeschichten beschrieben. Im hinteren Drittel des Buchs sind drei Essays zu lesen: Charlotte Malterre-Barthes, Jan De Vylder und Philip Ursprung befassen sich mit der Anziehungskraft von Baugerüsten und versuchen sie einzuordnen in gesellschaftliche Transformationen und in das Verhältnis zwischen Planenden und Bauenden.
Immer wieder sprechen Kitaev und Sloniminskiy die Rohheit und Materialeffizienz der Konstruktionen an. Zugleich betrachten sie das Flüchtige als große Stärke: Die dokumentierten Behelfsbauten sind anpassungsfähige Architekturen. Ihre Elemente sind wiederverwendbar und mobil und können so von Ort zu Ort reisen und dabei stets neue Formen annehmen. Vielleicht gelingt es mit ihnen, so spekulieren die beiden Architekten, sich besser an eine ständig im Wandel begriffene Welt anzupassen.
